Unions-Wahlprogramm: Ahnungslos im Netz
Die Union sieht im Internet offenbar vor allem Gefahren. Statt seine Chancen zu nutzen, will sie es deshalb stärker kontrollieren. Kommentar
Der Entwurf für das Wahlprogramm der Union ist nicht für Menschen geschrieben, die eine Affinität zum Internet haben. Wenn man ihn genau liest, bestätigt er viele Vorurteile von Kritikern, die bereits in dem Aufruft gipfelten: "Nicht CDU/CSU wählen!".
Warum? Erst einmal nimmt das Thema Internet kaum Platz ein in dem mehr als 60-seitigen Papier, das ZEIT ONLINE vorliegt. Nur an wenigen Stellen tauchen kurze Skizzen auf, wie sich die Union das Netz vorstellt. Keine davon jedoch dürfte diejenigen begeistern, die dort täglich unterwegs sind.
Beispiel Urheberrecht: "Das Internet ist kein rechtsfreier Raum", steht in dem Entwurf. Ein Satz, der immer wieder für Unmut in den Web-Communitys sorgt, hat doch nie jemand behauptet, dass das Netz rechtsfrei ist. Trotzdem wird er ständig zur Begründung für Überwachungs- und Regulierungsversuche herangezogen. So auch hier.
"Wir möchten nach britischem und französischem Vorbild Rechtsverletzungen effektiv unterbinden, indem die Vermittler von Internetzugängen Rechtsverletzer verwarnen und nötigenfalls ihre Zugänge sperren", schreibt die Union. Das ist das sogenannte "Three-Strikes"-Modell: Wer illegal Musik tauscht oder Software herunterlädt, dem sollen die Provider den Netzzugang sperren dürfen. Das oberste französische Verfassungsgericht hat ein entsprechendes Gesetz gerade gestoppt, da es gegen Grundrechte verstieß. Trotzdem nennt es die Union explizit als Vorbild.
Beispiel Onlinemedien: Man wolle, heißt es in dem Programmentwurf, in der Gesellschaft das Bewusstsein verankern, dass Zeitungen und Zeitschriften ein relevantes Kulturgut seien. Verlage dürften daher im Onlinebereich nicht schlechter gestellt werden als andere sogenannte Werkvermittler: "Falls erforderlich werden wir ein eigenes Leistungsschutzrecht für Verlage zum Schutz der Presseprodukte im Internet schaffen."
Das ist eine neue Debatte, die allerdings eine furchtbar alte Idee verfolgt. Die der Schutzzölle nämlich. Statt Verlage zu animieren, mit neuen technischen Gegebenheiten neue Wege der Vermarktung zu entwickeln, soll ihr altes, auf Dauer nicht mehr funktionierendes Geschäftsmodell mit Gewalt bewahrt werden. Im Extrem hieße das beispielsweise, dass Blogs nicht mehr auf im Internet veröffentlichte Texte eines Verlagshauses verlinken dürften. Dass dieser Weg Zeitungen retten wird, kann man getrost bezweifeln.
Andere Parteien debattieren stattdessen längst die Idee einer "Kulturflatrate", also einer von allen gezahlten und nach bestimmten Schlüsseln an die Urheber verteilten Abgabe für Inhalte, die ins Netz gestellt werden. Auch die SPD hat dies inzwischen in ihr Wahlprogramm aufgenommen.







Mittlerweile schäme ich mich, dass ich dieser Partei mal meine Stimme gegeben habe. Und frage mich ernsthaft, bei welchem Menschenschlag man mit dieser Haltung punkten kann. Allerdings freut es mich, dass die CDU sich mit ihrer "Netzpolitik" (kann man das so nennen?) erfolgreich den Nachwuchs abgräbt.
doch so," Was der Bauer nicht kennt ist er nicht" !
Zitat: Mittlerweile schäme ich mich, dass ich dieser Partei mal meine Stimme gegeben habe.
So geht es mir mit der SPD.
Von der CDU hat niemand was anderes erwartet.
Aber dass die SPD ihrer Schwesterpartei CDU ständig irgendwelche Gesetze durch die Abstimmungen trägt - eklig.
doch so," Was der Bauer nicht kennt ist er nicht" !
Zitat: Mittlerweile schäme ich mich, dass ich dieser Partei mal meine Stimme gegeben habe.
So geht es mir mit der SPD.
Von der CDU hat niemand was anderes erwartet.
Aber dass die SPD ihrer Schwesterpartei CDU ständig irgendwelche Gesetze durch die Abstimmungen trägt - eklig.
..ist schon mittlerweile unglaublich mit welcher Dreistigkeit die CDU ihre lobbygesteuterte Politik durchsetzt!
Woran unterscheidet sich das von dem Mittellalter wo Bücher Verbrannt wurden und es sind Verbote erhengt worden überhaubt Bücher zu Lesen, man hielt es Damals für Blasfemie und heute ist das Internet für diese klein denker Blasfemie, und heute ist für die selben die behaubten die Welt sei das zentrum von allem und sei flach wie ein plunder, Unglaublich das solche Klein denker wie im Mittelalter es auch noch heute gibt als nächstes Verlangen sie Verbrennt alle Computer....Diese klein denker.....
Gestern........................und....................Heute
Bücher Lesen Verboten = Internet seiten lesen werden verboten
Bücher werden Verboten = Internet Seiten werden Verboten
Bücher Lesen ist strafbar = Internet seiten lesen ist strafbar
Die Welt ist Flach = Der Monitor ist Flach
Bücher sind Blasfemie = Internet ist Schädlich
Gestern........................und....................Heute
Bücher Lesen Verboten = Internet seiten lesen werden verboten
Bücher werden Verboten = Internet Seiten werden Verboten
Bücher Lesen ist strafbar = Internet seiten lesen ist strafbar
Die Welt ist Flach = Der Monitor ist Flach
Bücher sind Blasfemie = Internet ist Schädlich
Schön, dass sich die Autoren noch nicht der Verlagsmeinung anschließen müssen. Der Zeit-Verlag hat jedenfalls gerade eine Resolution unterschrieben, die genau das fordert, was der Autor hier richtig als gestrig herausgestellt hat: Schutz vor dem bösen, bösen Internet.
Artikel bei Heise
Schon peinlich, überhaupt etwas zu machen, für das man mit SPRINGER zusammenarbeiten muss! Dem Hauspresseorgan der CDU und Vorkämpfer gegen Fortschritt in jeder Form (ausser vielleicht bei der Vermischung von Werbung und "Journalismus").
Schon peinlich, überhaupt etwas zu machen, für das man mit SPRINGER zusammenarbeiten muss! Dem Hauspresseorgan der CDU und Vorkämpfer gegen Fortschritt in jeder Form (ausser vielleicht bei der Vermischung von Werbung und "Journalismus").
Ich finde es nicht überraschend, dass die CDU/CSU diesen Kurs fährt. Irgendwas muss sie ja als Alternative zu den "Pro-Internet" Parteien bringen. Außerdem zeigt sich an ihrem Personal und dessen Politik (von der Leyen, Schäuble, Strobl etc.) dass sie diesen Kurs fahren wird, insofern bin ich nicht weiter überrascht.
Eine solche Politik findet eben bei all jenen Anklang, die - wie ihre Politiker - das Internet nicht als Chance sondern als "neumodische Bedrohung" empfinden.
Letztlich bleibt nur übrig, diese Partei(en) nicht zu wählen, im eigenen Freundes- und Bekanntenkreis über das Thema Internet zu sprechen und hier falsche Vorurteile auszuräumen, damit weniger informierte durch eine objektivere Sicht entscheiden können.
Wie bei allen Gruppierungen (hier eine politische Partei) geht auch hier die "Freiheit", um mal nur eines der politisch opportunen Schlagworte zu verwenden, genau so weit und nicht weiter. Für alles was hinter den selbst definierten Grenzen liegt werden dann mit voller Ueberzeugung Argumente vorgebracht um diese Grenzen berechigt erscheinen zu lassen...
Es bleibt also den anderen, sich nicht das Wasser abgraben zu lassen.
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
ist wohlgemerkt auch der Autor, der keine Meinungsumfragen interpretieren kann
"Strobl hat damit die Befürchtungen all jener befeuert, die glauben, dass Politiker aus Sorge und Unkenntnis versuchen könnten, eine Zensur- und Überwachungsinfrastruktur im Netz zu errichten."
Nun, viele sind dumm, manche stellen sich dumm. Wen hätten wir denn denn lieber im Parlament?
Dem Parlament, das sich angesichts eines Kapitalverbrechens ohne Vorbild - der so genannten Krise also - so mir nix dir nix aus der Verantwortung stiehlt, also nicht einmal mehr seine Feigenblattfunktion zu erfüllen gedenkt.
Von einem Volksvertreter, und sei er dumm wie Brot, ist zu erwarten, daß er sich informiert, bevor er abstimmt.
Die Interessenlage hinter dem Versuch, das Netz zu kontrollieren, ist nun wirklich eindeutig. Es geht um Geld einerseits, um politische Kontrolle andererseits.
Zwei Seiten der selben Medaille also.
Informationen sind Waffen im Klassenkampf.
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