Wahl Ahmadineschads Wächterrat kritisiert Wahlergebnis in IranSeite 2/2
Am Sonntagabend berichteten Augenzeugen von Schüssen, die aus mehreren Teilen der iranischen Hauptstadt zu hören gewesen seien. In Sprechchören sollen Gegner des ultrakonservativen Präsidenten immer wieder "Allah ist groß" und Mussawis Namen gerufen haben. Auch "Tod dem Diktator" sei zu hören gewesen. Einzelheiten – etwa über mögliche weitere Opfer – waren zunächst nicht in Erfahrung zu bringen, nachdem die iranische Regierung die Berichterstattung auch der ausländischen Medien immer weiter eingeschränkt hat. Auch am Sonntag ließ die iranische Führung erneut Journalisten festnehmen oder verwies sie des Landes.
Unterdessen sorgte ein Internetvideo weltweit für Aufregung, das angeblich den Tod einer jungen Frau am Rande der Demonstration vom Samstag in Teheran zeigt. In den sozialen Netzwerken hieß es, die 19-jährige Neda sei von einem Scharfschützen der berüchtigten und Ahmadineschad nahestehenden "Basidsch"-Milizen tödlich getroffen worden, während sie mit ihrem Vater die Proteste beobachtete. Die Echtheit der Aufnahme und die geschilderten Umstände konnten jedoch nicht überprüft werden.
Die Konfrontation beider Lager hatte sich verschärft, seit sich der oberste Führer des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, am Freitag eindeutig hinter Ahmadineschad gestellt und Wahlfälschung in großem Stil ausgeschlossen hatte. Der als Reformer geltende ehemalige Präsident Mohammed Chatami warnte am Sonntag, dass Sicherheitskräfte und Militär die Macht im Land übernehmen könnten, indem sie das Kriegsrecht verhängen.
Mussawi warf der Regierung vor, für den Tod von mindestens zehn Demonstranten verantwortlich zu sein, die bei Kundgebungen am Samstag in Teheran umkamen. Die Weigerung des Innenministeriums, die Demonstration zu erlauben, habe erst zu den gewaltsamen Zusammenstößen geführt. Nach einer offiziellen Bilanz wurden Hunderte Menschen verletzt und mehr als 450 festgenommen. Die Opposition spricht von mindestens 200 weiteren Festnahmen.
Schon vor der Kundgebung am Samstag sollen Dissidenten, Journalisten und auch ehemalige Regierungsmitglieder festgesetzt
worden sein. Die Gesamtzahl der Toten seit Beginn der Proteste am 13. Juni dürfte damit zwischen 18 und 25 liegen. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, wurden "457 Randalierer, die an der Beschädigung öffentlichen Eigentums beteiligt waren", festgenommen.
"All dies wäre nicht passiert, wenn der Artikel 27 der Verfassung (Recht auf friedlichen Protest) nicht (vom Innenministerium) ignoriert worden wäre", sagte Mussawi weiter. Er appellierte an die Sicherheitskräfte, nicht zuzulassen, dass ihr Verhältnis zum Volk "nicht wieder gutzumachenden Schaden erleidet".
"Die Menschen sind von den herzerschütternden Nachrichten über den Tod einer weiteren Gruppe von Demonstranten schockiert und am Boden zerstört", sagte Mussawi. Zugleich drückte er den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus. "Auf Menschen schießen, die Stadt zu einer Kaserne machen und andere Formen der Machtdemonstration" würden nicht helfen, das Problem zu lösen.
- Datum 22.06.2009 - 13:13 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, raw
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Schön, dass der Wächterrat jetzt Fehler zugibt, die Ayatollah Chamenei noch vor zwei Tagen nicht zugeben wollte.
Schlecht, dass dafür Blut fließen musste.
Schön, dass die Technik der Zensur den Krieg erklärt.
Schlecht, dass sie uns hässliche Bilder zeigt.
Schön, dass Menschen für Freiheit kämpfen.
Schlecht, dass die Herrscher gegen die Freiheit Krieg führen.
Schön, dass wir Iraner endlich den ersten Platz machen.
Schlecht, dass der Sieg das Gefängnis ist für Journalisten und Reporter.
Schön, dass ich frei schreiben darf.
Schlecht, dass es Viele nicht dürfen.
rm
In Berlin sind am Samstag 102 Demonstranten festgenommen worden: ist das ebenfalls ein welterschütterndes Ereignis?
(Manchmal ärgert man sich einfach über die Unverhältnismäßigkeit der Reaktion: damit meine ich, wie man auf einem Regime, wie dem Iran plötzlich herumhackt - und dabei die eigenen Fehler großzügig übersieht)
Damit soll selbstverständlich keine Unterdrückung gerechtfertigt werden.
Aber die Lage im Iran ist nunmal schwierig, zumal es wohl inzwischen klar wird, daß man an der Wahl stark herummanipuliert hat: und das ist ja nun auch dabei geklärt zu werden.
Ich würde gerne mal wissen, was bei uns die Obrigkeit täte, wenn das Ausland hyänenartig über sie herfiele!
Keine? Ah, dann spielt sich die Gewalt gegen die Demonstranten in Berlin wohl doch in einer anderen Liga ab.
Wem es nur darum geht Randale zu machen, der missbraucht sein Recht auf Demonstration und gehört vorübergehend in Gewahrsam. Ihr Vergleich ist deshalb in meinen Augen ziemlich respektlos gegenüber den um Freiheit, Demokratie und Reformen kämpfenden Menwchen im iran und den Toten gegenüber. Während die 102 Demonstranten wahrscheinlich längst wieder frei sidn, werden viele der Festgenommenen Iraner nie wieder gesehen werden. Während 2000 Berliner Demonstranten nach Hause gehen können werden sie im Iran verfolgt und denuziert, ihre Habseligkeiten wie Wohnung, Autos Nachts zerstört. Während man hier frei seine Meinung sagen kann, wird man dort eingesperrt, verprügelt, gefoltert, aus dem Weg geschafft und getötet.
Für das was wir hier an Freiheit haben, kämpft man dort. Ich wäre etwas vorsichtiger mit Ihren hanebüchenen Vergleichen.
die menschen im iran kämpfen für nicht weniger als für freiheit und demokratie.mögen sie auch von dunklen hintermännern gesteuert und zu irgendwelchen machenschaften instrumentalisiert werden, so ist der mut der demonstranten in teheran für echte demokratische werte zu kämpfen, und besonders angesichts der vielen toten und unzähligen verhafteten, von jedem demokraten anzuerkennen und zu respektieren.in kontrast dazu sind die in berlin festgenommenen linksfaschisten eine gefahr für die demokratie:sie verwandeln die demokratische freiheit in narrenfreiheit und missbrauchen die demokratie für schäbige selbstzwecke.g.w.
Keine? Ah, dann spielt sich die Gewalt gegen die Demonstranten in Berlin wohl doch in einer anderen Liga ab.
Wem es nur darum geht Randale zu machen, der missbraucht sein Recht auf Demonstration und gehört vorübergehend in Gewahrsam. Ihr Vergleich ist deshalb in meinen Augen ziemlich respektlos gegenüber den um Freiheit, Demokratie und Reformen kämpfenden Menwchen im iran und den Toten gegenüber. Während die 102 Demonstranten wahrscheinlich längst wieder frei sidn, werden viele der Festgenommenen Iraner nie wieder gesehen werden. Während 2000 Berliner Demonstranten nach Hause gehen können werden sie im Iran verfolgt und denuziert, ihre Habseligkeiten wie Wohnung, Autos Nachts zerstört. Während man hier frei seine Meinung sagen kann, wird man dort eingesperrt, verprügelt, gefoltert, aus dem Weg geschafft und getötet.
Für das was wir hier an Freiheit haben, kämpft man dort. Ich wäre etwas vorsichtiger mit Ihren hanebüchenen Vergleichen.
die menschen im iran kämpfen für nicht weniger als für freiheit und demokratie.mögen sie auch von dunklen hintermännern gesteuert und zu irgendwelchen machenschaften instrumentalisiert werden, so ist der mut der demonstranten in teheran für echte demokratische werte zu kämpfen, und besonders angesichts der vielen toten und unzähligen verhafteten, von jedem demokraten anzuerkennen und zu respektieren.in kontrast dazu sind die in berlin festgenommenen linksfaschisten eine gefahr für die demokratie:sie verwandeln die demokratische freiheit in narrenfreiheit und missbrauchen die demokratie für schäbige selbstzwecke.g.w.
(entfernt wg. Doppelpostings. Die Redaktion/jk)
Keine? Ah, dann spielt sich die Gewalt gegen die Demonstranten in Berlin wohl doch in einer anderen Liga ab.
Wenn die Unverhältnismäßigkeit der Polizeireaktion in Berlin mit der im Iran verglichen wird, heißt das eben nicht, dass man Deutschland und Iran gleichsetzt - sondern vielmehr, dass man an eine angeblich doch zivilisierte Demokratie höhere Ansprüche hat, als an eine theokratische Diktatur!
Wenn die Unverhältnismäßigkeit der Polizeireaktion in Berlin mit der im Iran verglichen wird, heißt das eben nicht, dass man Deutschland und Iran gleichsetzt - sondern vielmehr, dass man an eine angeblich doch zivilisierte Demokratie höhere Ansprüche hat, als an eine theokratische Diktatur!
wie Iran, Russland oder USA kommt es eben schon mal zu Unstimmigkeiten bei Wahlen. Sind trotzdem alles lupenreine Demokratien, oder?
Nur, der Iran ist keine Demokratie.
Der Wächterrat und der Revolutionsführer bestimmen, wer sich überhaupt wählen lassen darf und es gibt keine Gesetzesänderungen ohne seine Zustimmung. Da der Wächterrat in keiner Weise vom Volk bestimmt wird, kann von einer Demokratie also keine Rede sein.
Alles was das Volk darf, es darf sich alle paar Jahre aus den dem Wächterrat genehmen Kandidaten das "kleinere Übel" auswählen. Und obwohl der Präsident nur eine Marionette des Wächterrates ist, wird das Volk anscheinend selbst bei dieser Wahl noch betrogen.
Die Zeitungen bringen heute alle die gleiche Falschmeldung. Manche verlinken dabei glücklicherweise auf die Seite mit dem Text, den sie -bewusst oder versehentlich- falsch übersetzt oder interpretiert haben.
Hier der Link zur Seite der PressTV (engl.)
http://www.presstv.ir/det...
Der Sprecher erläuterte das Phänomen der anscheinend überzälligen Stimmen in einzelnen Wahlbezirken:
Kadkhodaei further explained that the voter turnout of above 100% in some cities is a normal phenomenon because there is no legal limitation for people to vote for the presidential elections in another city or province to which people often travel or commute.
Wenn ich mir das Interview mit Fischer in der SZ anschaue, stelle ich als Demokrat entsetzt fest, dass hier die Feststellung "Wahlbetrug" offenbar bereits politisch korrekt ist. Arroganter geht es wirklich nicht!
Sie sollten zweiter Wächterratssprecher werden.
Dann steht der arme Kadkhodaei nicht alleine da, wenn die nächsten Einzelheiten erklärt werden müssen.
Wie erklären Sie denn die Einlassung von Laridshani zu den Wahlergebnissen vom Samstag abend? Falsch übersetzt?
Sie sollten zweiter Wächterratssprecher werden.
Dann steht der arme Kadkhodaei nicht alleine da, wenn die nächsten Einzelheiten erklärt werden müssen.
Wie erklären Sie denn die Einlassung von Laridshani zu den Wahlergebnissen vom Samstag abend? Falsch übersetzt?
Sie sollten zweiter Wächterratssprecher werden.
Dann steht der arme Kadkhodaei nicht alleine da, wenn die nächsten Einzelheiten erklärt werden müssen.
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