Weltraum Der Mond ruft!

In der Nacht hat die US-Weltraumbehörde Nasa gleich zwei Sonden zum Mond geschickt. Sie sollen ihn vermessen, nach Wasser suchen und eine bemannte Mission vorbereiten

"Zurück zum Mond!", lautet das erklärte Ziel der US-Weltraumbehörde. Gleich im Doppelpack will die Nasa den Erdtrabanten zurückerobern und den Planeten neu auskundschaften. Heute Nacht zwischen 23.12 Uhr und 23.32 Uhr deutscher Zeit starten daher zwei Sonden auf einer Atlas-V-Rakete vom Kennedy Space Center in Florida gen Mond.

Lange Zeit hat die Nasa den Erdtrabanten schlichtweg unbeachtet gelassen. Jetzt, 40 Jahre nachdem Neil Armstrong als erster Mensch dessen Oberfläche betrat und seine berühmten Worte sprach, entdeckt die US-Weltraum- behörde den Mond wieder. Kein Wunder: Viel weiß der Mensch nicht über den Himmelskörper, der uns so nah ist wie kein zweiter. Selbst vom Mars gebe es bessere Landkarten, heißt es bei der Nasa.

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Der Ausflug ins All wird für eine Sonde mit einem gewaltigen Wumms enden: Der Lunar Crater Observing and Sensing Satellite (LCROSS) wird im Oktober in einem Kamikazeflug knallhart auf der Mondoberfläche aufschlagen. Die Sonde soll so möglicherweise die Existenz von gefrorenem Wasser auf dem Mond bestätigen.

Dieser Webcast der Nasa stellt die Mission der beiden Mondsonden vor (Das Video ist in englischer Sprache.)

Wie das funktioniert? Kurz vor dem Absturz wird sich LCROSS von einem Teil der Atlasrakete trennen, die ihn in den Orbit befördert hat. Die Raketenstufe wird gezielt auf einen Mondkrater ausgerichtet, um dann mit 9000 Stundenkilometern auf die Oberfläche des Erdtrabanten zu stürzen. Das Geschoss löst eine zehn Kilometer hohe Staubwolke aus, die der LCROSS-Orbiter durchquert. Ehe die Sonde selbst durch ihren Aufprall pulverisiert wird, soll sie in der Wolke Daten sammeln und zur Erde funken. Forscher hoffen, dass die aufgewirbelten Partikel jene Moleküle enthalten, die eindeutig die Existenz von gefrorenem Wasser nachweisen.

Möglich wird dies, da weite Teile des Mondes in einem ständigen Schatten liegen. Hier herrschen Temperaturen unter minus 180 Grad Celsius. In den Kraterlandschaften, die von Kometeneinschlägen zeugen, soll LCROSS die Wasserspuren aufwirbeln. Denn diese, so die Hypothese, könnten die Jahrtausende unter dem Mondstaub überdauert haben. Schließlich erreichen keine Sonnenstrahlen die dunkle Seite des Mondes, um gefrorenes Wasser in Dampf aufzulösen.

Leser-Kommentare
    • PGMN
    • 18.06.2009 um 20:56 Uhr
    1. Nanu?

    Zunächst einmal:

    "Lange Zeit hat die Nasa den Erdtrabanten schlichtweg unbeachtet gelassen. Jetzt, 40 Jahre nachdem Neil Armstrong als erster Mensch dessen Oberfläche betrat und seine berühmten Worte sprach, entdeckt die US-Weltraumbehörde unseren Nachbarplaneten wieder."

    "Nachbarplanet" ist in diesem Zusammenhang falsch.

    Ein Planet wird von der IAU definiert als ein Objekt, welches hydrostatisches Equilibrium aufrechterhält ("rund" ist), seinen Orbit von Planetesimalen (Asterioden) gesäubert hat und Gravitativ zur Sonne gebunden ist. Der Mond erfüllt das letzte Kriterium nicht. Ich schlage vor, einfach "Satellit" zu schreiben.

    Ansonsten ein sehr guter Artikel.

    Eine weitere Erforschung des nahen Sonnensystems wird uns nicht nur spannende neue Erkenntnisse über das nahe All vermitteln, sondern auch interessante neue Technologien zutage fördern. Die NASA tut gut an ihrer Entscheidung. Ich denke, es wäre auch für die ESA keine schlechte Idee, sich entweder bei der NASA zu beteiligen oder ein eigenes Mondprogramm mit dem Ziel, einen Menschen auf unseren Trabanten zu platzieren, auf die Beine zu stellen

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    Redaktion

    Liebe(r) PGMN,

    Sie haben Recht und deswegen schreibe ich ganz schlicht Mond. Danke für den Hinweis und Grüße,

    Sven Stockrahm

    Volontär Wissen, ZEIT ONLINE

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  1. Redaktion

    Liebe(r) PGMN,

    Sie haben Recht und deswegen schreibe ich ganz schlicht Mond. Danke für den Hinweis und Grüße,

    Sven Stockrahm

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    Antwort auf "Nanu?"
  2. mal den Mann im Mond nicht so richtig nervt, dann weiß ich auch nicht mehr weiter.

  3. dass wir Europäer ständig hinter den Amis herhinken wenn es um die Erforschung des Weltalls zur Besiedlung geht. Stattdessen werden Millionen verschleudert um tote Konzerne künstlich am Leben zu halten (Atomkraft, Kohleabbau, Landwirtschaft in ungeeigneten Gebieten, Opel,...).

    Scheinbar gibt es hier keine Visionäre mehr. Aber was will man von Politikern erwarten die mit Lobbyisten, den schlimmsten Zecken neben Bank-/Versicherungsmanagern, ins Bett gehen....

    • maddus
    • 18.06.2009 um 22:16 Uhr

    "Möglich wird dies, da weite Teile des Mondes in einem ständigen Schatten liegen. Hier herrschen Temperaturen unter minus 180 Grad Celsius. [...]
    Schließlich erreichen keine Sonnenstrahlen die dunkle Seite des Mondes, um gefrorenes Wasser in Dampf aufzulösen."

    Also, ich bin mir ziemlich sicher, dass es auch auf dem Mond Tag und Nacht gibt, dauern zusammen zwar einen Monat, und deshalb werden solche Temperaturen vielleicht sogar erreicht. Aber es gibt nirgends auf dem Mond einen ständigen Schatten und schon gar keine "dunkle Seite". Ausser bei Pink Floyd...

  4. Redaktion

    ...die dunklen Flecken auf dem Mond gibt es sehr wohl: In den Kraterlandschaften der Polarregion ist es dauerhaft schattig. Die Nasa erklärt es etwas ausführlicher

    Grüße und gute Nacht,
    Sven Stockrahm

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  5. Redaktion

    ...zu den Schattenseiten des Mondes, findet sich hier. Im Übrigen könnte der Start der Atlas V Rakete verschoben werden, da eine Gewitterfront über der Startrampe liegt...

    ...abwarten. Grüße,

    Sven Stockrahm

    Volontär Wissen, ZEIT ONLINE

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    Hallo Sven Stockrahm, ein schoener Artikel ! Sie sind ein gutes Beispiel dafuer, dass volontaere besser am Ball bleiben, als manch festangestellter ;-)

    Bleibt zu erwaehnen, dass das neue interesse am mond (s. 1. Kommentar) mit Erfahrungsgewinn fuer die weltraumkolonisation zusammenhaengt. Die ISS ist ja nett - aber der mond bietet endlos standfeste oberflaeche + allerlei verwertbare ressourcen.
    Darueber hinaus bietet er sich wegen seiner geringen gravitatstionskraft als spaceport fuer weitreichendere missionen an...

    Hallo Sven Stockrahm, ein schoener Artikel ! Sie sind ein gutes Beispiel dafuer, dass volontaere besser am Ball bleiben, als manch festangestellter ;-)

    Bleibt zu erwaehnen, dass das neue interesse am mond (s. 1. Kommentar) mit Erfahrungsgewinn fuer die weltraumkolonisation zusammenhaengt. Die ISS ist ja nett - aber der mond bietet endlos standfeste oberflaeche + allerlei verwertbare ressourcen.
    Darueber hinaus bietet er sich wegen seiner geringen gravitatstionskraft als spaceport fuer weitreichendere missionen an...

  6. Hallo Sven Stockrahm, ein schoener Artikel ! Sie sind ein gutes Beispiel dafuer, dass volontaere besser am Ball bleiben, als manch festangestellter ;-)

    Bleibt zu erwaehnen, dass das neue interesse am mond (s. 1. Kommentar) mit Erfahrungsgewinn fuer die weltraumkolonisation zusammenhaengt. Die ISS ist ja nett - aber der mond bietet endlos standfeste oberflaeche + allerlei verwertbare ressourcen.
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