Brückenbau Unesco erkennt Dresden Welterbetitel ab
Das Dresdner Elbtal gehört nicht länger zum Weltkulturerbe. Grund ist der Bau der umstrittenen Waldschlößchenbrücke, die die einmalige Kulturlandschaft empfindlich störe
Erst wurde die Entscheidung vertagt, jetzt aber ist sie amtlich: Das Dresdner Elbtal wird aus der Liste des Welterbes gestrichen. Das hat die UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (Unesco) bei ihrem Treffen in Sevilla entschieden. Grund für die Aberkennung des prestigeträchtigen Titels ist der Bau der Waldschlößchenbrücke. Laut Unesco verschandelt die vierspurige Autobahnbrücke in Sichtweite der historischen Innenstadt das Elbtal und zerstört die sächsische Kulturlandschaft mit ihren Flussauen unwiederbringlich.
Es ist erst das zweite Mal in der Geschichte der Unesco, dass sie einer Welterbestätte diese Bezeichnung wieder aberkennt. 2007 hatte der Oman wegen der Verkleinerung eines Naturschutzgebietes den begehrten Titel verloren.
Bereits im vergangenen Jahr hatte die UN-Organisation der Stadt Dresden mit einer Aberkennung des Titels gedroht. Die Oberen der Landeshauptstadt jedoch hofften bis zuletzt, dass die Unesco ihre Entscheidung noch bis zur Fertigstellung der Brücke im Jahr 2010 aufschiebt. So hielt sie unbeirrt an dem umstrittenen Projekt fest, das seit mehreren Jahren für heftige Auseinandersetzungen in Politik und Öffentlichkeit sorgte. Rückendeckung erhielten die Initiatoren auch von einer breiten Mehrheit der Dresdner Bürger, die jüngsten Umfragen zufolge den Titel mehrheitlich für entbehrlich halten und in einem allerdings bereits länger zurückliegenden Entscheid einst für den Brückenbau gestimmt hatten.
Dresden hatte das Gütesiegel 2004 für rund 18 Flusskilometer erhalten. In diesem Abschnitt schlängelt sich die Elbe durch breite Wiesen und die Dresdner Innenstadt. Zu sehen sind vom Fluss aus unter anderem die Semper-Oper, die Frauenkirche und der Zwinger. Auf diese und andere Gebäude, auf Kunstsammlungen, Gärten- und Landschaftsgestaltungen, die meist ihre Wurzeln im 18. und 19. Jahrhundert haben, beruht der Titel Weltkulturerbe.
Weltweit sind derzeit 878 Stätten in 145 Staaten auf der Welterbeliste verzeichnet, darunter 33 in Deutschland. Diskussionen gab es bis zuletzt über das Unesco-Welterbe Oberes Mittelrheintal. Rheinland-Pfalz will in diesem Jahr die Entscheidung über einen Brückenbau treffen. Vom Welterbekomitee erhofft es sich eine klare Stellungnahme dazu, ob das Bauwerk mit dem Welterbetitel vereinbar ist.
- Datum 25.06.2009 - 19:15 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 96
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Dresden war vor der Schaffung der UNESCO-Kommission und des Titels "Weltkulturerbes" eine Kulturstadt und wird es auch dann noch sein, wenn man von diesem Gremium nicht mehr sprechen wird.
Manchen Leuten will es einfach nicht einleuchten, daß sich dieser Planet auch ohne sie weiterdreht.
Spricht im letzten Satz der Verfasser über sich selbst???
Spricht im letzten Satz der Verfasser über sich selbst???
so viel ignoranz gehört bestraft. mit nichts als einem zweifelhaften bürgerentscheid in der hand und blind für alle alternativen wird dieses monstrum den dresdnern jahrzehntelang ihr stadtbild versauen. mögen die nachfolgenden generationen ihr urteil über soviel dummheit fällen und den verkehr schliesslich doch unter die erde bringen.
ist für Sie zweifelhaft an diesem Bürgerentscheid, bei dem es bei einer hohen Wahlbeteiligung ein 2/3-Mehrheit für den Brückenbau gegeben hat?
Und dieser Vorwurf einer Stadt, die beinahe den Titel Heldenstadt der Wende bekommen hätte?
ist für Sie zweifelhaft an diesem Bürgerentscheid, bei dem es bei einer hohen Wahlbeteiligung ein 2/3-Mehrheit für den Brückenbau gegeben hat?
Und dieser Vorwurf einer Stadt, die beinahe den Titel Heldenstadt der Wende bekommen hätte?
...ein von der Nazi-Bürokratie geplantes Projekt 64 Jahre nach Ende des dritten Reiches buchstabengetreu auszuführen.
Was ist dagegen Weltkulturerbe ? Peanuts!
...bleiben Sie sachlich, ...vermeiden Sie Polemik, ...werden Sie nicht beleidigend
alles das, was einem nicht paßt, wogegen man aber keine Argumente hat, mit dem Totschlagwort "Nazi" zu belegen.
alles das, was einem nicht paßt, wogegen man aber keine Argumente hat, mit dem Totschlagwort "Nazi" zu belegen.
so sie es damals schon gegeben hätte, hätte wahrscheinlich auch Paris für den Bau des Eiffelturms bestraft. Offensichtlich hat man bei der UNESCO einen etwas eingeengten Begriff von Kultur. Der Bau von Brücken jedenfalls gehört bereits seit Jahrtausenden zur Kultur des Menschen.
das absolut treffendste beispiel!
wieso moechte man eine stadt denn daran hindern, sich weiterzuentwickeln? die waldschloesschenbruecke ist zudem ein ausgesprochen ansehnliches bauwerk und wird die silhouette bereichern. sie ist vielleicht nicht so alt wie die anderen elbquerungen, aber nicht weniger aesthetisch. jeder, der diese schoene bruecke als monstrum bezeichnet, ist zu weltfern zu erkennen, dass angenehme und stressfreie verkehrswege fuer eine stadt weit wichtiger sind als ein stueck papier von einer zweifelhaften kommission. dresden ist fuer japaner und amerikaner auch ohne diesen titel einen besuch wert.
das absolut treffendste beispiel!
wieso moechte man eine stadt denn daran hindern, sich weiterzuentwickeln? die waldschloesschenbruecke ist zudem ein ausgesprochen ansehnliches bauwerk und wird die silhouette bereichern. sie ist vielleicht nicht so alt wie die anderen elbquerungen, aber nicht weniger aesthetisch. jeder, der diese schoene bruecke als monstrum bezeichnet, ist zu weltfern zu erkennen, dass angenehme und stressfreie verkehrswege fuer eine stadt weit wichtiger sind als ein stueck papier von einer zweifelhaften kommission. dresden ist fuer japaner und amerikaner auch ohne diesen titel einen besuch wert.
Man benötigt doch nicht irgendwelche offiziellen Titeldefinitionen um eine Landschaft als überaus schön zu betrachten. Mich würde es nicht jucken wenn der "Titel" futsch ist.
Letztlich ist diese Brücke doch nur der Büchsenöffner, um im Elbtal noch ganz andere Projekte zu realisieren. Da war dieser Titel nur im Weg.
Ich gehe mich jetzt unter meine Bettdecke verkriechen.
Unabhängig davon, ob ich für oder gegen den Brückenbau bin, kann ich nur sagen: Meinen Glückwunsch an die UNESCO. Wahrscheinlich hat es Beschwichtigungs- und vielleicht auch Bestechungsversuche gegeben. Aber es hat nichts gebracht. Chapeau! Wenn doch stets auf das Wort so Verlass wäre! Dass die Aberkennung folgt, war ja nicht wirklich unbekannt!
Als der Weltkulturerbetitel an Dresden verliehen wurde, war den Damen und Herren der Unesco schon längst bekannt, dass diese Brücke geplant war - es wurden ihnen von Dresdner Seite offen mitgeteilt. Mit dem Vermerk, dass auch mit der Brücke Dresden Weltkulurerbe wäre, wurde dann der Titel verliehen. Aber ganz Deutschland hat anscheinend keine größeren Sorgen als nun nach Sachsen zu schauen und die "Schande" für Deutschland an Dresden weiterzureichen. Warum stellt niemand die Frage nach der Handlungs- und Kommunikationsweise der Unesco? Wahrscheinlich, weil wir deutsch sind - und wie immer zu erst die Schuld bei uns selbst suchen...
Jedenfalls bin ich froh, dass diese gesamte Posse nun ein Ende hat. Allerdings muss ich den Kritikern der Brücke in einem Punkt recht geben - der Entwurf der Brücke hätte etwas passender, soll heißen klassischer, sein können.
Grüße aus Dresden!
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