Gaza "Die Lage ist unverändert hart"
Die palästinensische Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Fida Qishta über das Leben im Gazastreifen, fünf Monate nach dem Krieg. Video-Interview

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Die palästinensische Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Fida Qishta
Seit fünf Monaten ist der Krieg in Gaza zwischen Israel und Hamas beendet, hinterlassen hat er Zerstörung und Not. 5,2 Milliarden Dollar für den Wiederaufbau hat die internationale Gemeinschaft den Palästinensern versprochen. Nach Angaben der Vereinten Nationen kommt nur ein geringer Teil der Hilfe in Gaza an, weil Israels Armee die Grenzen für viele Güter abgeriegelt hält. Erschwerend kommt hinzu, dass die radikal-islamische Hamas, die im Gaza-Streifen herrscht, und die Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Machmud Abbas einen offenen Streit um die Hilfslieferungen führen.
Im Gazastreifen fehlt es deshalb seit Monaten an den einfachsten Dingen. Vor allem Zement für den Wiederaufbau ist knapp. Rund 5000 Wohnungseinheiten hat die israelische Armee während ihrer Militäroperation "Gegossenes Blei" im vergangenen Winter zerstört. Die Zahl der getroffenen Häuser ist fünfstellig. Die UN-Organisation für Entwicklung und Fortschritt (UNDP) schätzt, dass mittlerweile rund 60.000 Wohnungen in Gaza fehlen. Und das in einem Gebiet, das mit einer Fläche von 360 Quadratkilometern weniger als halb so groß ist wie Berlin. Europa und andere Geberstaaten drängen deshalb Israel, die Grenzen für die Hilfslieferungen und den Wiederaufbau zu öffnen.
Fida Qishta, 26 Jahre alt, lebt in Rafah im Süden Gazas und arbeitet hier als Journalistin, unter anderem für den britischen Guardian. ZEIT ONLINE traf sie während eines Aufenthalts in Berlin zum Interview. Im Gespräch berichtet sie von der Lage in Gaza, beschreibt die Rolle der palästinensischen Frauen und erklärt, wie sich ihre Arbeit als Journalistin in den vergangenen Monaten verändert hat. (pf)
- Datum 26.06.2009 - 16:52 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, 26.6.2009 - 15:59 Uhr
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