Verhandlungen Ver.di ist auf wochenlangen Streik eingestellt
Mindestens 18.000 Beschäftigte in kommunalen Kindertagesstätten haben sich heute an Streiks beteiligt. Die Gewerkschaft ver.di plant schon Arbeitsniederlegungen in der Zeit nach den Sommerferien.
In Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland- Pfalz protestierten Erzieher und Sozialarbeiter für deutlich mehr Einkommen und einen besseren Gesundheitsschutz. In Mannheim und Duisburg kamen tausende Streikende zu zentralen Kundgebungen zusammen.
Die Verhandlungen für die bundesweit 220.000 Kita-Beschäftigten der Kommunen waren am Freitag nach einem fünftägigen Gesprächen ergebnislos unterbrochen worden. Der nächste Termin sei aber noch nicht vereinbart worden, hieß es von Seiten der Gewerkschaft ver.di.
Die Arbeitsniederlegungen werden am Dienstag unter anderem in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen fortgesetzt. Kundgebungen seien in München, Stuttgart, Kassel, Frankfurt und Düsseldorf geplant. Am Freitag wollen in Potsdam zudem mehrere tausend Kita-Erzieher, Kinder und Eltern für bessere pädagogische Bedingungen auf die Straße gehen. An diesem Mittwoch sollen in Brandenburg die Kita-Streiks fortgesetzt werden.
Die Arbeitnehmerverbände fordern höhere Einkommen und einen besseren Gesundheitsschutz für die Beschäftigten.
Die tage- und nächtelangen Verhandlungen hätten bei der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) lediglich ein Teilangebot hervorgebracht, sagte VKA-Präsident Thomas Böhle. Das jüngste Angebot bedeute im Durchschnitt 11,6 Prozent mehr Einkommen. Dies betreffe aber nur 20 Prozent der Erzieher.
Ver.di-Vorsitzender Frank Bsirske bezeichnete das Arbeitgeberangebot als Mogelpackung. Er warf den Arbeitgebern eine Taktik des Hinhaltens und Aussitzens vor, das nicht akzeptabel sei.
Gegenteilig stellten die Arbeitgeber den Zwischenstand der Verhandlungen dar. Nach Angaben Böhles würden drei Viertel der Beschäftigten von dem Angebot profitieren.
Bsirske kündigte an, dass die Streiks während der Sommerferien zurückgefahren würden. Sollten Verhandlungen weiterhin zu keinem Erfolg führen, würden die Streiks Ende August oder Anfang September wieder aufgenommen.
- Datum 22.06.2009 - 14:43 Uhr
- Serie News
- Quelle ZEIT ONLINE, sh, dpa
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Das ArbeitnehmerInnen für ihre Gesundheit streiken müssen, sollte eigentlich die zuständigen Behörden aufmerksam werden lassen.
Das Recht auf Unversehrtheit des Körpers (GG, Artikel 2 (2)) gilt selbstverständlich auch auf der Arbeit.
Dazu hat der Gesetzgeber das Arbeitsschutzgesetz erlassen.
Dort sind seit 1996 dokumentierte Gefährdungsbeurteilungen für jeden Arbeitsplatz gefordert. Selbstverständlich sind bei erkannten Gefahren Maßnahmen zur Vermeidung dieser Gefahren gefordert.
Dort steht auch, wer eine Verodnung zum Arbeitsschutz nicht einhält, erfüllt einen Ordnungswidrigkeitstatbestand (ArbSchG, § 25).
In der LärmVibrationsArbSchV ist sogar von Straftat die Rede, wenn der Arbeitgeber vorsätzlich ein Programm zur Verminderung des Lärms nicht durchführt, sofern er von der Belastung Kenntnis hat und die Gesundheit der Beschäftigten gefährdet ist.
Ähnliche Aussagen finden sich auch in der Lastenhandhabungsverordnung, in der Gefahrstoffverordnung, in der Biostoffverordnung, ... .
Anstatt die Eltern mit den Streiks zu ärgern, sollten die Gewerkschaften die Einhaltung von Recht auch bei Verwaltungen einfordern.
Dafür gibt es den Rechtsweg, kein Steik kann so effektiv sein, wie das Arbeitsgericht.
Aber hier sei nun die Frage erlaubt:
Worum geht es bei diesem Streik?
Gesundheit oder Geld?
Na, dann wollen wir mal den Kindern allen den Mund zu kleben.
Jeder Anwohner muss Kindergeschrei ganztägig ertragen und nur, weil "Vater" Staat den lieben Kleinen zubilligt, sich ausleben, sprich austoben, zu dürfen.
Natürlich nehmen die Eltern dann in ihrer eigenen Erziehung keinen Einfluss mehr - im Gegenteil:
Da wird während der mittäglichen Ruhezeiten und in den Nachtzeiten schon mal mit den Kindern noch so richtig die "Sau" raus gelassen und der Nachbar, mit dem man sich nicht "grün" ist, erst einmal geärgert.
Dass Kinder so keinen Rhythmus in ihr Leben bekommen und frei von Regeln denken, sie können machen was sie wollen - später auch - , darüber denkt doch in Deutschland keiner mehr nach.
Die Erzieher und Lehrer sollen es dann richten - wie denn, wenn die Eltern nicht mit persönlichem Vorbild voran gehen.
Ich konnte drei Kinder groß ziehen (zwei im Osten und eines nach der Wende). Unsere Kinder bekamen von Geburt an Regeln anerzogen, die sie ein Leben lang begleiteten.
Das fing bei den Ruhezeiten an und hörte mit dem sehr schnellen Wegfall der "Windeln" auf. Der Schnuller flog nach dem ersten Zahn auch in die Ecke!
Aber was machen die lieben Eltern heute:
Kindchen kann solange toben, bis es entweder vor Müdigkeit nur noch quängelt oder gleich an Ort und Stelle schläft; im Supermarkt darf es solange lamentieren bis es das bekommt, was es will.
Den Schnuller schafft man erst kurz vor der Einschulung ab und wundert sich später, wenn das Kind zum Kieferorthopäden muss. Schutzimpfungen sind eh passé - das tut dem lieben Kleinen ja nur weh!
Auf der Strecke bleiben dann Ordnung und Disziplin - die Grundvoraussetzungen, die man für jeden beruflichen Einstieg braucht und die auch im späteren Leben gefordert werden.
Ordnung und Disziplin haben unseren Kindern nicht geschadet.
...und warum nicht:
Wir haben unseren Kindern vertraut, mit ihnen über alle Probleme geredet und ihnen stets geholfen, wenn sie es wollten.
Auf den richtigen Mix kommt es eben an und dafür braucht man Zeit. Die modernen Eltern aber, die kümmern sich oft nur mehr um sich selbst und ihre Freunde und die Kinder laufen als schmückendes Beiwerk nebenher.
Frei nach der Devise:
Für die Erziehung sind ja nicht wir, sondern die Lehrer und Erzieher verantwortlich.
Kinder zu wollen, das heißt auch, verzichten zu können und sein eigenen Wünsche auf ein gesundes Maß zu reduzieren.
Würden die Eltern in diesem Land ihren erzieherischen Pflichten so erfüllen, dass ihre lieben Kleinen auch den Respekt gegenüber ihren Mitmenschen begreifen, dann wäre die Arbeit des Betreuungspersonals weitaus effektiver zu gestalten und die Kinder könnten viel mehr vorschulisch und schulisch gefördert werden.
Solange aber jeder kleine Schreihals von Haus aus zum Egomanen erzogen wird, solange sind die Erzieher nur damit beschäftigt, Ruhe in die Gemeinschaft zu bringen - wenn denn der kleine Schreihals irgendwann mal Ruhe gibt.
In jeder Bewerbung schreiben die Bewerber rein, sie wären teamfähig - wissen die eigentlich was Teamfähigkeit überhaupt bedeutet?
Ich konnte es in den letzten zwei Jahren beruflich erleben, wie so mancher Youngster seine Teamfähigkeit unter Beweis stellte:
Sie trafen sich zum Bowling mit Saufgelage, kamen nicht nur einmal zu spät zur Arbeit, entfernten sich während der Arbeitszeit alle halbe Stunde zum Rauchen (war sogar genehmigt) und scherten sich einen Dreck, wenn es galt, eine Arbeit ordentlich und pünktlich zu Ende zu bringen - dafür gab es ja die älteren Kollegen!
Den Arbeitgeber scherte es einen Dreck - Hauptsache es lief so und es war Friede-Freude-Eierkuchen!
In gewisser Weise kann ich das Personal der Kitas verstehen. Mein Verständnis für den Streik hört aber dort auf, wo wirklich engagierte Eltern in Mitleidenschaft gezogen werden, die wirklich für ihren Lebensunterhalt und ihre Kinder arbeiten gehen müssen und wollen.
Das "Outsourcen" der Kindererziehung, die Fremdbetreuung in Kitas, ist sicher nicht die optimale Lösung. Wenn Lärm und Stress in den Kitas schon den Erwachsenen (Erzieherinnen) zuviel wird, dann tut es den Kindern sicher auch nicht besonders gut...
Leider verfolgt die jetzige Familienpolitik das Ziel, die Eltern möglichst vollständig dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stellen. Familienförderungs ist auf Wirtschaftsförderung reduziert. Man merkt die Absicht, und man ist verstimmt.
Richtiger wäre ein Erziehungsgehalt, um Familien finanzielle Eigenständigkeit zu ermöglichen. Auch die Leistung der Familien für die Gesellschaft wäre damit endlich anerkannt.
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