Arbeitsmarkt: Die Linke will einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn nach französischem Vorbild einführen, der in der nächsten Wahlperiode auf zehn Euro pro Stunde ansteigen soll. Gibt es höhere tarifliche Mindestlöhne in Branchen, sollen sie für allgemeinverbindlich erklärt werden. Der Kündigungsschutz soll ausgeweitet und das Kurzarbeitergeld in der Krise verlängert werden. Hartz IV muss aus Sicht der Linken abgeschafft werden. Der Regelsatz soll in der nächsten Wahlperiode auf 500 Euro steigen.

Investitionen: Die Linke will mit insgesamt 200 Milliarden Euro rund zwei Millionen neuer Arbeitsplätze schaffen. 100 Milliarden Euro an öffentlichen Investitionen sollen pro Jahr in Bildung, Gesundheit, Klimaschutz, Infrastruktur und Verkehr fließen. Außerdem soll ein Zukunftsfonds im Volumen von 100 Milliarden Euro eingerichtet werden. Er soll Unternehmen helfen, Produkte und Verfahren sozial und ökologisch weiterzuentwickeln.

Steuern: Die Linke strebt in der Steuerpolitik eine "Umverteilung von unten nach oben" an. Der Grundfreibetrag soll auf 9300 Euro erhöht werden, so dass mehr als 12.000 Euro brutto im Jahr steuerfrei bleiben. Der Spitzensteuersatz soll auf 53 Prozent ansteigen, bis dahin steigt die Steuerlast linear. Steuerpflichtige sollen von jedem Euro, den sie über 84.000 Euro pro Jahr verdienen, 53 Cent abführen. Die Linke will zudem eine Millionärssteuer einführen, wobei Privatvermögen von mehr als einer Million Euro mit mindestens fünf Prozent besteuert würde. Eine Börsenumsatzsteuer soll zur Regulierung der Finanzmärkte beitragen.

Wirtschaft und Finanzen: Private Banken sollten nach Ansicht der Linken vergesellschaftet, der Finanzsektor der öffentlichen Kontrolle unterworfen und strikt reguliert werden. Die Belegschaften sollen an großen Unternehmen beteiligt werden. Massenentlassungen bei nicht-insolvenzgefährdeten Betrieben werden verboten. Die Privatisierung der öffentlichen Daseinsvorsorge muss nach Auffassung der Partei beendet werden: Der öffentliche Personenverkehr oder die Energie- und Wasserversorgung sollen in öffentlicher Hand organisiert werden.

Rente und Gesundheit: Die Linke will die gesetzliche Rentenversicherung zu einer Erwerbstätigenversicherung umbauen, in die Selbstständige, Beamte und Politiker einbezogen werden. Die Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre soll rückgängig gemacht werden. Stattdessen will die Partei flexible Ausstiegsmöglichkeiten aus dem Job ohne Abschläge schon vor dem 65. Lebensjahr schaffen. In die gesetzliche Krankenversicherung sollen alle Berufsgruppen und Einkommensarten einbezogen werden.

Familie: Die Linken wollen eine gebührenfreie öffentliche Kinderbetreuung und einen Rechtsanspruch auf einen kostenlosen Platz für eine Ganztagsbetreuung ab dem ersten Lebensjahr einführen. Mütter und Väter sollen einen Anspruch auf je zwölf Monate Elterngeld erhalten. Dieses soll auch flexibler werden.

Außen- und Verteidigungspolitik: Auslandseinsätze müssen aus Sicht der Linken der Vergangenheit angehören, die Bundeswehr soll sofort aus Afghanistan abgezogen werden. Die Nato soll durch ein "kollektives Sicherheitssystem unter Beteiligung Russlands" ersetzt werden. Die Linke will zudem die Wehrpflicht abschaffen und die Bundeswehr zu einer Verteidigungsarmee umgestalten.