Mixed Martial Arts Käfigkämpfen ermöglicht kulturelle Begegnung

Mixed Martial Arts ist heftig umstritten. ZEIT-ONLINE-User Dominik Henneberger verteidigt seinen Sport und weist auf die soziale Wirkung des Käfigkämpfens hin. Kommentar

Selbst mancher Kampfsportliebhaber lehnt Käfigkämpfen als zu brutal ab, die Freien Wähler im Bayerischen Landtag fordern ein Verbot, auch ZEIT ONLINE ließ die Gegner dieser hierzulande neuen Sportart zu Wort kommen. Dominik Henneberger trainiert seit Jahren Mixed Martial Arts (MMA), wie der Sport offiziell heißt - und kann die Bedenken nicht teilen. Er ist 27 Jahre alt, lebt in München und arbeitet als Polizeibeamter. Kampfsport, etwa Karate, Jiu-Jitsu oder Wing Tsun, übt er seit seiner Kindheit aus, 2003 ist der Bodenkampf hinzugekommen. MMA trainiert er seit 2005. Seine Gegenrede ist eine gekürzte Fassung seines Kommentars in unserer Community.

Vorweg: Ich habe Verständnis dafür, dass man beim ersten Kontakt mit MMA abgeschreckt wird. Das wurde ich auch. Doch wenn man sich, wie ich, aktiv mit dem Sport befasst, erkennt man, dass die Vorwürfe unberechtigt sind. Auch die, die ZEIT ONLINE aufgeführt hat.

MMA ist eine Mischung aus weltweit anerkannten Kampfkünsten: Ringen, Judo, Jiu-Jitsu, Boxen und Kickboxen. Beim MMA geht es nicht um eine wilde Prügelei. Es ist ein umfangreiches, regelmäßiges Training nötig, um diesen Sport wettkampfmäßig betreiben zu können. Wie bei jedem anderen Wettkampfsport, ist das Ziel eines MMA-Wettkampfs, den Gegner zu besiegen. Es gibt Runden, nach denen die Kämpfer mit Punkten bewertet werden, wie beim Boxen auch. Ein Kämpfer kann freiwillig aufgeben, wie beim Judo oder Ringen, indem er abklopft. Abklopfen schützt vor ernsten Verletzungen. Das Boxen kennt diese Art der Aufgabe übrigens nicht. Beim Boxen wäre Aufgeben ehrlos – im Gegensatz zum MMA.

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Wie bei fast jedem anderen Vollkontaktkampfsport kann man beim MMA durch einen K.O. siegen. Der Abbruch durch den Schiedsrichter ist beim MMA jederzeit möglich, wenn der Ringrichter einen Kämpfer als unterlegen ansieht. Ist ein Kämpfer angeschlagen, wird der Kampf vollständig abgebrochen. Ein Anzählen eines angeschlagenen Kämpfers und eine Wiederaufnahme des Kampfes wie beim Boxen gibt es nicht, da dies zu schweren Verletzungen führen könnte.

Es gibt, entgegen der Behauptungen, sehr wohl Techniken, die beim MMA nicht erlaubt sind: Kopfstöße, Beißen oder Haare ziehen, Schläge gegen Hinterkopf und Hals, Kniestöße und Tritte gegen den Kopf eines Gegners, der am Boden liegt. (Kniestöße gegen den Kopf eines Gegners, der mit mindestens einem Knie am Boden ist, sind bei manchen MMA Veranstaltern erlaubt.)

Ich will nicht bestreiten, dass MMA trotz der vorhandenen Verbote für einen Außenstehenden brutal anmutet. Insbesondere eine Schlagtechnik wirkt martialisch: Wenn man rittlings auf dem am Boden liegenden Gegner sitzt. Allerdings hat der am Boden liegende durchaus auch Verteidigungsmöglichkeiten und ist nicht wehrlos wie es scheint. Außerdem werden die Schläge durch den weichen Mattenboden gedämpft, ähnlich einer Nackenstütze im Auto. Einen derartigen Schutz hat ein stehender Boxer nicht.

Ein Boxer erhält im Schnitt zwanzig Schläge pro Runde auf den Kopf, das sind dreihundert pro Kampf. Beim MMA muss ein unterlegener Kämpfer durchschnittlich nicht einmal ein Zehntel dieser Schläge einstecken. Außerdem kann man durch Würgen und Hebeln den Kampf frühzeitig beenden, ohne den Gegner zu verletzen. Das wird von den meisten MMA-Kämpfern als die hohe Kunst angesehen.

Möglicherweise irritiert es, dass die Kämpfe in einem Käfig stattfinden. Doch das hat seine Gründe: Fände MMA im Ring statt, könnte man rausfallen oder -geworfen werden. Im MMA werden die Kämpfe durch Judowürfe vom Stand in den Boden verlagert. Um ehrlich zu sein, bin ich ein Freund von Boxringen. Doch jeder, der davon spricht, der Käfig steigere die Brutalität der Kämpfe, weiß nicht, was er redet.

Leser-Kommentare
    • Olly66
    • 23.06.2009 um 17:57 Uhr

    Der Autor beschreibt die edle Seite der MMA, die nicht gleichbedeutend mit der UFC-Serie sind.
    Sinnfällig wurde dieser ästhetische Aspekt etwa bei den Siegen der BJJ-Legende Royce Gracie.

    Es gibt aber auch die dreckige Seite: Etwa, dass man dem Gegner, der am Boden liegt, noch auf den Kopf treten darf.
    Kämpfer, die mehr als 5 Jahre "Karriere" im Käfig hinter sich haben, haben einen zerschundenen und verschlissenen Körper. Man vergleiche mit dem kerngesunden Henry Maske!

    Der Autor mag fleißig trainieren, aber er ist keine "Rampensau", die im Käfig ihre Haut zu Markte trägt. Sonst würde er die Dinge kritischer sehen!

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    "Es gibt aber auch die dreckige Seite: Etwa, dass man dem Gegner, der am Boden liegt, noch auf den Kopf treten darf."

    dem UFC-Regelwerk ist zu entnehmen:

    nicht erlaubt ist u.a.:

    14. Kicking the head of a grounded opponent.
    15. Kneeing the head of a grounded opponent.
    16. Stomping a grounded opponent.

    Ist es tatsächlich zu viel verlangt, sich zu informieren, bevor man einen Kommentar hinterlässt?

    Es ist unbestritten, dass die MMA-Kämpfer in aller Regel von ihren Kämpfen gezeichnet sind. Ringen und Boxen führen nun mal ab einer gewissen Härte zu Spuren am Kopf und im Gesicht (Kohlohren, Boxernase). Aber da macht die MMA keinen Unterschied zu anderen harten Kampfsportarten. Henry Maske ist meiner Meinung nach kein geeignetes Beispiel, gerade weil er kaum auffällige Veränderungen im Gesicht zu verzeichnen hat. Typischerweise sieht das auch bei Boxern seiner Gewichtsklasse ganz anders aus. Darüber hinaus geht es hier bei weitem nicht nur um die aktiven Jahre im MMA, ein Kämpfer fängt schon Jahre/Jahrzehnte vorher mit intensivem Training (in anderen Kampfsportarten) an und wird bereits dadurch "gezeichnet". Aber ok, für Schönheitköniginnen eignet sich MMA nun man nicht.

    bitte mal UFC 1-3 anschauen und dann nochmal überdenken wie ästhetisch Royce Gracie gekämpft hat.

    Die Aussage Tritte an den Kopf eines am Boden liegenden Gegners seien erlaubt zeigt wie tiefgreifend die Kenntnisse über diesen Sport sind, da dies definitiv nicht erlaubt ist und zumeist einen sofortigen Kampfabbruch zur Folge hat.

    Im allgemeinen ist jedes Argument das der werte User von sich gibt in die Tonne zu treten.

    "Es gibt aber auch die dreckige Seite: Etwa, dass man dem Gegner, der am Boden liegt, noch auf den Kopf treten darf."

    dem UFC-Regelwerk ist zu entnehmen:

    nicht erlaubt ist u.a.:

    14. Kicking the head of a grounded opponent.
    15. Kneeing the head of a grounded opponent.
    16. Stomping a grounded opponent.

    Ist es tatsächlich zu viel verlangt, sich zu informieren, bevor man einen Kommentar hinterlässt?

    Es ist unbestritten, dass die MMA-Kämpfer in aller Regel von ihren Kämpfen gezeichnet sind. Ringen und Boxen führen nun mal ab einer gewissen Härte zu Spuren am Kopf und im Gesicht (Kohlohren, Boxernase). Aber da macht die MMA keinen Unterschied zu anderen harten Kampfsportarten. Henry Maske ist meiner Meinung nach kein geeignetes Beispiel, gerade weil er kaum auffällige Veränderungen im Gesicht zu verzeichnen hat. Typischerweise sieht das auch bei Boxern seiner Gewichtsklasse ganz anders aus. Darüber hinaus geht es hier bei weitem nicht nur um die aktiven Jahre im MMA, ein Kämpfer fängt schon Jahre/Jahrzehnte vorher mit intensivem Training (in anderen Kampfsportarten) an und wird bereits dadurch "gezeichnet". Aber ok, für Schönheitköniginnen eignet sich MMA nun man nicht.

    bitte mal UFC 1-3 anschauen und dann nochmal überdenken wie ästhetisch Royce Gracie gekämpft hat.

    Die Aussage Tritte an den Kopf eines am Boden liegenden Gegners seien erlaubt zeigt wie tiefgreifend die Kenntnisse über diesen Sport sind, da dies definitiv nicht erlaubt ist und zumeist einen sofortigen Kampfabbruch zur Folge hat.

    Im allgemeinen ist jedes Argument das der werte User von sich gibt in die Tonne zu treten.

  1. 2. falsch

    "Es gibt aber auch die dreckige Seite: Etwa, dass man dem Gegner, der am Boden liegt, noch auf den Kopf treten darf."

    dem UFC-Regelwerk ist zu entnehmen:

    nicht erlaubt ist u.a.:

    14. Kicking the head of a grounded opponent.
    15. Kneeing the head of a grounded opponent.
    16. Stomping a grounded opponent.

    Ist es tatsächlich zu viel verlangt, sich zu informieren, bevor man einen Kommentar hinterlässt?

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf "Die eine Seite"
  2. Diese vermeindliche "dreckige Seite" gibt es eben nicht.
    Tritte gegen den Kopf sind nach dem Regelwerk der UFC verboten.
    Tritte auf den Kopf erst recht.
    Und mit Henry Maske ausgerechnet einen Boxer anzuführen, der jeglichem Schlagabtausch aus dem Weg ging, nun ja...
    Wenn sich die Gefährlichkeit der Mixed Martial Arts belegen ließe, dann wohl in Statistiken. Fakt ist, es hat noch keine Todesfälle nach offiziellen MMA Veranstaltungen gegeben. Fälle von schweren Behinderungen und bleibenden Schäden sind ebenfalls keine bekannt. Wie der Autor korrekt schreibt, ist die Anzahl der Treffer durch Schläge pro Kampf drastisch geringer, als dies im Boxen der Fall ist.
    Frage, wieviel Tote gab es als direkte Folge Schlagwirkungen im BOXSPORT?
    Sie werden wohl einige zählen können. Es waren sogar soviele, dass sich die Boxsportverbände gezwungen sahen, ihr Regelwerk zu ändern.
    Zum Schluss noch ein Beispiel:
    Mensch vergleiche mit dem (leider) nicht mehr kerngesunden Muhammad Ali, oder schaue sich den nicht mehr vorhandenen Nasenrücken von Sven Ottke an....
    Roemer

    Eine Leser-Empfehlung
  3. Ein Polizeibeamter, der eine sportliche Perversion zum edlen Rittergefecht umwidmet, wirkt schon sehr merkwürdig.

    Mal ehrlich, haben wir nicht genug Brutalität in unserer Gesellschaft? Müssen wir wirklich diesem organisierten Voyeurismus eine Bühne geben?

    Nun hat uns der Autor belehrt, wer diesen edlen Sport kritisiert, versteht nichts davon. Der Kritiker hat keine Ahnung. So einfach ist das.

    Der Vergleich mit anderen Sportarten verbietet sich. Denn die meisten Sportarten sind reformbedürftig und einer menschlichen Zivilisation unwürdig. Fußball und Handball an vorderster Stelle. Dort werden Fouls mit einer gelben Karte oder einer Zeitstrafe geahndet, die im normalen Alltag mindestens für eine Bewährungsstrafe ausreichen würden. Schwerste Verletzungen der Gegner werden ohne Gewissensbisse einkalkuliert. Fairen Mitspielern wird fehlender Biß attestiert.

    Gleichzeitig beklagt die Gesellschaft eine Zunahme von Brutatilität und Grausamkeit.

    Doch auch in seinen fachlichen Argumenten sollte sich der Autor nicht zu sicher fühlen. Auch die Boxer haben inzwischen das Aufgeben gelernt. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht: Vor dem Hirn hat sich wahrscheinlich der Geschäftssinn durchgesetzt. Ethische Bedenken lassen wir sowieso außen vor.

    Natürlich ist das Käfigboxen keine wilde Prügelei. Doch das vermeintliche Argument für sauberen Sport wird schnell zum Eigentor. Denn beim Käfigboxen geht es um ein systematisches Einprügeln auf den Gegner. Anders ließen sich keine Wirkungstreffer erzielen.

    Durch den Bezug auf Judo soll wohl eine gewisse Seriösität hergestellt werden. Doch hier sei angemerkt, gerade Judo ist das schlechteste aller Beispiele für die Reinwaschung des Käfigsports. Denn kaum eine andere Kampfsportart ist wie Judo auf reine Selbstverteidigung ausgerichtet. Die systematische Verletzung des Gegners ist dem Judoka fremd.

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    • oldsql
    • 24.09.2011 um 1:31 Uhr

    Verletzungen gibt es beim Sport, besonders beim Kampfsport immer und zu sagen, dass man dies beim MMA, denn so heißt der Sport, fördere, ist schlichtweg absurd. Wenn Sie sich mit dem Thema genauer beschäftigen würden und dazu zählt auch das kompetente Lesen des Artikels, erkennen Sie , dass Schläge und Tritte nur einen Teil der Möglichkeiten zum Sieg ausmachen. Des Weiteren ist Judo nun mal ein Bestandteil im MMA und nicht wie sie behaupten zur "Reinwaschung" dazu geholt worden. Die meisten Judoka sind heute auf den Wettkampf ausgerichtet, Judo als Selbstverteidigung wird nur selten gelehrt und wenn dann widerspricht dies ja nicht dem MMA. Hier geht es um den Vergleich zweier Sportler bei Nutzung verschiedenster Kampfsportarten und außerhalb des Oktagons können sich die Kämpfer zur Not ebenfalls verteidigen, denn es ist nicht so, als seien dies pöbelende Schläger, wenn sie dies implizieren wollten.
    Außerdem ist Judo nur eine Kampfsportart im MMA, da es auch noch Ringen, Luta Livre, Sambo etc.. gibt.

    • oldsql
    • 24.09.2011 um 1:31 Uhr

    Verletzungen gibt es beim Sport, besonders beim Kampfsport immer und zu sagen, dass man dies beim MMA, denn so heißt der Sport, fördere, ist schlichtweg absurd. Wenn Sie sich mit dem Thema genauer beschäftigen würden und dazu zählt auch das kompetente Lesen des Artikels, erkennen Sie , dass Schläge und Tritte nur einen Teil der Möglichkeiten zum Sieg ausmachen. Des Weiteren ist Judo nun mal ein Bestandteil im MMA und nicht wie sie behaupten zur "Reinwaschung" dazu geholt worden. Die meisten Judoka sind heute auf den Wettkampf ausgerichtet, Judo als Selbstverteidigung wird nur selten gelehrt und wenn dann widerspricht dies ja nicht dem MMA. Hier geht es um den Vergleich zweier Sportler bei Nutzung verschiedenster Kampfsportarten und außerhalb des Oktagons können sich die Kämpfer zur Not ebenfalls verteidigen, denn es ist nicht so, als seien dies pöbelende Schläger, wenn sie dies implizieren wollten.
    Außerdem ist Judo nur eine Kampfsportart im MMA, da es auch noch Ringen, Luta Livre, Sambo etc.. gibt.

  4. betreibt dieser Beitrag eines merkwürdigen Polizeibeamten. Dass es bisher erst weniger schwere Verletzung als beim Bosen gab, liegt schlicht und einfach daran, dass viel weniger Leute MMA betreiben als Boxen. Und nur dass es unter Amateuren unblutiger zugeht, als bei der UFC, liegt ja ohnehin auf der Hand. Ich finde es gut, dass Herr Henneberger diese Meinung vertritt, kann sie aber nicht in Gänze nachvollziehen.

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    • oldsql
    • 24.09.2011 um 1:35 Uhr

    Zunächst hat der Sport MMA den Boxsport auf der Popularitätsskala längst überholt und dazu gehört eben auch, dass es mehr Leute gibt, die MMA ausüben. Schauen Sie sich doch in den USA, Kanada, Japan und Brazilien um, dann sehen Sie wie unglaublich schnell der Sport wächst. Der Wechsel einiger Spitzensportler, oftmals Olympioniken, zum MMA trägt dazu ebenfalls bei.
    Und dann sollten Sie nicht nur die absoluten Zahlen betrachten, sondern vor allem die relativen, dann erkennen Sie, dass die Gleichung immer noch aufgeht! Daran ist nichts verharmlost.

    • oldsql
    • 24.09.2011 um 1:35 Uhr

    Zunächst hat der Sport MMA den Boxsport auf der Popularitätsskala längst überholt und dazu gehört eben auch, dass es mehr Leute gibt, die MMA ausüben. Schauen Sie sich doch in den USA, Kanada, Japan und Brazilien um, dann sehen Sie wie unglaublich schnell der Sport wächst. Der Wechsel einiger Spitzensportler, oftmals Olympioniken, zum MMA trägt dazu ebenfalls bei.
    Und dann sollten Sie nicht nur die absoluten Zahlen betrachten, sondern vor allem die relativen, dann erkennen Sie, dass die Gleichung immer noch aufgeht! Daran ist nichts verharmlost.

  5. Ich finde es fair, dass die ZEIT eine Gegenstimme zu Wort kommen lässt - allzu oft fehlt mir die "andere Seite" gerade bei emotionalen Themen völlig. Hier wurde sie zugelassen und das ist lobenswert.

  6. So muss eine freiheitlich liberale Zeitung aussehen! Mehr kontroverse Meinungen!

    Ich finde die Todesfall statistik sehr überzeugend. Rein objektiv scheint boxen signifikant gefährlicher zu sein als die bösen "Käfigkämpfe".
    "Aber geboxt haben sie doch schon immer..." ist warscheinlich das beste argument der Käfig Gegner und Box-Beführworter. Der Käfigkämpfer passt einfach nicht in das Bild des noblen Kämpfers (zu dem die Boxer stilisiert werden).

    Wenn man nicht generell gegen Kampfsport ist sollte man sich erst mal informieren bevor hier mit bildzeitungsähnlichen Argumenten (korfstroem, Olly66) wild polemisiert...

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    • Olly66
    • 24.06.2009 um 10:47 Uhr

    zunächst mal:
    MMA ist nicht kongruent mit UFC. Es gibt MMA-Veranstaltungen mit differentem Regelwerk.
    Auszug aus Vale Tudo:
    "Erlaubt waren und sind in MMA-/Vale-Tudo-/Free-Fight-Kämpfen neben Schlag- und Tritttechniken auch Knie- und oft auch Ellenbogentechniken bis hin zu Kopfstößen. Selbst Stampftritte zum Kopf eines am Boden liegenden Gegners sind beim Vale Tudo zumeist nicht verboten."

    So, und nun zu ihrer Grundschulauffassung von Statistik:
    Die Aussage, es habe bei der UFC weniger Todesfälle gegeben als beim Boxen, ist ein Punch (oder Kick) ins Gesicht jedes intelligenten Menschen.
    Hier stehen drei UFC-Kämpfen dreihunderttausend Boxkämpfe gegenüber. Die absolute Zahl ist durch die Veranstaltungsfrequenz zu dividieren.

    Ich kenne hier keine verlässlichen Daten, aber was Herr Henneberg betreibt ist Polemik. Es wäre, als würde er sagen, in Norwegen sind die Autofahrer tausend mal besser als in Deutschland, weil es in Norwegen tausend mal weniger Verkehrstote gibt.

    "So lügt man mit Statistiken" von Walter Krämer.

    • Olly66
    • 24.06.2009 um 10:47 Uhr

    zunächst mal:
    MMA ist nicht kongruent mit UFC. Es gibt MMA-Veranstaltungen mit differentem Regelwerk.
    Auszug aus Vale Tudo:
    "Erlaubt waren und sind in MMA-/Vale-Tudo-/Free-Fight-Kämpfen neben Schlag- und Tritttechniken auch Knie- und oft auch Ellenbogentechniken bis hin zu Kopfstößen. Selbst Stampftritte zum Kopf eines am Boden liegenden Gegners sind beim Vale Tudo zumeist nicht verboten."

    So, und nun zu ihrer Grundschulauffassung von Statistik:
    Die Aussage, es habe bei der UFC weniger Todesfälle gegeben als beim Boxen, ist ein Punch (oder Kick) ins Gesicht jedes intelligenten Menschen.
    Hier stehen drei UFC-Kämpfen dreihunderttausend Boxkämpfe gegenüber. Die absolute Zahl ist durch die Veranstaltungsfrequenz zu dividieren.

    Ich kenne hier keine verlässlichen Daten, aber was Herr Henneberg betreibt ist Polemik. Es wäre, als würde er sagen, in Norwegen sind die Autofahrer tausend mal besser als in Deutschland, weil es in Norwegen tausend mal weniger Verkehrstote gibt.

    "So lügt man mit Statistiken" von Walter Krämer.

  7. Großes Lob an die ZEIT, dass in dieser emotional, und leider oft sehr uninformiert geführten Diskussion beide Seiten zu Wort kommen dürfen.
    Dem MMA Brutalität vorzuwerfen und als positives Gegenbeispiel andere Kampfsportarten anzuführen halte ich für scheinheilig. Fakt ist doch, dass dem Kampfsport in jedem Fall ein gewisses Maß an Brutalität inne wohnt - beim Boxen haben wir uns in den vielen Jahren einfach daran gewöhnt, dass zwei Athleten sich gegenseitig die Birne weich prügeln und empfinden es deswegen als weniger brutal.

    Eine Leser-Empfehlung

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