Staatshaushalt Kabinett billigt neue Rekordschulden
Der Etatplan bis 2013 und damit die höchste Neuverschuldung in der Geschichte der Bundesrepublik ist beschlossene Sache. Finanzminister Steinbrück sieht keine Alternative

© John MacDougall/AFP/Getty Images
Der Finanzminister, dem die Finanzen fehlen: Die Opposition hält Peer Steinbrück, der die Pläne für die Neuverschuldung vorlegen will, für einen "unverantwortlichen Trickser"
Das Bundeskabinett hat den Haushaltsentwurf für das nächste Jahr und die Finanzplanung bis 2013 gebilligt. Die Pläne von Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) sehen bis 2013 neue Schulden in Höhe von 310 Milliarden Euro vor. Allein für 2010 sind zusätzliche Kredite von 86,1 Milliarden Euro geplant. Das ist die mit Abstand größte Neuverschuldung, die es je in der bundesdeutschen Geschichte gab. Sie könnte am Ende auch über 100 Milliarden Euro liegen, wenn Kosten aus dem Konjunkturpaket und Bankenrettungsfonds Soffin zu Buche schlagen. Die Verabschiedung der endgültigen Etatpläne ist aber Sache des neuen Regierungsbündnisses nach den Wahlen im Herbst.
Vor der Kabinettssitzung hatte Steinbrück seinen Entwurf als alternativlos verteidigt. Die darin angesetzte Neuverschuldung 2010 ist "einmalig und bleibt hoffentlich auch einmalig". In der aktuellen Wirtschaftslage, der schlimmsten Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, sei die Regierung gezwungen "einfach antizyklisch dagegen anzufinanzieren über Maßnahmen, die hoffentlich den Arbeitsmarkt stabilisieren und das Wachstum wieder ankurbeln". Das könne man derzeit nur über neue Kredite machen. Alles andere, wie etwa Ausgabenkürzungen oder höhere Steuern würde die Krise nur noch verschärfen.
Angesichts dieser Rekordneuverschuldung sieht Steinbrück die nächste Bundesregierung vor einer finanzpolitischen Mammutaufgabe. Die neue Regierung werde sich ganz darauf konzentrieren müssen, die Vorgaben der Schuldenbremse zu erfüllen und auf den Pfad der Haushaltskonsolidierung zurückzukehren.
Auch auf mittlere Sicht geht Steinbrück davon aus, dass die Neuverschuldung wegen der Wirtschaftskrise exorbitant hoch bleiben wird. Bis ins Jahr 2013 hinein erwartet er, dass der bisherige Neuverschuldungsrekord von Ex-Finanzminister Theo Waigel von rund 40 Milliarden Euro für 1996 regelmäßig überschritten wird. Steuererhöhungen schloss der Minister deshalb erneut aus: "Gerade jetzt in der Krise verbieten sich Debatten über Steuererhöhungen."
Der Finanzminister rechnet damit, dass die EU spätestens Anfang 2010 ein Defizitverfahren gegen Deutschland auf den Weg bringen wird. "Dann werden wir erklären müssen, wie wir auf drei Prozent zurückkommen werden." Auf Basis der aktuellen Konjunkturprognosen sei damit erst 2013 oder 2014 zu rechnen. Der Euro-Stabilitätspakt erlaubt eine Neuverschuldung von maximal drei Prozent vom Bruttoinlandsprodukt (BIP). Die EU-Finanzminister vereinbarten aber bereits im vergangenen Jahr, wegen der Krise den Stabilitätspakt flexibler zu handhaben.
Die Tatsache, dass die Große Koalition in ihrem vorerst letzten Etatentwurf eine derart hohe Verschuldung ausweisen wird, hat die Opposition erwartungsgemäß scharf kritisiert. Der Vorsitzende des Haushaltsausschusses im Bundestag, der FDP-Politiker Otto Fricke, sprach vom Scheitern einer Koalition, die immer wieder auf Ausgabensteigerung gesetzt habe. Ohne konkrete Einsparungen zu nennen, versuche die Regierung sich um unangenehme Antworten "herumzumogeln". Die milliardenschwere Minderausgabe des Bundes bezeichnete Fricke als "Luftbuchungen, die den nächsten Regierungen und unseren Kindern schwer im Magen liegen werden".
Die Linken-Haushälterin Gesine Lötzsch warf Union und SPD vor, bereits jetzt "die Grundlagen für die Steuererhöhungen der nächsten Legislaturperiode" zu legen, ohne den Bürgern dies vor der Bundestagswahl klar zu sagen. Der Grünen-Haushälter Alexander Bonde sprach von einer "Insolvenz", die Steinbrück mit dem Etatentwurf anmelde. Die globale Minderausgabe bis 2013 sei ein Offenbarungseid. Der Finanzminister von der SPD setze damit seine "unverantwortlichen Tricksereien" auch in seinem haushalterischen Vermächtnis fort.
- Datum 24.06.2009 - 15:34 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 17
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... scheitern gern auch schon an der Zwei.
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat seinen mit Rekordschulden verbundenen Etatentwurf für das nächste Jahr als alternativlos verteidigt.
hat haushaltpolitisch versagt. Das ist so auch wenn der Artikel suggerieren will, das dies Steinbrücks Problem ist und Merkel mit bad news nie was zu tun hat.
Allerdings wird es mir wohl ewig ein Rätsel bleiben, wie Merkel und die CDU es 4 Jahre lang hinbekommen haben sich die Rosinen rauszupicken und alle schlechten Nachrichten der SPD zuzuschreiben. Entweder ist das die einzige wirkliche politische Leistung von Merkel, oder es ist einfach eine natürliche Stärke von Fähnchen im Wind...
Allerdings wird es mir wohl ewig ein Rätsel bleiben, wie Merkel und die CDU es 4 Jahre lang hinbekommen haben sich die Rosinen rauszupicken und alle schlechten Nachrichten der SPD zuzuschreiben. Entweder ist das die einzige wirkliche politische Leistung von Merkel, oder es ist einfach eine natürliche Stärke von Fähnchen im Wind...
Allerdings wird es mir wohl ewig ein Rätsel bleiben, wie Merkel und die CDU es 4 Jahre lang hinbekommen haben sich die Rosinen rauszupicken und alle schlechten Nachrichten der SPD zuzuschreiben. Entweder ist das die einzige wirkliche politische Leistung von Merkel, oder es ist einfach eine natürliche Stärke von Fähnchen im Wind...
zeigt es deutlich. Da gibt es eine Rekordverschuldung des Bundes und der Name wer dies als Kanzler zu veantworten hat, taucht namentlich nicht auf. So funktionieren die geneigten Medien. Überall gibt es heute diese Meldung und Frau Merkel hat damit nirgendwo zu tun. Man könnte denken die Parteizentrale gibt Artikel frei, ist aber eher unwahrscheinlich, da dies die persönlichen Freundinnen Friede und Liz dies geräuschlos erledigen.
denn er hat anno 2005 die neue Regierungsmannschaft verhandelt und sich damit gebrüstet, dass die SPD alle wichtigen Ministerien abbekommen hat. Die wichtigen sind in der Krise aber auch zu den unbeliebten mutiert. Ein Pyrrhussieg, von denen der Gerd (im Nachhinein betrachtet) einige abgefasst hat: Kosovo, Afghanistan, Holzmann, Lafontaine, Hartz I, Hartz II, Hartz III, Hartz IV, Kreditverbriefung, Unternehmenssteuerreform). Die SPD wird es ihm auf immer danken, also höchstens noch zehn Jahre. Dann ist der Spuk vorbei.
zeigt es deutlich. Da gibt es eine Rekordverschuldung des Bundes und der Name wer dies als Kanzler zu veantworten hat, taucht namentlich nicht auf. So funktionieren die geneigten Medien. Überall gibt es heute diese Meldung und Frau Merkel hat damit nirgendwo zu tun. Man könnte denken die Parteizentrale gibt Artikel frei, ist aber eher unwahrscheinlich, da dies die persönlichen Freundinnen Friede und Liz dies geräuschlos erledigen.
denn er hat anno 2005 die neue Regierungsmannschaft verhandelt und sich damit gebrüstet, dass die SPD alle wichtigen Ministerien abbekommen hat. Die wichtigen sind in der Krise aber auch zu den unbeliebten mutiert. Ein Pyrrhussieg, von denen der Gerd (im Nachhinein betrachtet) einige abgefasst hat: Kosovo, Afghanistan, Holzmann, Lafontaine, Hartz I, Hartz II, Hartz III, Hartz IV, Kreditverbriefung, Unternehmenssteuerreform). Die SPD wird es ihm auf immer danken, also höchstens noch zehn Jahre. Dann ist der Spuk vorbei.
In der grauenhaften Mel Brooks Klamotte „Die Geschichte der Welt“ erscheinen zur Epoche Ludwig XVI. zwei Marktschreier im Film. Ihre Ausrufe auf dem Markt lauten:
Impoverished Paris Street Merchant: "Rats, rats for sale. Get your rats. Good for rat stew, rat soup, or the ever-popular ratatouille."
Other Street Merchant: "Nothing, I have absolutely nothing for sale!"
Ich muss ganz ehrlich sagen, es ist wircklich sehr schwer ein so korruptes Land wie Deutschland irgendwo in der Welt zu finden und ich glaube das die einzigste Lösung die man da hat ist deutsche Unternehmen im Ausland häufiger vor Gericht zu bringen.
... tatsächlich kaum eine Wahl. Eine Rezession (freundlich ausgedrückt) wie die derzeitige Krise ist nur ein anderes Wort für Geldmangel, was wiederrum nur ein anderes Wort für Kreditmangel ist, denn Geld kommt nur durch Kredite in Umlauf.
Würde er jetzt anfangen zu sparen, würde das die Rezession beschleunigen, denn sowohl Wirtschaft wie auch Privatleute sind derzeit nicht bereit Kredite aufzunehmen (oder bekommen schlicht keine).
Wäre er intelligent und würde was vom Geldsystem verstehen, hätte er es wie die Amis gemacht und nicht nur das Geld direkt über Firmenkredite in den Markt gepumpt (anstatt es den Banken zum spekulieren zu geben), sondern er würde sogar noch viel mehr Schulden machen, damit die Realwirtschaft nicht noch mehr durchsackt. Die Auswirkungen, ua. erneut riesige Haushaltslöcher, sind so nämlich absehbar. Ich spekuliere sowieso auf eine Währungsreform im nächsten Jahrzehnt, also warum jetzt geizig sein? Investitionen (Bildung, Infrastruktur etc) überdauern auch die größte Schuldenkrise und bilden eine stabile Basis für die Zukunft. Obama hat das verstanden.
Kann ein Staat quasi "Pleite" werden?
Oder ist das ein Ding der Unmöglichkeit. Bin für eine Antwort dankbar.
Kann er(!), aber fragen sie mich nicht wie...
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Gib einem Menschen alles, was er sich wünscht, und im gleichen Moment wird
alles nicht alles sein.
(IMMANUEL KANT)
Staatsbankrott
z.B. Argentinien 2002
Kann er(!), aber fragen sie mich nicht wie...
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Staatsbankrott
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