Patientenverfügung Selbstbestimmung auch im Sterben
Menschenwürde auch am Ende des Lebens: Das Gesetz über die Patientenverfügungen schafft mehr Rechtsklarheit. Es löst aber nicht alle Probleme. Ein Kommentar

©Peter Endig/dpa
Die Selbstbestimmung des Patienten gilt künftig auch auf der Intensivstation - selbst wenn er sich nicht mehr äußern kann
Kann man Leben und Sterben bis ins Letzte rechtlich regeln, auch in den Grenzbereichen der Medizin? Diese schwierige ethische Frage begleitete die jahrelange Debatte über die Patientenverfügungen bis zum Schluss. Und doch befand am Ende eine überraschend klare Mehrheit im Bundestag, dass man dem Willen des Einzelnen, über sein eigenes Ende selbst zu bestimmen, durch ein Gesetz Verbindlichkeit geben sollte. Und das aus gutem Grund.
Denn viele Menschen schreckt die Vorstellung, irgendwann einmal schwer krank oder nach einem Unfall bewusstlos an Maschinen angeschlossen zu sein, die sie am Leben erhalten – ohne selbst noch entscheiden zu können, ob sie dies wollen, oder ob sie lieber dem Sterben seinen Lauf lassen würden. Neun Millionen Deutsche haben deshalb bereits eine Verfügung unterschrieben, in der sie im Vorhinein bestimmen, ob und in welchen Fällen Ärzte die Behandlung fortsetzen sollen oder nicht.
Nur konnten sie sich bisher nicht darauf verlassen, dass dies – wenn es darauf ankommt – tatsächlich gilt. Denn im Zweifelsfall, wenn etwa keine Angehörigen da sind, die auf die Einhaltung pochen, entschieden dann doch die Ärzte oder Gerichte. Und dies sehr unterschiedlich.
Das Gesetz, das nun nach intensiver, leidenschaftlicher Debatte angenommen wurde, schafft hier weitgehende Rechtsklarheit. Danach gilt grundsätzlich die Patientenverfügung, wenn sie schriftlich verfasst ist. Liegt keine Verfügung vor oder trifft sie erkennbar auf die konkrete Krankheitssituation nicht zu, sollen ein Betreuer und der Arzt den mutmaßlichen Willen des Patienten ermitteln. Die Betroffenen können sich also weit stärker darauf verlassen, dass ihr Wille in Zukunft auch dann wirklich zählt, wenn sie sich selbst nicht mehr äußern können. Das wird noch mehr Menschen ermuntern, Vorkehrung für den Fall der Fälle zu treffen und ebenfalls eine Patientenverfügung zu verfassen.
Dennoch lässt das Gesetz eine Reihe von Fragen offen. Denn falls keine schriftliche Festlegung vorliegt und Arzt und Betreuer sich nicht einigen können, werden wohl auch in Zukunft Vormundschaftsgerichte entscheiden müssen. Und auch dann, wenn die schriftliche Verfügung den konkreten Fall gerade nicht regelt.
Bedenklicher noch ist jedoch, dass die Verfügung auch dann gelten soll, wenn die Krankheit nicht mit Bestimmtheit zum Tode führen wird. Natürlich ist es das gute Recht eines jeden zu entscheiden – auch im Vorhinein –, wie viele Schmerzen er am Ende ertragen will und welche Behandlung, zum Beispiel mit künstlicher Ernährung oder Beatmung, er sich zumuten möchte. Die Würde des Menschen ist hier auch die Würde des Patienten. Aber wer kann als medizinischer Laie schon überblicken, ob er nicht auch nach einer schweren Krankheit oder Verletzung ein Leben in Würde fortsetzen könnte? Die Grenzen zur (passiven) Sterbehilfe sind hier durchaus fließend.
Ratsam wäre deshalb, dass sich jeder, bevor er eine Patientenverfügung verfasst, von einem Arzt seines Vertrauens eingehend beraten lässt. Dies sieht das Gesetz nicht vor. Und die Verfügung sollte in Abständen überprüft und gegebenenfalls erneuert werden. Denn der Wille des Menschen kann sich ändern – genauso wie die medizinischen Möglichkeiten.
- Datum 18.06.2009 - 19:49 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Ein guter Tag für die Menschenrechte, und ein schlechter Tag für den Frankenstein-Komplex. So nenne ich das Streben vieler Ärzte, dem Tod, selbst wenn er als Erlöser willkommen ist, soviel an Leben wie nur möglich abzuringen, auch wenn Würde und Selbstbestimmung dabei auf der Strecke bleiben. Der prometheischen Hybris solcher Frankenstein-Ärzte wurde ein Dämpfer verpasst. Die BRD, verglichen mit Benelux und der Schweiz in punkto Sterbehilfe ein Entwicklungsland, hat immerhin einen kleinen Schritt vorwärts gemacht und wir Deutschen müssen uns nun etwas weniger schämen!
... wäre es nicht schlimmer, wenn die Ärzte nicht alles tun würden, um einen am Leben zu halten? Die Medizin ist schließlich auch nur ein Handwerk und wie der Kfz-Mechaniker Autos repariert, repariert der Mediziner den Körper (bitte nicht zu wörtlich nehmen)...
Ärzte sind keine "Übermenschen", warum sollen sie über Tod und Leben entscheiden? Zumal die Ärzte selber diese Entscheidungen bestimmt nicht gerne treffen würden.
Von daher find ich mehr Recht zur Selbstbestimmung durchaus positiv, Menschen sollten die Möglichkeit haben über ihr eigenes Leben zu entscheiden.
mfg
f.zillo
ist nun wirklich nicht mehr rational argumentiert.
Es tut mir wirklich leid, so unverschämt zu sein und Ihnen vorzuwerfen, daß Sie von der Realität offenbar relativ unberührt sind. Ihre Äußerungen beziehen sich auf die seltenen aber dann oft extrem von den Medien breitgetretenen Ausnahmefälle. Die Realität ist, daß in den allermeisten Fällen die Angehörigen nicht die Verantwortung auf sich nehmen, den Kranken einfach zu Hause sterben zu lassen, sondern die Maschinerie in Gang setzen, daß dann der Notarzt gerufen wird und der Patient, nachdem er u.U. reanimiert wurde, intubiert und beatmet auf der Trage liegt; im Anschluß wird dann mit der Patientenverfügung gewedelt und behauptet "das habe man ja nicht gewollt". Und Sie verlangen dann von den Ärzten und Pflegekräften, die Beatmungsmaschine abzustellen und den Menschen durch eine aktive Handlung umzubringen? Ich schlage vor, daß all die Menschen, die sich über die gegenwärtige Vorgehensweise in einer Grauzone, die aber allen beteiligten eine gewisse Luft zum Atmen gelassen hat, erheben, selbst aktiv tätig werden und all diesen "selbstbestimmten Todeswilligen" den Strom abdrehen. Ich will damit nicht bestreiten, daß es Auswüchse gibt, ich behaupte nur, daß sie selten sind und noch seltener, wenn man den Fall dann vesucht zu verstehen und nicht durch das Retrospektoskop zu beurteilen.
... wäre es nicht schlimmer, wenn die Ärzte nicht alles tun würden, um einen am Leben zu halten? Die Medizin ist schließlich auch nur ein Handwerk und wie der Kfz-Mechaniker Autos repariert, repariert der Mediziner den Körper (bitte nicht zu wörtlich nehmen)...
Ärzte sind keine "Übermenschen", warum sollen sie über Tod und Leben entscheiden? Zumal die Ärzte selber diese Entscheidungen bestimmt nicht gerne treffen würden.
Von daher find ich mehr Recht zur Selbstbestimmung durchaus positiv, Menschen sollten die Möglichkeit haben über ihr eigenes Leben zu entscheiden.
mfg
f.zillo
ist nun wirklich nicht mehr rational argumentiert.
Es tut mir wirklich leid, so unverschämt zu sein und Ihnen vorzuwerfen, daß Sie von der Realität offenbar relativ unberührt sind. Ihre Äußerungen beziehen sich auf die seltenen aber dann oft extrem von den Medien breitgetretenen Ausnahmefälle. Die Realität ist, daß in den allermeisten Fällen die Angehörigen nicht die Verantwortung auf sich nehmen, den Kranken einfach zu Hause sterben zu lassen, sondern die Maschinerie in Gang setzen, daß dann der Notarzt gerufen wird und der Patient, nachdem er u.U. reanimiert wurde, intubiert und beatmet auf der Trage liegt; im Anschluß wird dann mit der Patientenverfügung gewedelt und behauptet "das habe man ja nicht gewollt". Und Sie verlangen dann von den Ärzten und Pflegekräften, die Beatmungsmaschine abzustellen und den Menschen durch eine aktive Handlung umzubringen? Ich schlage vor, daß all die Menschen, die sich über die gegenwärtige Vorgehensweise in einer Grauzone, die aber allen beteiligten eine gewisse Luft zum Atmen gelassen hat, erheben, selbst aktiv tätig werden und all diesen "selbstbestimmten Todeswilligen" den Strom abdrehen. Ich will damit nicht bestreiten, daß es Auswüchse gibt, ich behaupte nur, daß sie selten sind und noch seltener, wenn man den Fall dann vesucht zu verstehen und nicht durch das Retrospektoskop zu beurteilen.
... wäre es nicht schlimmer, wenn die Ärzte nicht alles tun würden, um einen am Leben zu halten? Die Medizin ist schließlich auch nur ein Handwerk und wie der Kfz-Mechaniker Autos repariert, repariert der Mediziner den Körper (bitte nicht zu wörtlich nehmen)...
Ärzte sind keine "Übermenschen", warum sollen sie über Tod und Leben entscheiden? Zumal die Ärzte selber diese Entscheidungen bestimmt nicht gerne treffen würden.
Von daher find ich mehr Recht zur Selbstbestimmung durchaus positiv, Menschen sollten die Möglichkeit haben über ihr eigenes Leben zu entscheiden.
mfg
f.zillo
Natürlich ist die Frage der künstlichen Lebensverlängerung über den Punkt hinaus, an dem ein Patient sich äußern kann, eine hochproblematische Sache. Ich finde es nur merkwürdig, mit welchem Eifer meist _für_ lebensbeendende und _gegen_ lebenserhaltende Maßnahmen agitiert wird ( übrigens ähnlich auch im Falle der Spätabtreibungen), und wie wenig Aufmerksamkeit dem Problem der Unterlassung möglicher lebenserhaltender Maßnahmen, etwa aus Kostengründen, geschenkt wird.
Hierzu gab es vor einiger Zeit mal ein paar Berichte im Fernsehen: einer jungen Frau wurde eine lebensrettende regelmäßige Leberdialyse (sog. MARS-Methode) versagt, weil sie angeblich dafür nach dem Massnahmenkatalog der Kasse noch nicht krank genug war, und ein Krankenhaus das finanzielle Risiko nicht eingehen wollte. Siehe z. B.:
http://www.tagesspiegel.d...
("Tagesspiegel, "Dritte Seite", "Chronik eines schleichenden Todes", "Jan Schmitt", "11.9.2006")
Hier spielt wahrscheinlich auch der Einfluß einer jahrzehntelangen Agitation gegen die sog. "Schulmedizin", "Apparatemedizin" usw. eine Rolle - obwohl diese vielgescholtene Medizin nachweislich einer riesigen Zahl Menschen das Leben, gerettet, verlängert oder wieder lebenswert gemacht hat.
Also: eine Patientenverfügung _für_ lebensrettende Maßnahmen wäre vielleicht auch eine gute Sache, wird sich aber wahrscheinlich nicht gegen finanzielle Überlegungen durchsetzen können.
Es fragt sich natürlich auch, ob es humaner ist, z.B. einen Komapatienten langsam verhungern und verdursten zu lassen, als ihn aktiv zu töten.
Und es fragt sich, ob ein Patient, der als Gesunder sich für den Abbruch lebenserhaltender Maßnahmen augesprochen hat, als Schwerstkranker nicht einfach weiterleben möchte, ohne sich dazu noch äußern zu können ...
Fazit - das neue Gesetz zu beurteilen, fällt schwer - und es wird vielleicht niemals abzusehen sein, ob dieser "Fortschritt" nun mehr gute oder mehr böse Konsequenzen hat.
Vielleicht war die frühere "Grauzone" gar nicht so schlecht ...
Es fragt sich natürlich auch, ob es humaner ist, z.B. einen Komapatienten langsam verhungern und verdursten zu lassen, als ihn aktiv zu töten.
Möglicherweise, aber wem mutet man es zu, einem anderen aktiv das Leben zu nehmen? Das ist etwas sehr viel drastischeres, als jemanden einfach von der Hilfspflicht zu entbinden, wie einen Arzt. Ich finde nicht, dass man das jemandem zumuten kann.
Zum Thema muss ich schon mal auch für die Ärzte einspringen, da meiner Meinung nach immer etwas zu eindimensional ("Frankenstein-Komplex") gedacht wird: Ein guter Arzt sorgt sich auch für seine Patienten, will oder kann aber in manchen Fällen nicht das tun, was als richtig erscheint oder was er sogar als richtig ansehen würde.
Möglichkeit 1: Er sieht sich selbst verpflichtet, alles für den Patienten zu tun und das Leben zu erhalten, weil es seinen moralischen Vorstellungen entspricht und/oder er es "nicht über's Herz bringt" das Ende des Menschen zu entscheiden, egal was Verwandte sagen. (Davon ausgehend, dass es keine schriftliche Verfügung des Patienten gibt. Zudem er dann auch nicht wissen kann, ob die Verwandten nicht doch nur auf das Erbe aus sind, was ja auch möglich sein könnte.). Von Krankenhaus-Richtlinien/-Vorschriften mal ganz abgesehen.
Möglichkeit 2: Selbst wenn er der Meinung ist, dass es das Richtige wäre, vielleichtweil der Patient vorher mit ihm darüber geredet hat: Wer kann garantieren dass dann nicht die nächsten Verwandten kommen und ihn auf Teufel komm raus verklagen, weil sie die Meinung nicht teilen - oder einfach die Lücke im System ausnutzen wollen? Wir sind weiß Gott nicht in einer Zeit, in der von Anwälten kein Gebrauch genommen wird.
Ich sehe diese Hetze gegen die "Über"-Ärzte immer mit einem weinenden Auge und frage mich oft, ob diese Schlammschlacht wirklich nötig ist, denn mit der Realität hat das oft nichts zu tun. Natürlich gibt es schwarze Schafe unter den Ärzten, aber die kann man nicht generalisieren.
Letzten Endes finde ich es auch wichtig, dass die Rechte der Patienten und die Handlungsmöglichkeiten der Ärzte gleichermaßen durch die heutige Möglichkeit der Patientenverfügung verbessert wurden.
Es fragt sich natürlich auch, ob es humaner ist, z.B. einen Komapatienten langsam verhungern und verdursten zu lassen, als ihn aktiv zu töten.
Möglicherweise, aber wem mutet man es zu, einem anderen aktiv das Leben zu nehmen? Das ist etwas sehr viel drastischeres, als jemanden einfach von der Hilfspflicht zu entbinden, wie einen Arzt. Ich finde nicht, dass man das jemandem zumuten kann.
Zum Thema muss ich schon mal auch für die Ärzte einspringen, da meiner Meinung nach immer etwas zu eindimensional ("Frankenstein-Komplex") gedacht wird: Ein guter Arzt sorgt sich auch für seine Patienten, will oder kann aber in manchen Fällen nicht das tun, was als richtig erscheint oder was er sogar als richtig ansehen würde.
Möglichkeit 1: Er sieht sich selbst verpflichtet, alles für den Patienten zu tun und das Leben zu erhalten, weil es seinen moralischen Vorstellungen entspricht und/oder er es "nicht über's Herz bringt" das Ende des Menschen zu entscheiden, egal was Verwandte sagen. (Davon ausgehend, dass es keine schriftliche Verfügung des Patienten gibt. Zudem er dann auch nicht wissen kann, ob die Verwandten nicht doch nur auf das Erbe aus sind, was ja auch möglich sein könnte.). Von Krankenhaus-Richtlinien/-Vorschriften mal ganz abgesehen.
Möglichkeit 2: Selbst wenn er der Meinung ist, dass es das Richtige wäre, vielleichtweil der Patient vorher mit ihm darüber geredet hat: Wer kann garantieren dass dann nicht die nächsten Verwandten kommen und ihn auf Teufel komm raus verklagen, weil sie die Meinung nicht teilen - oder einfach die Lücke im System ausnutzen wollen? Wir sind weiß Gott nicht in einer Zeit, in der von Anwälten kein Gebrauch genommen wird.
Ich sehe diese Hetze gegen die "Über"-Ärzte immer mit einem weinenden Auge und frage mich oft, ob diese Schlammschlacht wirklich nötig ist, denn mit der Realität hat das oft nichts zu tun. Natürlich gibt es schwarze Schafe unter den Ärzten, aber die kann man nicht generalisieren.
Letzten Endes finde ich es auch wichtig, dass die Rechte der Patienten und die Handlungsmöglichkeiten der Ärzte gleichermaßen durch die heutige Möglichkeit der Patientenverfügung verbessert wurden.
ist nun wirklich nicht mehr rational argumentiert.
"Aber wer kann als medizinischer Laie schon überblicken, ob er nicht auch nach einer schweren Krankheit oder Verletzung ein Leben in Würde fortsetzen könnte?"
der gedanke, dass die bürger tatsächlcih mündig genug sein könnten auch entscheidungen über das eigen sterben fällen zu können, ohne von staat oder medien am gängelband geführt zu werrden, ist offenbar wirklich schwer zu ertragen.
herr greven, was bringt sie zu der überzeugung, dass der durchschnittlcihe verfasser einer patientenverfügung nicht im stande ist, informierte entscheidungen zu treffen? ist es das alte "was ich selber denk und tu"? oder ist die vorstellung eines mündigen bürgers, der sich selbständig informiert und abwägt, einfach zu ungeheuerlich?
...denn dann könnte man sehen, dass er das gleiche vorschlägt:
Benutzer: herr greven, was bringt sie zu der überzeugung, dass der durchschnittlcihe verfasser einer patientenverfügung nicht im stande ist, informierte entscheidungen zu treffen?
Artikelverfasser: Ratsam wäre deshalb, dass sich jeder, bevor er eine Patientenverfügung verfasst, von einem Arzt seines Vertrauens eingehend beraten lässt.
...denn dann könnte man sehen, dass er das gleiche vorschlägt:
Benutzer: herr greven, was bringt sie zu der überzeugung, dass der durchschnittlcihe verfasser einer patientenverfügung nicht im stande ist, informierte entscheidungen zu treffen?
Artikelverfasser: Ratsam wäre deshalb, dass sich jeder, bevor er eine Patientenverfügung verfasst, von einem Arzt seines Vertrauens eingehend beraten lässt.
Ob die Apparatemedizin besser oder schlechter ist als andere Lösungen, muss man bei diesem Thema gar nicht in Erwägung ziehen - Tatsache ist, dass beide Seiten - Medizinanbieter und Kunden - von ihr abhängig sind. Den Ärzten vorzuwerfen, sie würden nur aus Profitdenken oder Gleichgültigkeit unsinniges Leiden verlängern, vergisst zu berücksichtigen, dass es allzu oft die lieben Hinterbliebenen sind, die mit ihrer Unfähigkeit, Abschied zu nehmen, nach Kunstfehlern und unterlassenen "Rettungsmaßnahmen" forschen.
Es fragt sich natürlich auch, ob es humaner ist, z.B. einen Komapatienten langsam verhungern und verdursten zu lassen, als ihn aktiv zu töten.
Möglicherweise, aber wem mutet man es zu, einem anderen aktiv das Leben zu nehmen? Das ist etwas sehr viel drastischeres, als jemanden einfach von der Hilfspflicht zu entbinden, wie einen Arzt. Ich finde nicht, dass man das jemandem zumuten kann.
Zum Thema muss ich schon mal auch für die Ärzte einspringen, da meiner Meinung nach immer etwas zu eindimensional ("Frankenstein-Komplex") gedacht wird: Ein guter Arzt sorgt sich auch für seine Patienten, will oder kann aber in manchen Fällen nicht das tun, was als richtig erscheint oder was er sogar als richtig ansehen würde.
Möglichkeit 1: Er sieht sich selbst verpflichtet, alles für den Patienten zu tun und das Leben zu erhalten, weil es seinen moralischen Vorstellungen entspricht und/oder er es "nicht über's Herz bringt" das Ende des Menschen zu entscheiden, egal was Verwandte sagen. (Davon ausgehend, dass es keine schriftliche Verfügung des Patienten gibt. Zudem er dann auch nicht wissen kann, ob die Verwandten nicht doch nur auf das Erbe aus sind, was ja auch möglich sein könnte.). Von Krankenhaus-Richtlinien/-Vorschriften mal ganz abgesehen.
Möglichkeit 2: Selbst wenn er der Meinung ist, dass es das Richtige wäre, vielleichtweil der Patient vorher mit ihm darüber geredet hat: Wer kann garantieren dass dann nicht die nächsten Verwandten kommen und ihn auf Teufel komm raus verklagen, weil sie die Meinung nicht teilen - oder einfach die Lücke im System ausnutzen wollen? Wir sind weiß Gott nicht in einer Zeit, in der von Anwälten kein Gebrauch genommen wird.
Ich sehe diese Hetze gegen die "Über"-Ärzte immer mit einem weinenden Auge und frage mich oft, ob diese Schlammschlacht wirklich nötig ist, denn mit der Realität hat das oft nichts zu tun. Natürlich gibt es schwarze Schafe unter den Ärzten, aber die kann man nicht generalisieren.
Letzten Endes finde ich es auch wichtig, dass die Rechte der Patienten und die Handlungsmöglichkeiten der Ärzte gleichermaßen durch die heutige Möglichkeit der Patientenverfügung verbessert wurden.
...denn dann könnte man sehen, dass er das gleiche vorschlägt:
Benutzer: herr greven, was bringt sie zu der überzeugung, dass der durchschnittlcihe verfasser einer patientenverfügung nicht im stande ist, informierte entscheidungen zu treffen?
Artikelverfasser: Ratsam wäre deshalb, dass sich jeder, bevor er eine Patientenverfügung verfasst, von einem Arzt seines Vertrauens eingehend beraten lässt.
und inwiefern ist dieser satz für sie eine widerlegung meines rants und nicht viel mehr die illustration der beklagten geisteshaltung?
und inwiefern ist dieser satz für sie eine widerlegung meines rants und nicht viel mehr die illustration der beklagten geisteshaltung?
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