Washington DC

DIE ZEIT: Sie haben gerade geweint, als Sie die Bilder toter Demonstranten in Teheran sahen. Geht dem ehemaligen Kronprinzen Irans das Schicksal der Menschen in seiner ehemaligen Heimat so nahe?

Cyrus Reza Pahlavi: Ich leide mit und bewundere den Mut. Seit dreißig Jahren hoffe ich auf das Ende der Mullah-Diktatur.

ZEIT: 1979 fegten die Iraner die diktatorische Monarchie hinweg und trieben Ihren Vater, den Schah, ins Exil. Nach dreißig Jahren Theokratie begehren sie wieder auf. Sehen Sie Parallelen?

Pahlavi: Ja, damals wie heute wollen die Iraner Freiheit und Menschenrechte. Sie revoltieren gegen ein System, das viele als Unterdrückung empfinden. Der Unterschied: Mein Vater zog die richtige Konsequenz und verließ das Land, um weiteres Blutvergießen zu verhindern. Und ganz grundsätzlich hatten die Menschen unter meinem Vater im Vergleich zum jetzigen Mullah-Regime mehr Freiheiten. Die Frauen zum Beispiel besaßen mehr Rechte. Aber ich will die Schah-Herrschaft nicht beschönigen, es wurden viele Fehler gemacht. Wie 1979 erleben wir auch jetzt einen Aufstand, der in eine Revolution münden könnte.

ZEIT: Es geht den Demonstranten also um mehr als nur um korrekte Wahlen?

Pahlavi: Eindeutig. Inzwischen richtet sich der Protest gegen das System selber, gegen die Theokratie, also das undemokratische Herrschaftssystem der Mullahs.

ZEIT: Haben die Demonstranten wirklich alle dasselbe Ziel: Beseitigung der Theokratie? Und wollen wirklich alle Demokratie?