Iran Machtkampf zwischen Irans alten Revolutionären
Der eine mobilisiert die Massen, der andere zieht hinter den Kulissen die Strippen. Mussawi und Rafsandschani sind Männer der ersten Stunde der islamischen Revolution
Der eine war zweimaliger Ministerpräsident in den achtziger Jahren, der andere zweimaliger Präsident in den neunziger Jahren. Beide schälen sich nun heraus als die zentralen Gegenspieler von Ajatollah Ali Chamenei, die seiner Macht tatsächlich gefährlich werden können. Mir Hussein Mussawi hat in der vergangenen Woche in Teheran an einem Tag drei Millionen Menschen auf die Straße gebracht, die "Tod dem Diktator" skandierten und Chamenei meinten.
Hashemi Rafsandschani ist Vorsitzender des 88-köpfigen Expertenrates, der den Obersten Religionsführer aus dem Amt jagen kann. Beide fehlten beim Freitagsgebet in der Teheraner Universität. Und an beide adressierte Chamenei in seiner 90-minütigen Kampfpredigt ungeschminkte Warnungen. Mussawi drohte er mit Verhaftung, falls seine Anhänger weiter gegen das "glorreiche" Wahlergebnis von Präsident Mahmud Ahmadineschad protestieren.
Rafsandschani ließ er öffentlich wissen, er habe mit ihm "in vielen Punkten" Meinungsunterschiede. Schließlich hatte Chameneis Zögling Ahmadineschad im Wahlkampf in einer Fernsehdebatte Rafsandschani und seine Familie als korrupt bezeichnet. Der Angegriffene forderte in einem Brief an Chamenei vergeblich eine öffentliche Richtigstellung. Niemand habe ihn der finanziellen Korruption bezichtigt, säuselte jetzt der Oberste Religionsführer in seiner Predigt an die Nation, um dann unter Hochrufen des handverlesenen Publikums hinzuzufügen, "doch die Standpunkte des Präsidenten stehen mir näher".
Seitdem sind die Fronten klar und der Machtkampf in Teheran ist so auf die Spitze getrieben wie noch nie zuvor in der dreißigjährigen Geschichte der Islamischen Republik. Noch nie war die staatstragende Elite so tief gespalten. Noch nie sind die Erben Chomeinis so erbittert aufeinander losgegangen.
Spätestens seit vergangenem Freitag geht es um den ideologischen Kern der iranischen Theokratie: Hat der Oberste Religionsführer in allen wichtigen Fragen das letzte Wort oder nicht? Chamenei erklärte in seiner Rede an die Nation das Thema Präsidentschaftswahl für definitiv beendet. Mussawi beharrte in seiner Internetantwort auf Neuwahlen und Rafsandschani fuhr offenbar nach Qom, um die Haltung der mächtigen Klerikerelite auszuloten. Seine Töchter feuerten derweil auf den Straßen die Demonstranten der Reformer an.
Innerhalb von Wochen verwandelte die "grüne Welle" Mussawi von einem farblosen Systeminsider zu einem politischen Idol der iranischen Jugend. Vor drei Monaten noch fuhr der spröde 67-Jährige jeden Morgen in sein Büro in der iranischen Kunstakademie und war vielleicht einigen Kennern der Nordteheraner Galerienszene als passabler Maler bekannt.
Praktisch über Nacht nach der Wahl sah sich der ehemalige Hardliner nun an die Spitze einer Generation gespült, die Chomeini nur noch von Fotos kennt, für die der Krieg gegen Saddam Hussein ferne Geschichte ist und die im Cyberspace über Facebook, Twitter und Mails ihren ganzen Frust über das gegängelte Leben in ihrer Heimat hinausposaunt. Die Erwartungen und Hoffnungen, die Mussawi auf sich zieht, sind so breit und divers wie seine Anhängerschaft – und sie gehen längst über einen Wechsel im Präsidentenamt hinaus.
- Datum 28.06.2009 - 10:50 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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... es geht immer nur um die persönliche Macht dieser Potentaten. Unter dem Mantel der Religion halten sie die Massen ignorant und lassen sie auf den Straßen kämpfen und sich gegenseitig totschlagen. Sie selbst bleiben sicher im Hintergrund. Das Volk merkt nie, wie es angeführt wird. Sowie sie einen Diktator abgesetzt haben, suchen sie sich sofort einen neuen.
> Sowie sie einen Diktator abgesetzt haben, suchen sie sich sofort einen neuen. <
Das "Problem" ist aber der "Religionsstaat". Das alleine ist schon eine Art Diktatur. Nur was der Religionsführer zulässt ist zulässig. Da bleibt meist nicht viel zu suchen übrig. Erst wenn es eine Trennung von Religion und Staat geben würde könnte man Richtung Demokratie gehen. Aber das scheint mir beinahe unmöglich.
Gruß, Bernd
*** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***
> Sowie sie einen Diktator abgesetzt haben, suchen sie sich sofort einen neuen. <
Das "Problem" ist aber der "Religionsstaat". Das alleine ist schon eine Art Diktatur. Nur was der Religionsführer zulässt ist zulässig. Da bleibt meist nicht viel zu suchen übrig. Erst wenn es eine Trennung von Religion und Staat geben würde könnte man Richtung Demokratie gehen. Aber das scheint mir beinahe unmöglich.
Gruß, Bernd
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Wann wachen wir endlich auf?
Die westlichen Geheimdienste haben von langer
Hand geplant, den Iran zu destabilisieren und
dann über eine politische Marionette an das Öl
und die schon im PNAC festgeschriebene Neu-
Ordnung des Nahen Ostens zu kommen.
Aber es merkt keiner - und das ist nicht nur
traurig sondern auch äußerst tragisch!
gut, dass zumindest sie erkannt haben, wie der hase laeuft.
Oha und das wissen sie woher ? Haben Sie Quellen ?
gut, dass zumindest sie erkannt haben, wie der hase laeuft.
Oha und das wissen sie woher ? Haben Sie Quellen ?
Man muss dieser altende parassiten der an die macht kleben und die religion missbrauchen fur immer vernischten.Dieser Ayatollah und mullahs muss man eliminieren und im müll der geschischte vertreiben. Nur dann ist die welt viel mehr sicher,Obama?wehr ist Obama!BUSH muss er der ist immer der richtig gewesen.
oder doch eher Kriegsgewinnler ?
Das sind genau die Vokabeln, mit denen die Machthaber die Opposition bekämpfen.
Willkommen im Club der Diktatoren lieber Mitläufer1it
oder doch eher Kriegsgewinnler ?
Das sind genau die Vokabeln, mit denen die Machthaber die Opposition bekämpfen.
Willkommen im Club der Diktatoren lieber Mitläufer1it
gut, dass zumindest sie erkannt haben, wie der hase laeuft.
http://www.youtube.com/wa...
das ist fake, oder?
das ist fake, oder?
oder doch eher Kriegsgewinnler ?
Nehmen wir einmal an, die Wahlen im Iran hätten tatsächlich zu den Ergebnissen geführt, wie sie offiziell vorliegen (Moussavi selbst hat danach auch in der relativ gebildeten Provinz Teheran "nur" 3,3 Mio Stimmen bekommen hat, Ahmadinejad dagegen 3,8 Mio.).
Nehmen wir ferner an, dass es dabei, wenn überhaupt, "nur" zu unwesentlichen Manipulationen gekommen sei und in den 30 Provinzen des Landes (ausgeommen West-Azerbaidschan und Sistan-Belutschistan) wirklich deutlich mehr als die Hälfte der Iraner für Ahmedinejad gestimmt hätten.
1. Wären demzufolge dann die Wahlen im Iran im Prinzip nicht weniger "demokratisch" abgelaufen als im "aufgeklärten" Westen, wo man Leute wie Bush z.B. zweimal hintereinander gewählt hat - mit all den bekannten Folgen. Von Leuten wie Berlusconi etc. ganz zu schweigen...
2. Und auch wenn man nicht ohne Weiteres die verschiedenen politischen Verhältnisse miteinander vergleichen kann: Müsste man dann nicht trotzdem das Prinzip der Demokratie grundsätzlich in Frage zu stellen?
3. Wenn nicht, müsste man dann dem Iran nicht schlicht raten, sich im demokratischen Prozess mehr Zeit zu lassen und eben auf die nächsten Wahlen zu setzen?
> Sowie sie einen Diktator abgesetzt haben, suchen sie sich sofort einen neuen. <
Das "Problem" ist aber der "Religionsstaat". Das alleine ist schon eine Art Diktatur. Nur was der Religionsführer zulässt ist zulässig. Da bleibt meist nicht viel zu suchen übrig. Erst wenn es eine Trennung von Religion und Staat geben würde könnte man Richtung Demokratie gehen. Aber das scheint mir beinahe unmöglich.
Gruß, Bernd
*** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***
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