Wahl Ahmadineschads Wächterrat kritisiert Wahlergebnis in Iran
Der Wächterrat hat die Vorwürfe der Demonstranten in Teilen bestätigt. Drei Millionen Stimmzettel wurden demnach zu viel abgegeben – die Wahl sei dennoch gültig

© David McNew/Getty Images
Bisher wurden Hunderte von Oppositionellen während Kundgebungen in Teheran verletzt. Die Zahl der Toten liegt zwischen 18 und 25. In aller Welt, hier in Los Angeles, demonstrieren Kritiker Ahmadineschads
Wie der iranische Fernsehsender Press TV am Sonntag auf seiner Internetseite berichtete, habe es in 50 Städten mehr Wähler als Wahlberechtigte gegeben. Der Sprecher des Wächterrats sagte im Fernsehsender IRIB, die Auffälligkeiten beträfen mehr als drei Millionen Stimmen. Es müsse allerdings noch geprüft werden, ob diese Stimmen die umstrittene Wahl tatsächlich entschieden hätten, sagte der Sprecher.
Präsident Mahmud Ahmadineschad hatte nach offiziellen Angaben bei der Wahl vor etwa einer Woche rund 63 Prozent der Stimmen erhalten. Der Kandidat der Opposition, Mir Hussein Mussawi, kam lediglich auf knapp 34 Prozent.
In der Islamischen Republik Iran ist der Wächterrat ein mächtiges Kontrollorgan. Seine Mitglieder prüfen alle vom Parlament vorgelegten Gesetze, ob sie mit den islamischen Grundsätzen übereinstimmen. Außerdem haben die Wächter bei allen politischen Entscheidungen von Tragweite das letzte Wort.
Mussawi rief seine Anhänger am Sonntagabend dazu auf, die Proteste fortzusetzen. Angesichts des gewaltsamen Vorgehens der Sicherheitskräfte ermahnt er sie jedoch, sich in Demonstrationen gegen die Wiederwahl Mahmud Ahmadineschads zu mäßigen. "Es ist euer Recht, gegen Lügen und Betrug zu protestieren, aber ihr solltet immer Zurückhaltung üben", heißt es in einer auf Mussawis Internetseite verbreiteten Erklärung.
Die bei einer Demonstration festgenommene Tochter des ehemaligen Präsidenten und Ahmadineschad-Rivalen Akbar Haschemi Rafsandschani ist einem Fernsehbericht zufolge wieder frei. Im staatlichen Sender Press TV hieß es, Faeseh Rafsandschani sei nach einer kurzen Verhaftung freigelassen worden. Dem staatlichen Rundfunk zufolge blieb es in der Hauptstadt Teheran in der vergangenen Nacht erstmals seit den Präsidentenwahlen ruhig.
Faeseh Rafsandschani und vier weitere Verwandte wurden bei einer verbotenen Demonstration am Samstag festgenommen – nach offiziellen Angaben zu ihrem eigenen Schutz. Die Verwandten wurden bereits früher freigelassen. Faeseh spielt bei den Protesten eine herausragende Rolle. Sie hielt bereits in der vergangenen Woche bei einer von den Behörden verbotenen Demonstration eine Ansprache. Ihr Vater übt noch immer viel Macht in Iran aus und unterstützt Mussawi.
- Datum 22.06.2009 - 13:13 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, raw
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Schön, dass der Wächterrat jetzt Fehler zugibt, die Ayatollah Chamenei noch vor zwei Tagen nicht zugeben wollte.
Schlecht, dass dafür Blut fließen musste.
Schön, dass die Technik der Zensur den Krieg erklärt.
Schlecht, dass sie uns hässliche Bilder zeigt.
Schön, dass Menschen für Freiheit kämpfen.
Schlecht, dass die Herrscher gegen die Freiheit Krieg führen.
Schön, dass wir Iraner endlich den ersten Platz machen.
Schlecht, dass der Sieg das Gefängnis ist für Journalisten und Reporter.
Schön, dass ich frei schreiben darf.
Schlecht, dass es Viele nicht dürfen.
rm
In Berlin sind am Samstag 102 Demonstranten festgenommen worden: ist das ebenfalls ein welterschütterndes Ereignis?
(Manchmal ärgert man sich einfach über die Unverhältnismäßigkeit der Reaktion: damit meine ich, wie man auf einem Regime, wie dem Iran plötzlich herumhackt - und dabei die eigenen Fehler großzügig übersieht)
Damit soll selbstverständlich keine Unterdrückung gerechtfertigt werden.
Aber die Lage im Iran ist nunmal schwierig, zumal es wohl inzwischen klar wird, daß man an der Wahl stark herummanipuliert hat: und das ist ja nun auch dabei geklärt zu werden.
Ich würde gerne mal wissen, was bei uns die Obrigkeit täte, wenn das Ausland hyänenartig über sie herfiele!
Keine? Ah, dann spielt sich die Gewalt gegen die Demonstranten in Berlin wohl doch in einer anderen Liga ab.
Wem es nur darum geht Randale zu machen, der missbraucht sein Recht auf Demonstration und gehört vorübergehend in Gewahrsam. Ihr Vergleich ist deshalb in meinen Augen ziemlich respektlos gegenüber den um Freiheit, Demokratie und Reformen kämpfenden Menwchen im iran und den Toten gegenüber. Während die 102 Demonstranten wahrscheinlich längst wieder frei sidn, werden viele der Festgenommenen Iraner nie wieder gesehen werden. Während 2000 Berliner Demonstranten nach Hause gehen können werden sie im Iran verfolgt und denuziert, ihre Habseligkeiten wie Wohnung, Autos Nachts zerstört. Während man hier frei seine Meinung sagen kann, wird man dort eingesperrt, verprügelt, gefoltert, aus dem Weg geschafft und getötet.
Für das was wir hier an Freiheit haben, kämpft man dort. Ich wäre etwas vorsichtiger mit Ihren hanebüchenen Vergleichen.
die menschen im iran kämpfen für nicht weniger als für freiheit und demokratie.mögen sie auch von dunklen hintermännern gesteuert und zu irgendwelchen machenschaften instrumentalisiert werden, so ist der mut der demonstranten in teheran für echte demokratische werte zu kämpfen, und besonders angesichts der vielen toten und unzähligen verhafteten, von jedem demokraten anzuerkennen und zu respektieren.in kontrast dazu sind die in berlin festgenommenen linksfaschisten eine gefahr für die demokratie:sie verwandeln die demokratische freiheit in narrenfreiheit und missbrauchen die demokratie für schäbige selbstzwecke.g.w.
Keine? Ah, dann spielt sich die Gewalt gegen die Demonstranten in Berlin wohl doch in einer anderen Liga ab.
Wem es nur darum geht Randale zu machen, der missbraucht sein Recht auf Demonstration und gehört vorübergehend in Gewahrsam. Ihr Vergleich ist deshalb in meinen Augen ziemlich respektlos gegenüber den um Freiheit, Demokratie und Reformen kämpfenden Menwchen im iran und den Toten gegenüber. Während die 102 Demonstranten wahrscheinlich längst wieder frei sidn, werden viele der Festgenommenen Iraner nie wieder gesehen werden. Während 2000 Berliner Demonstranten nach Hause gehen können werden sie im Iran verfolgt und denuziert, ihre Habseligkeiten wie Wohnung, Autos Nachts zerstört. Während man hier frei seine Meinung sagen kann, wird man dort eingesperrt, verprügelt, gefoltert, aus dem Weg geschafft und getötet.
Für das was wir hier an Freiheit haben, kämpft man dort. Ich wäre etwas vorsichtiger mit Ihren hanebüchenen Vergleichen.
die menschen im iran kämpfen für nicht weniger als für freiheit und demokratie.mögen sie auch von dunklen hintermännern gesteuert und zu irgendwelchen machenschaften instrumentalisiert werden, so ist der mut der demonstranten in teheran für echte demokratische werte zu kämpfen, und besonders angesichts der vielen toten und unzähligen verhafteten, von jedem demokraten anzuerkennen und zu respektieren.in kontrast dazu sind die in berlin festgenommenen linksfaschisten eine gefahr für die demokratie:sie verwandeln die demokratische freiheit in narrenfreiheit und missbrauchen die demokratie für schäbige selbstzwecke.g.w.
(entfernt wg. Doppelpostings. Die Redaktion/jk)
Keine? Ah, dann spielt sich die Gewalt gegen die Demonstranten in Berlin wohl doch in einer anderen Liga ab.
Wenn die Unverhältnismäßigkeit der Polizeireaktion in Berlin mit der im Iran verglichen wird, heißt das eben nicht, dass man Deutschland und Iran gleichsetzt - sondern vielmehr, dass man an eine angeblich doch zivilisierte Demokratie höhere Ansprüche hat, als an eine theokratische Diktatur!
Wenn die Unverhältnismäßigkeit der Polizeireaktion in Berlin mit der im Iran verglichen wird, heißt das eben nicht, dass man Deutschland und Iran gleichsetzt - sondern vielmehr, dass man an eine angeblich doch zivilisierte Demokratie höhere Ansprüche hat, als an eine theokratische Diktatur!
wie Iran, Russland oder USA kommt es eben schon mal zu Unstimmigkeiten bei Wahlen. Sind trotzdem alles lupenreine Demokratien, oder?
Nur, der Iran ist keine Demokratie.
Der Wächterrat und der Revolutionsführer bestimmen, wer sich überhaupt wählen lassen darf und es gibt keine Gesetzesänderungen ohne seine Zustimmung. Da der Wächterrat in keiner Weise vom Volk bestimmt wird, kann von einer Demokratie also keine Rede sein.
Alles was das Volk darf, es darf sich alle paar Jahre aus den dem Wächterrat genehmen Kandidaten das "kleinere Übel" auswählen. Und obwohl der Präsident nur eine Marionette des Wächterrates ist, wird das Volk anscheinend selbst bei dieser Wahl noch betrogen.
Die Zeitungen bringen heute alle die gleiche Falschmeldung. Manche verlinken dabei glücklicherweise auf die Seite mit dem Text, den sie -bewusst oder versehentlich- falsch übersetzt oder interpretiert haben.
Hier der Link zur Seite der PressTV (engl.)
http://www.presstv.ir/det...
Der Sprecher erläuterte das Phänomen der anscheinend überzälligen Stimmen in einzelnen Wahlbezirken:
Kadkhodaei further explained that the voter turnout of above 100% in some cities is a normal phenomenon because there is no legal limitation for people to vote for the presidential elections in another city or province to which people often travel or commute.
Wenn ich mir das Interview mit Fischer in der SZ anschaue, stelle ich als Demokrat entsetzt fest, dass hier die Feststellung "Wahlbetrug" offenbar bereits politisch korrekt ist. Arroganter geht es wirklich nicht!
Sie sollten zweiter Wächterratssprecher werden.
Dann steht der arme Kadkhodaei nicht alleine da, wenn die nächsten Einzelheiten erklärt werden müssen.
Wie erklären Sie denn die Einlassung von Laridshani zu den Wahlergebnissen vom Samstag abend? Falsch übersetzt?
Sie sollten zweiter Wächterratssprecher werden.
Dann steht der arme Kadkhodaei nicht alleine da, wenn die nächsten Einzelheiten erklärt werden müssen.
Wie erklären Sie denn die Einlassung von Laridshani zu den Wahlergebnissen vom Samstag abend? Falsch übersetzt?
Sie sollten zweiter Wächterratssprecher werden.
Dann steht der arme Kadkhodaei nicht alleine da, wenn die nächsten Einzelheiten erklärt werden müssen.
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