Zwischen 1998 und 2007 sind die Profite in der Strombranche um 118 Prozent gestiegen, während die Strompreise privater Haushalte nur um fünf Prozent gesunken sind. Das ergab eine Studie von der Fachhochschule Gelsenkirchen und der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Die Studie kritisiert, dass Unternehmensgewinne nicht an die Kunden weitergegeben worden seien - zum Beispiel in Form noch tieferer Preise.

"Die Kunden profitieren sehr wohl von der Liberalisierung", reagierte der Energiekonzern RWE auf die Studie. Gegenüber allgemein gestiegener Lebenskosten ginge die Studie immerhin von Preissenkungen beim Strom aus. Außerdem habe man erreicht, dass sich Kunden nach dem Wettbewerbsprinzip ihre Stromversorger selbst aussuchen könnten.

Die Studie stellt dagegen fest, dass sich kein stärkerer Wettbewerb im Geschäft mit Strom eingestellt hat. Stattdessen habe sich der Markt auf die vier großen Stromkonzernen E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall konzentriert. Schuld an dieser Entwicklung sei die Politik: Deutschland habe auf die Selbstregulierung des Strommarktes gesetzt und erst 2006 mit der Bundesnetzagentur eine Regulierungsbehörde für Strom geschaffen.