Fußball in den USA Den Präsidenten und den Gouverneur zum Fan
Nur zart wächst die Liebe der Amerikaner zum Soccer. Doch dank immenser politischer Unterstützung darf das Land hoffen, zum zweiten Mal Gastgeber einer WM zu werden
© Mandel Ngan/AFP/Getty Images

Hooliganismus made in USA: Präsident Obama schaut bei einem Fußballmatch mit seiner Tochter Sasha zu - in nicht ganz sportartgerechter Klamotte
Arnold Schwarzenegger hörte die Stimmen. Anfang Juni war sich der Gouverneur von Kalifornien sicher, den Jubel vieler Millionen amerikanischer Fußballfans deutlich vernehmen zu können. In einer Ansprache machte der ehemalige Hollywoodstar dem Volk die amerikanische Bewerbung für die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 oder 2022 schmackhaft. Der ehemalige Bodybuilder Schwarzenegger verwies auf seine eigenen Fußball-"Erlebnisse" in seiner österreichischen Heimat und verblüffte so manchen Insider. "In Österreich sind Querverbindungen zwischen Arnold Schwarzenegger und dem Fußball gänzlich unbekannt", erklärt Reinhard Krennhuber, Chefredakteur des Wiener Fußballmagazins ballesterer, "sodass man seinen Einsatz mit Verwunderung zur Kenntnis nehmen muss".
Beim amerikanischen Fußballverband (U. S. Soccer Federation) sieht man das anders. "Gouverneur Schwarzenegger versteht es ausgezeichnet zu führen und zu begeistern", sagt Verbands-Pressechef Neil Buethe und ergänzt: "Er spielt eine wichtige Rolle für unsere Bewerbung." Klingt gut. Aber auch der Gedanke, dass bei Schwarzeneggers Engagement für den Soccer, wie der Fußball in Amerika genannt wird, vor allem standortpolitische Gründe entscheidend sind, drängt sich auf. Schwarzeneggers Wahlheimat Kalifornien stellt sechs der insgesamt fünfundvierzig Stadien, die der US-Verband in dieser Woche für die WM-Bewerbung ausgewählt hat.
Neben Schwarzenegger, dessen Finanzpolitik gerade einer Blockade ausgesetzt ist, wirbt auch US-Mannschaftskapitän Landon Donovan für die zweite Austragung einer WM in den Vereinigten Staaten nach 1994. Donovan fiel zwar zuletzt bei Bayern München durch, ist aber als fünffacher "Fußballer des Jahres" für die Kampagne unverzichtbar. Prominente Gesichter wird es brauchen, es gibt viele Konkurrenten, etwa Australien, England, Katar, Indonesien, Japan, Russland und der sportliche Erzrivale Mexiko. "Die erneute Ausrichtung der Weltmeisterschaft wäre eine großartige Gelegenheit, die kontinuierlich gute Entwicklung des Fußballs zu dokumentieren”, sagt Neil Buethe, "wenn man das größte Sportereignis der Welt ins Land holen kann, wirkt sich das immer positiv auf die Menschen aus".
Auch US-Präsident Barack Obama weiß um den Motivationsschub, den der lange mit Verachtung der Medien gestrafte Soccer dem Land bringen kann. Im Frühjahr wandte sich Obama in einem Brief an den Fifa-Boss Joseph Blatter, in dem er auf die immens hohe Bedeutung der Weltmeisterschaft für die USA verwies. Obama ließ außerdem wissen, dass er in seiner Jugend selbst auf den staubigen Straßen von Jakarta Fußball gespielt habe und dass er in Chicago bei den Spielen seiner Tochter "Zeuge eines großartigen Teamgeistes werden durfte".
Unabhängig von diesen bedeutungsschweren Worten hat der Fußball in Amerika in den letzten Jahren einen leichten Aufschwung genommen. Zur Schärfung des Profils trug die glänzend inszenierte Ankunft des englischen Superstars David Beckham bei Los Angeles Galaxy im Januar 2007 bei. Der Mittelfeldspieler kassierte bei seinem Wechsel von Real Madrid in die amerikanische Major League Soccer (MLS) für einen Fünf-Jahres-Vertrag die gigantische Summe von 190 Millionen Euro. Beckhams Ankündigung, er wolle "in den Staaten etwas bewegen", klang wie bei Schwarzenegger zunächst wenig glaubwürdig. Zudem brachte Beckhams Intermezzo beim AC Mailand in diesem Jahr die großen Pläne der US-Fußballvermarkter im Frühjahr ernsthaft ins Wanken.
- Datum 29.09.2009 - 18:54 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Fußball ist in den USA groß. Allerdings nur für Kids - fast alle spielen es. Die guten Läufer wechseln zum Football. Daran kränkelt die der Profi-Fußball.
So ist das nun mal bei beschränken Ressourcen. Verinnerlichen Sie das endlich.
--
seufz
Wenn kleine Nationen wie die Portugiesen immer wieder Weltklassespieler hervorbringen und eine immerhin mittelstarke Nationalelf haben gibt es keinen Grund warum ein Gigant wie die USA mit über 300 Millionen Einwohnern das nicht zustande bringt.
Es ist halt so dass Mannschaftssport in den USA anders gelebt wird. Zum Beispiel wachsen Amerikaner mit Football auf, und die Rolle des Football Teams jeder Schule ist wirklich so groß wie man das aus amerikanischen Teenie-Filmen kennt. Oder auch die Regeln, bei American Football gibt es viele Spielpausen und dergleichen. Es ist nicht auf Spannung und Schnelligkeit in dem Sinne wie Fußball ausgelegt, so kann man entspannt zuschauen und sich nebenher mit Freunden oder Familie unterhalten und essen und trinken. Auch ist es für Amerikaner unerträglich dass es "Unentschieden" gibt, oder gar Spiele ohne ein einziges Tor. Und dann die ganzen Tricks wie melodramatische Grimassen bei Fouls damit der gegnerische Spieler möglichst eine Rote Karte erhält und dergleichen. Fußball gilt auch als eher langweiliges und anspruchsloses Spiel, während Football sehr komplex ist.
Außerdem ist die Macht von Schiedsrichtern beim Fußball weitaus größer. Und Fehlentscheidungen werden quasi nie aufgehoben.
Wenn kleine Nationen wie die Portugiesen immer wieder Weltklassespieler hervorbringen und eine immerhin mittelstarke Nationalelf haben gibt es keinen Grund warum ein Gigant wie die USA mit über 300 Millionen Einwohnern das nicht zustande bringt.
Es ist halt so dass Mannschaftssport in den USA anders gelebt wird. Zum Beispiel wachsen Amerikaner mit Football auf, und die Rolle des Football Teams jeder Schule ist wirklich so groß wie man das aus amerikanischen Teenie-Filmen kennt. Oder auch die Regeln, bei American Football gibt es viele Spielpausen und dergleichen. Es ist nicht auf Spannung und Schnelligkeit in dem Sinne wie Fußball ausgelegt, so kann man entspannt zuschauen und sich nebenher mit Freunden oder Familie unterhalten und essen und trinken. Auch ist es für Amerikaner unerträglich dass es "Unentschieden" gibt, oder gar Spiele ohne ein einziges Tor. Und dann die ganzen Tricks wie melodramatische Grimassen bei Fouls damit der gegnerische Spieler möglichst eine Rote Karte erhält und dergleichen. Fußball gilt auch als eher langweiliges und anspruchsloses Spiel, während Football sehr komplex ist.
Außerdem ist die Macht von Schiedsrichtern beim Fußball weitaus größer. Und Fehlentscheidungen werden quasi nie aufgehoben.
Wenn kleine Nationen wie die Portugiesen immer wieder Weltklassespieler hervorbringen und eine immerhin mittelstarke Nationalelf haben gibt es keinen Grund warum ein Gigant wie die USA mit über 300 Millionen Einwohnern das nicht zustande bringt.
Es ist halt so dass Mannschaftssport in den USA anders gelebt wird. Zum Beispiel wachsen Amerikaner mit Football auf, und die Rolle des Football Teams jeder Schule ist wirklich so groß wie man das aus amerikanischen Teenie-Filmen kennt. Oder auch die Regeln, bei American Football gibt es viele Spielpausen und dergleichen. Es ist nicht auf Spannung und Schnelligkeit in dem Sinne wie Fußball ausgelegt, so kann man entspannt zuschauen und sich nebenher mit Freunden oder Familie unterhalten und essen und trinken. Auch ist es für Amerikaner unerträglich dass es "Unentschieden" gibt, oder gar Spiele ohne ein einziges Tor. Und dann die ganzen Tricks wie melodramatische Grimassen bei Fouls damit der gegnerische Spieler möglichst eine Rote Karte erhält und dergleichen. Fußball gilt auch als eher langweiliges und anspruchsloses Spiel, während Football sehr komplex ist.
Außerdem ist die Macht von Schiedsrichtern beim Fußball weitaus größer. Und Fehlentscheidungen werden quasi nie aufgehoben.
Die neue Stadien sind viel zu klein für eine Weltmeisterschaft. Wenn die WM noch einmal in den USA stattfinden würde, würde sie in den selben Stadien als 1994 gespielt, d.h. die Football-Stadien.
Wo bleibt die Erwähnung der starken Frauen-Nationalmannschaft?
Immerhin hat diese bei fünf WM-Teilnahmen zwei mal den Titel geholt und bei den anderen drei Turnieren jeweils das Spiel um Platz Drei gewonnen.
In der "Ewigen WM-Tabelle" sind sie sogar Spitzenreiter vor Deutschland, siehe Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/w...
Wenn schon von einem "Aufschwung" im Artikel die Rede ist, sollte das Frauenteam nicht unerwähnt bleiben!
Ich finde man kann den Stellenwert von Fußball in den USA auch im Internet erkennen - so ist z.B. auf NBCSports.com Fußball als vorletzter Punkt vor "Andere Sportarten" aufgeführt. :-)
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