Edel-Mini Aston Martin stellt Kleinwagen vor
Halb britisch, halb japanisch: Sportwagenbauer Aston Martin will seinen Kunden einen Stadtflitzer anbieten. Und zeigen, dass Luxus keine Frage der Größe ist

© Aston Martin
Zähne zeigen: Ist die Front des Toyota iQ noch eher knuffig gestylt, kommt mit der Aston-Martin-Front mehr Aggressivität ins Spiel
Was wohl James Bond dazu sagen würde? Der britische Geheimagent war schon oft in Aston-Martin-Wagen unterwegs. Immer waren sie groß und schnell.
Und jetzt das: Gerade einmal drei Meter Länge misst der Wagen ungefähr, den der britische Sportwagenbauer gerade vorgestellt hat. Angetrieben werden dürfte er, falls er auf den Markt kommt, von einem Motor mit 98 PS (72kW). Die Höchstgeschwindigkeit? 170 Stundenkilometer. Das ist ein Tempo, bei dem Aston-Piloten es bisher gewohnt waren, noch einmal einen Gang höher zu schalten.
"Cygnet" heißt der Neue. Der Prototyp könnte etwas werden, was es im Hause Aston Martin noch nie gab: ein Fahrzeug speziell für die Stadt.
Der Wagen basiert auf Toyotas jüngst vorgestelltem Lifestyle-Mini iQ. Die japanische Technik will Aston Martin unverändert für den Cygnet übernehmen. Den gewohnten Luxus finden die Kunden im Innenraum, wo Holz, Leder und edle Intarsien verbaut wurden. Was bisher schon den Piloten "echter" Aston Martins das Leben verschönerte, soll sich auch im Stadtfloh wiederfinden. Hinzu kommt ein markentypischer Kühlergrill. Während der Original-iQ sehr niedlich ausschaut, verleiht das Aston-Kühlergitter der britischen Variante eine gute Portion Aggressivität.
Ob der Wagen in Serie geht, ist allerdings noch nicht entschieden. Zuvor will Aston Martin die Resonanz potenzieller Käufer prüfen. Kommt der Wagen gut an, könnte die Fertigung im kommenden Frühjahr starten, sagen die Briten.
Gemessen an dem Preis, den Aston für andere Produkte seines Hauses verlangt, könnte der Cygnet ein Schnäppchen werden. Normale Kleinwagenkäufer hingegen werden schlucken müssen. Über Preise jenseits der 30.000 Euro wird spekuliert, ein originaler iQ mit gleicher Technik steht für knapp 17.000 Euro in den Listen.
Auch hohe Preise sorgen für Exklusivität. Offenbar überlegt man bei Aston Martin, darüber hinaus noch andere Kniffe anzuwenden. Denkbar wäre, den Cygnet nur Kunden anzubieten, die bereits einen Aston-Martin-Sportwagen in der Garage stehen haben. Oder Klein- und Sportwagen im Paket zu verkaufen. Das wäre "eine einmalige Kombination der Gegensätze", heißt es in der Aston-Pressemitteilung zum Cygnet. Ob die Kombination mit einem DBS, DB9 oder Vantage die einzige Möglichkeit sein soll, einen Cygnet zu erwerben, verrät die Verlautbarung jedoch nicht.
Sparsam wird der noble Kleinwagen vermutlich auch noch sein. Vorbild iQ schluckt durchschnittlich 4,2 Liter auf 100 Kilometer, gibt Toyota für die passende Motorvariante an. Das entspricht einem Ausstoß von 113 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer – und ist weit weniger als das, was normale Aston Martins schlucken. Auch Hybrid- oder elektrische Varianten des iQ sind bereits in Sicht.
Wichtig könnte das werden, wenn ab 2012 die EU-Grenzwerte für den CO2-Ausstoß in Kraft treten, denn Verbrauch und Emission sind direkt miteinander verknüpft. Zwar versichert man bei Aston Martin, dies sei nicht der Grund für die Entwicklung des Cygnet gewesen. Geschadet haben wird es ihr aber nicht.
- Datum 30.06.2009 - 14:53 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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