Europa
Zehntausende demonstrieren aus Solidarität zu Iran
In Hamburg, Frankfurt, Stuttgart und in der Nähe von Paris sind Zehntausende gegen das Regime in Teheran und die umstrittene Wiederwahl von Präsident Ahmadinedschad auf die Straße gegangen.
Mit grünen Bändern, Rosen und Fotos von verletzten Demonstranten aus ihrer Heimat zogen die Exil-Iraner friedlich durch die Innenstädte. In Hamburg nahmen nach Polizeiangaben etwa 4000 Menschen an der Demonstration teil. Auf zahlreichen Schildern und Transparenten riefen die Demonstranten zu Neuwahlen auf oder forderten "Nieder mit dem Diktator". Die iranische Gemeinde in der Hansestadt zählt zu den größten in Europa. Nach Angaben des Statistikamts Nord lebten hier 2008 mehr als 7000 iranische Staatsbürger.
Vor dem iranischen Generalkonsulat in Frankfurt protestierten rund 400 Menschen. An einer Kundgebung auf dem Römerberg beteiligten sich 300 Demonstranten, wie die Polizei berichtete. Sie forderten unter anderem die Freilassung inhaftierter Oppositioneller. Im hessischen Gießen beteiligten sich laut Polizei rund 30 Menschen an einer Mahnwache.
In der Stuttgarter Innenstadt demonstrierten rund 200 Iraner für mehr Demokratie in ihrer Heimat. Die Organisatoren wollten den Kampf gegen die Mullahs unterstützen, sagte eine der Organisatoren vom Iranischen Kulturverein. "Wir wollen zukünftig Demokratie, Meinungsfreiheit und das Recht für faire Wahlen ohne Manipulationen im Iran." Von der Bundesregierung und der Europäischen Union forderten die Teilnehmer, die Wahl im Iran nicht anzuerkennen.
Nach Angaben von Vertretern des Nationalen Iranischen Widerstandes (NWRI) trafen sich ebenfalls rund 90.000 Menschen in der Nähe von Paris in Villepinte zu einer großen Kundgebung. Die zurückliegenden Wahlen seien nur ein illegales Werkzeug gewesen, um die schlimme Herrschaft im Iran zu stärken, betonten die Demonstranten. Die westliche Beschwichtigungspolitik müsse ein Ende haben. "Die Leute im Iran wollen einen Systemwechsel", sagte NWRI-Sprecher Javad Dabiran. Die religiöse Diktatur müsse niedergerissen werden.
Zu den Teilnehmern der Protestkundgebung zählten nach Angaben der Exilorganisation auch Parlamentarier aus Ländern wie Deutschland, Spanien und Frankreich. Insgesamt seien 1100 Busse aus allen Ländern Europas in Richtung Paris aufgebrochen. NWRI-Präsidentin Maryam Rajavi forderte den Westen bei der Kundgebung zu einem härteren Kurs gegenüber dem Iran auf. 30 Jahre Beschwichtigungspolitik hätten zu nichts geführt. Die Wahlen seien eine lächerliche Show gewesen.
Der Nationale Iranische Widerstandsrat versteht sich als ein breites Bündnis von demokratischen iranischen Organisationen, Gruppen und Persönlichkeiten. Dazu gehört auch die Organisation der Volksmudschahedin, die in den USA als terroristisch bewertet wird und als die aktivste und militanteste Oppositionsgruppe gegen die Islamische Republik Iran gilt.
- Datum 20.6.2009 - 20:00 Uhr
- Serie News
- Quelle ZEIT ONLINE, aku, dpa, Reuters
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