Tierschutz Walfeind Nummer eins
Erstmals werden dieses Jahr mehr Wale vor Europas Küsten gejagt als vor Japans. Und das, obwohl das Walfleisch kaum noch Abnehmer findet

© Koichi Kamoshida/Getty Images
Japanische Fischer schlachten einen nördlichen Schwarzwal (). Ein Walfangmoratorium verbietet die kommerzielle Jagd auf diese Tiere. Japan fängt die Tiere offiziell zu Forschungszwecken. Tierschützer weisen aber daraufhin, dass das Fleisch der Tiere verkauft wird
Die ersten zwei Finn-Wale mussten am vergangenen Freitag sterben. Die Besatzung des Walfang-Schiffes "Hvalur 9" hatte die Tiere aufgespürt, irgendwo vor der Küste Islands. Nach ein paar Harpunen-Schüssen konnten die Walfänger ihre Beute über eine Rampe auf das Schiff ziehen. Die ersten zwei von insgesamt 150 Finnwalen, die im Laufe des Jahres vor der Küste Islands ihr Leben lassen werden.
Die Jagdsaison auf Wale hat wieder begonnen, und wie ein Reflex erhebt sich die Kritik gegen Japan. Dabei werden die meisten Wale in diesem Jahr gar nicht vor der japanischen Küste getötet. Während Japan eine Fangquote von 1410 Walen ausgerufen hat, wollen Norwegen, Dänemark und Island in diesem Jahr insgesamt 1460 Wale töten. Fast unbemerkt haben diese Länder ihre Fangquoten so weit erhöht, dass sie jetzt gemeinsam Japan als größte Walfang-Nation überholt haben. Ein Fakt, der auch für die diese Woche in Portugal tagende Internationale Walfangkommission (IWC) ein Thema sein sollte.

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"Europa zeigt mit dem Finger gerne auf Japan, wenn es um skrupellosen Walfang geht. Doch auch vor Europas eigenen Küsten werden jedes Jahr mehr als 1000 Wale getötet", sagt Nicolas Entrup von der Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS). Das belegen auch die neuen Fangquoten: Fast 20 Prozent liegen sie in dieser Saison höher als im Vorjahr. "Europa ist zum Walfeind Nummer eins geworden", sagt Entrup.
Norwegen plant, in dieser Saison 885 Zwergwale zu töten, und Island hat eine Fangquote von insgesamt 350 Walen ausgerufen. Beide Staaten betreiben den Walfang kommerziell und widersetzen sich einem Moratorium der IWC, das die kommerzielle Jagd von Walen verbietet.
Dänemark hingegen verstößt nicht direkt gegen dieses Moratorium. Die 223 Wale, die in diesem Jahr vor Grönland gefangen werden, sollen die Versorgung der Inuit gewährleisten und sind von der IWC abgesegnet. Doch ganz wasserdicht ist auch diese Argumentation nicht: Seit vielen Jahren fischen die Inuit mehr Wale aus dem Meer, als sie essen können. "Teilweise landet das überschüssige Fleisch in den Kühltheken der Supermärkte", sagt Ralf Sommer vom International Fund for Animal Welfare.
Dass das erbeutete Walfleisch überhaupt gegessen wird, ist die Ausnahme. Der Großteil des Fleischs aus europäischen Gewässern wurde in den letzten Jahren nach Japan exportiert und landete dort auf den Tellern teurer Restaurants. Im Idealfall zumindest, denn beliebt ist Walfleisch in Japan längst nicht mehr. "Mehr als 3000 Tonnen Walfleisch aus den vergangenen Jahren lagert noch in den Kühlhäusern und warten darauf, verzehrt zu werden", sagt Sommer.
- Datum 24.06.2009 - 11:20 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Die Japaner versuchen durch das Schlupfloch des sogenannten wissenschaftlichen Walfangs, ihre Fangaktionen vor der Welt zu rechtfertigen. Nach Abschluß der wissenschaftlichen Untersuchungen werden die getöteten Tiere jedoch in ihre Einzelteile zerlegt und verkauft. 30 - 40 Millionen Euro werden nach Aussage der japanischen Fischereibehörde jährlich durch den Verkauf der Wale erwirtschaftet. Rund 110.000 Euro bringt ein erwachsener Zwergwal auf dem Markt.
Geht es um Geschmack, Moral, Geschäft, Ernährungsgewohnheiten?
Gewisse Europäer, unter ihnen ganz besonders die Deutschen, essen Schweine wie verrückt. Es gibt in germany Schlachtfabriken, die verwursten 20 000 Schweine täglich (und schicken täglich 80 000 Schweinepfötchen tief gefroren nach China). Aber wir echauffieren uns über japanische Walfänger. Und dann gibt es da noch die Jagd auf Schweinswale, z.B.durch die Faröer. Ist das unmoralisch? Das Walfangverbot kam seinerzeit nicht aus moralischen, sprich tierschützerischen Gründen, sondern weil die großen Wale seltener wurden. Walfleisch ist sehr schmackhaft. Aber wie heißt es doch in Deutschland: Was der Bur nicht kennt, das frette nich. Ich bin übrigens kein Fleischesser.
Nein, wissenschaftlich möchte ich nicht werden,weder in Zahlen, noch in Argumenten.
Einzig was mir bleibt, ist die Erkenntnis,dass der Mensch leider nichts lernt.
Weder im Umgang miteinander, noch im Verständnis zur Kreatur und Schöpfung.
Wenn dieser Planet ausgebeutet ist,werden die Menschen merken, dass sie ihr Raumschiff systematisch ruiniert haben.
Wer um "traditionbewusst" zu leben, Wale zu seinem Selbsverständnis töten muss, hat nichts begriffen.
Unsere Heimstadt Erde hat ca. die Hälfte ihres Lebens hinter sich, aber in der langen Geschichte des Lebens auf ihr hat noch keine Art es fertiggebracht sich die eigenen Grundlagen ihrer Existenz so schnell zu zerstören.
Wie lange gab es die Saurier? Und wie lange gibt es uns ?
Ich glaube auf der Basis des jetzigen Handelns unverantwortlicher Ignoranten wird die Zeit des Menschen eher bescheiden ausfallen. Die Uhr tickt unerbittlich und die Geschichte des Menschen auf diesem Gestirn gleicht dem Flügelschlag eines Insektes.
Und der einzige Trost für mich ist die Tatsache, dass die Verantwortlichen nicht einfach fliehen können. Die Gesetze der Physik lassen dies Gott sei Dank nicht zu, denn wir sitzen alle in einem Boot !
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