Die Umweltminister der EU haben verpflichtende Regeln zur nuklearen Sicherheit beschlossen, die sich an den Richtlinien der IAEA orientieren. Die IAEA ist eine selbstständige Agentur der UNO und zählt mittlerweile 143 Mitgliedstaaten. Sie ist die wichtigste unabhängige zwischenstaatliche Organisation zur Förderung der Kernenergiesicherheit. Ihre Richtlinien beziehen sich auf die Bereiche nukleare Sicherheit, radioaktive Sicherheit, Entsorgungs- sowie Transportsicherheit.

Die Richtlinien werden in Europa bereits angewandt, allerdings bislang auf freiwilliger Basis. Nun haben sie in Europa verbindlichen Charakter. Die EU-Kommission hofft, dass das Vorgehen weltweite Vorbildfunktion erlangt. Die Umweltorganisation Greenpeace kritisierte die IAEA-Regeln hingegen als zu schwach. Auch seien Versuche, im Rahmen der neuen Richtlinie die
Unabhängigkeit der Aufsichtsbehörden zu verbessern, verwässert worden. "In diesem Gesetz gibt es nichts Neues, was die Nuklearsicherheit in Europa verbessern könnte", kritisierte Greenpeace-Experte Jan Haverkamp.

Auch in Deutschland wird das Thema Kernkraft in der Öffentlichkeit diskutiert. Im Juni 2000 hatten die damalige rot-grüne Bundesregierung und die Energiewirtschaft einen Fahrplan für den Atomausstieg beschlossen. Demnach sollen alle Kernkraftwerke schrittweise abgeschaltet werden, die ältesten zuerst. Die Union hatte sich im Koalitionsvertrag mit der SPD verpflichtet, in der laufenden Wahlperiode nicht an dem Atomausstieg zu rütteln. Jetzt, im Bundestagswahlkampf, wird die Debatte um den Atomausstieg wieder neu entfacht.