USA - Iran: Obamas heikler Balanceakt mit Iran
Er will der iranischen Opposition den Rücken stärken und gleichzeitig die herrschenden Islamisten nicht verprellen: Der US-Präsident braucht diplomatisches Geschick

© Gary Fabiano-Pool/Getty Images
US-Präsident Obama sieht sich einem schwierigen Balanceakt zwischen Opposition und Regierung gegenüber
Iran werde zu Präsident Obamas Nagelprobe, hieß es gleich nach seiner Wahl am 4. November 2008. Doch damals hatte man vor allem die Nuklearpläne im Blick und fürchtete, das Regime in Teheran könnte schon Ende 2009 "atomwaffenfähig", also in der Lage sein, binnen kurzer Zeit menschheitsvernichtende Bomben zu bauen.
Die Nagelprobe ist schon jetzt eingetreten, mit der Präsidentschaftswahl in Iran, mit dem Aufstand von Hunderttausenden gegen das merkwürdige Ergebnis – und mit den ebenso brachialen wie undurchsichtigen Manövern der vielfältigen Machthaber.
Wie Obama jetzt darauf antwortet, wie er den nach größeren Freiheiten lechzenden Iranern den Rücken stärkt, ohne gleichzeitig den immer noch mächtigen Theokraten in den Rücken zu fallen – davon wird sehr viel abhängen: die allmähliche Befreiung Irans von der Diktatur, eine Atompolitik mit Augenmaß, das Austrocknen der Nachschubwege für Hamas und Hisbollah, der Frieden im Mittleren Osten insgesamt.
Obama hat die Regierung in Teheran gemahnt, die Menschenrechte zu achten, sich aber bisher nicht in den Machtkampf eingemischt. Sein Widersacher im Wahlkampf, der republikanische Senator John McCain, hat ihm deshalb vorgeworfen, die Nagelprobe völlig verpatzt zu haben. Zu zaghaft stelle sich Obama hinter die iranische Opposition. Und seine Bemerkung, Präsident Achmadineschad und sein Herausforderer Mussawi würden sich am Ende wahrscheinlich gar nicht so riesig in ihren Positionen unterscheiden – diese Bemerkung sei geradezu verheerend. Mancher fordert Amerikas Präsidenten auf, doch jetzt noch einmal in die islamische Welt zu fliegen und an der Grenze zu Iran eine Rede für die Freiheit zu halten.
In der Tat war Obamas Äußerung zumindest ungeschickt. Denn innenpolitisch trennt die beiden Kontrahenten einiges. Auf Mussawi richten sich die Hoffnungen all jener, die eine andere Wirtschaftspolitik wollen, die sich nach Rede-, Presse- und Versammlungsfreiheit sehnen – und nach Gleichberechtigung von Männern und Frauen. Die Revolte in den Großstädten ist auch und gerade ein Aufstand vieler Iranerinnen.
Gleichwohl: außenpolitisch hat Obama wohl Recht. Wie Achmadineschad, so würde auch Mussawi an den Atomplänen festhalten. Die Zentrifugen drehten sich weiter und Iran wäre bald im Besitz von genug spaltbarem Material für ein bis zwei, vielleicht sogar drei Atombomben. Und ob Mussawi gegenüber Israel einlenken würde, steht dahin. Bei Lichte betrachtet wäre es wahrscheinlich weit schwieriger, eine internationale Koalition gegen einen beliebten iranischen Reformpräsidenten zu schmieden als gegen einen verhassten Diktator.





Zitate:
Wir erleben gerade das Ende einer
räuberischen Epoche.
Barak Obamas Meinung interessiert gerade
noch das Feuilleton.
Schön wärs!
Gruß Kohlmeise
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Heute ist übrigens der Geburtstag
von ca. 1/365 der Menschheit.
Grund zu feiern, find ich!
wird Barack Obama nicht weit kommen, befürchte ich. Damit wird er nur auf der Stelle treten.
Klare Worte sind vonnöten, und zwar nicht nur von Seiten der USA sondern von allen demokratischen Regierungen der Welt. Denen jedoch hat es anscheinend vollends die Sprache verschlagen -- -- aber von ihren Bürgern verlangen sie, daß sie eintreten für Gerechtigkeit und Demokratie..... daß ich nicht lache!
Sehr positiv finde ich von Obama, daß er sich nicht unnötig in den inneriranischen Prozeß einmischt. Es reicht völlig aus, wenn er die Meinungsfreiheit im Iran fördert - was ein Menschenrecht ist - indem er den Twitter-Dienst unterstützt. Nur das iranische Volk selbst kann über seine Zukunft bestimmen!
Und nicht diese Kaugummi kauende Überheblichkeit!
Die israelisch-amerikanische Propaganda versucht hartnäckig, aus dem iranischen Volk, das Jahrhunderte Spielball diverser Einmischungen und Vergewaltigungen war, ein Volk von Parias zu machen. Was ja bisher stets die Vorstufe zur Bombardierung war.
Nach der Epoche, in der die Amis nach dem Sturz von Mossadeq ihren Quisling Pahlewi dort das Volk drangsalieren ließen, versuchten sie nach dessen Vertreibung mit Hilfe ihres damaligen Angestellten Saddam Hussein in einem militärischen Abenteuer die iranischen Ölfelder am Shatt el Arab und damit die wirtschaftliche Basis des Landes zu erobern.
Wobei die Amis den Irak, die Israelis hingegen den Iran mit ausreichend Waffen vorsorgten, um die beiden regionalen Konkurrenten um die Hegemonie möglichst nachhaltig zu paralysieren.
In jener Zeit der Umbrüche gaben sich die Iraner eine Verfassung, die größtmögliche innere Stabilität gewährleisten sollte und auf den kulturellen Traditionen der Nation fußte. Das diffamierte "Mullah-Regime" bezieht dabei übrigens seine demokratische Legitimation aus Verfahren, die sicherlich nicht dubioser sind als das us-amerikanische Wahlrecht.
Gerade ein Us-Präsident hat vor diesem Hintergrund nicht den Hauch einer Berechtigung, sich in innere Angelegenheiten des Iran einzumischen.
Die amerikanische Plutokratie, die seit mehr als einem Jahrhundert parasitierend und brandschatzend den Globus nach und nach unbewohnbar macht, hat sich zwar in den letzten Jahren halbherzig bei den Indianern und vor wenigen Tagen auch bei den Schwarzen für Mord, Ausbeutung, Raub und Sklaverei entschuldigt.
Anstehen würde aber endlich die Bitte an die Völker Südamerikas, Asiens und Afrikas um Generalabsolution. Aber nicht diese ahistorische tröge Besserwisserei und moralische Überhebung des gegenwärtigen Repräsentanten der Us-Plutokratie über die ehemaligen Opfer.
"Die israelisch-amerikanische Propaganda versucht hartnäckig, aus dem iranischen Volk, das Jahrhunderte Spielball diverser Einmischungen und Vergewaltigungen war, ein Volk von Parias zu machen. Was ja bisher stets die Vorstufe zur Bombardierung war."
Ganz schwierig mit Jahrhunderten der Geschichte zu argumentieren. Alexander der Große schrieb z.B. über das Perserjoch, das sein Volk erleiden musste.
Ich wundere mich wieder einmal über die Redaktion, dass sie das Junktim "amerikanisch-israelisch" so durchgehen lässt. Fehlt nur noch CIA/Mossad, wie gehabt. Sie sind offenbar ein Forist höherer Ordnung und haben Narrenfreiheit.
Ich kenne genügend Iraner seit vielen Jahren, um zu einer anderen Einschätzung zu kommen.
Es ist doch häufig die Gruppe mit badischen Wurzeln, die d und t sowie p und b verwechselt ("Päbstin:-)))))))))))))) )
Legastheniker sind Sie ja wohl nicht;)
"Die israelisch-amerikanische Propaganda versucht hartnäckig, aus dem iranischen Volk, das Jahrhunderte Spielball diverser Einmischungen und Vergewaltigungen war, ein Volk von Parias zu machen. Was ja bisher stets die Vorstufe zur Bombardierung war."
Ganz schwierig mit Jahrhunderten der Geschichte zu argumentieren. Alexander der Große schrieb z.B. über das Perserjoch, das sein Volk erleiden musste.
Ich wundere mich wieder einmal über die Redaktion, dass sie das Junktim "amerikanisch-israelisch" so durchgehen lässt. Fehlt nur noch CIA/Mossad, wie gehabt. Sie sind offenbar ein Forist höherer Ordnung und haben Narrenfreiheit.
Ich kenne genügend Iraner seit vielen Jahren, um zu einer anderen Einschätzung zu kommen.
Es ist doch häufig die Gruppe mit badischen Wurzeln, die d und t sowie p und b verwechselt ("Päbstin:-)))))))))))))) )
Legastheniker sind Sie ja wohl nicht;)
"Die israelisch-amerikanische Propaganda versucht hartnäckig, aus dem iranischen Volk, das Jahrhunderte Spielball diverser Einmischungen und Vergewaltigungen war, ein Volk von Parias zu machen. Was ja bisher stets die Vorstufe zur Bombardierung war."
Ganz schwierig mit Jahrhunderten der Geschichte zu argumentieren. Alexander der Große schrieb z.B. über das Perserjoch, das sein Volk erleiden musste.
Mit etwas publizistischem Geschick sollte es doch gelingen, die so luftig geschlagene Brücke von Ahmadinejad zu Hitler bis zu Darius und Xerxes zu verlängern.
Dann bekommen die geklitterten Zitate vom Ahmadinejad noch einen fast biblischen Rückbezug.
Jeder Marathonlauf wird dann künftig mit einer Gedenkminute gegen den iranischen Faschismus eingeleitet.
Den Einwohnern von Thermopilai zahlen die Perser selbstverständlich fortan Entschädigung. Alle paar jahre wird dafür eine neue Begründung erfunden. Wär doch gelacht, oder?
Derweil reichen die letzten 50 Jahre auch.
Ist ja eh der Zeitraum, in dem kollektive Opferideologien erst so richtig Früchte tragen.
Es sieht so aus, als hätten im Jemen ein paar Verblendete realisiert, was sie in den Holliwood-Aussendungen gelernt haben. Mit dem üblichen Halleluja, verzückten Gesten und ohne jede Sensibilität für ihre Gastrolle wollten sie anscheinend die Wilden dort im Norden des Landes an die überlegene westliche Zivilisation anflanschen.
Ohne jedes Unrechtsbewusstsein freilich. Wahrscheinlich mit ebenso wenig, wie es diejenigen besaßen, die ihnen die Gurgel durchgeschnitten haben.
Käme ein Protestant in Hinterhugeldupfing, tief in Bayern, auf die Idee, im Wirtshaus die Rückständigkeit des katholischen Geisterglaubens anzuprangern, würden die Eingeborenen an ihm archaische Bräuche praktizieren.
Nicht anders der schlacksige Heiland als Vertreter des Landes, der den Iranern noch wenigstens die Entschuldigung für die 500.000 Kriegstoten des 1. Golfkrieges schuldet. Inklusive derer, die durch das Giftgas von American Lafarge ums Leben kamen. Direktorin der Firma damals pikanter Weise: Hillary Clinton.
Im Gegensatz zu den Amerikanern und Zeit-Lesern wissen das die Iraner.
Das macht die aufgeblasene Einmischung Obamas noch degoutanter.
Ich denke, dass es weder den Iran noch den Rest der Welt (mit Ausnahme des Korrespondenten) heftig interessiert, was der amerikanische Präsident zu einem Problem in einem Land meint, von dem geschätzte 75% seiner Untertanen nicht mal auf 10.000km genau wissen, wo es überhaupt liegt.
Sie wissen vermutlich, daß Iran die Nr. 2 der OPEC- Staaten ist, und daß die VR China, die im Iran große strategische Ölreserven besitzt, die technischen Entwicklungen im Nuklearbereich der Iraner unterstützt.
Im Iran treten sich mehr oder weniger die Weltmächte USA und China auf die Zehen und das sollte Obama ungerührt lassen ? Also das glauben Sie ja selbst nicht.
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