Hochschulfinanzierung Berlin will Unis nach Leistung bezahlen
Berlins Hochschulen haben sich mit dem Senat auf eine deutschlandweit einzigartige Form der Finanzierung geeinigt: Lehre und Forschung werden gleichermaßen gefördert
Es ist ein Durchbruch, wie ihn so schnell kaum noch jemand erwartet hatte. Vor wenigen Tagen erst hatte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit seinem einst als Hoffnungsträger gefeierten Bildungssenator Jürgen Zöllner die Verhandlungen mit den allzu störrischen Hochschulrektoren entziehen wollen. Zöllner galt daraufhin als beschädigt.
Doch heute konnte der sichtlich erleichterte Zöllner überraschend eine Einigung mit den elf Berliner Hochschulen über ihre künftige Finanzierung verkünden: Zwar fällt das Budgetplus in den kommenden vier Jahren mit zusätzlichen 333,7 Millionen Euro deutlich geringer aus als gefordert, doch sind die jährlichen Steigerungsraten mit laut Senatsverwaltung durchschnittlich 3,5 Prozent immer noch ordentlich. Entsprechend begrüßte der Vorsitzende der Landeskonferenz der Rektoren und Präsidenten (LKRP), der TU-Präsident Kurt Kutzler, auch die Einigung, betonte allerdings gleichzeitig, der Zuwachs decke lediglich die bis 2013 bereits absehbaren Mehrausgaben ab. Zusätzliche Sonderleistungen über den Status quo hinaus seien angesichts der vorhandenen Mittel nicht möglich.
Bundesweite Signalwirkung könnte indes der mit den Rektoren vereinbarte Einstieg in die leistungsbasierte Hochschulfinanzierung haben: Zwei Drittel der Gelder sollen von 2012 an auf der Grundlage vorher festgelegter Erfolgskriterien vergeben werden, und zwar sowohl in der Forschung als auch in der Lehre. „Das ist der von mir seit Langem angestrebte Systemwechsel“, triumphiert der SPD-Senator. „Damit befinden sich gute Forscher und gute Dozenten in der inneruniversitären Wertigkeit künftig auf Augenhöhe.“
Natürlich haben auch andere Bundesländer wie etwa Nordrhein-Westfalen längst die leistungsorientierte Mittelvergabe an den Hochschulen eingeführt. Zudem hängt in Berlin die Auswahl der Leistungskriterien von den weiteren Verhandlungen mit den Hochschulrektoren ab, die bis Ende 2009 abgeschlossen sein sollen. Würde jedoch der Vorschlag des Bildungssenators umgesetzt werden, könnte in der Tat ein Anreizsystem entstehen, das es so in der deutschen Bildungslandschaft noch nicht gegeben hat: Die vermehrte Berufung von Professorinnen könnte sich dann ebenso bezahlt machen wie das Werben um Studienanfänger aus Einwandererfamilien oder die Einschreibung männlicher Studenten in Studiengängen für Grundschullehramt.
„Wir sind die Ersten, die Hochschulen aufgrund tatsächlich erbrachter Leistungen finanzieren“, sagt Zöllner. So würde auch das Einwerben von Drittmitteln den Hochschulen künftig genauso Staatszuschüsse einbringen wie die nachhaltige Senkung der Studienabbrecherquoten oder das verstärkte Engagement im immer noch weitgehend brachliegenden Weiterbildungsmarkt. Je nach ihrer Performance könnten die Hochschulen damit ihr Budget um noch einmal bis zu zehn Prozent steigern, umgekehrt könnte es im schlimmsten Fall um bis zu fünf Prozent geringer ausfallen. „Das von mir vorgeschlagene System atmet nach oben und unten“, sagt Zöllner und verspricht, dass die zusätzlichen Landeszuschüsse bis 2013 sogar über die angekündigten 333,7 Millionen hinaus steigen könnten. „400 Millionen mehr sind locker drin, wenn die Hochschulen entsprechend mehr Drittmittel einwerben und genug zusätzliche Studienplätze bereitstellen.“
Der LKPR-Vorsitzende Kutzler warnte indes, dass das vereinbarte Finanzierungskonzept die Hochschulen nicht gegen zusätzliche
Finanzierungsrisiken etwa in Form von Gehaltssteigerungen absichere. Neue Studienplätze seien zudem auf der Grundlage der Einigung nicht möglich.
Von 2012 an sollen die Zuschüsse an die Hochschulen jeweils auf der Grundlage des vorvergangenen Jahres (also zunächst 2010) berechnet werden. Die dafür nötigen Daten lägen in der Hochschulstatistik bereits vor, betonte Zöllner. „Die Sammlung verursacht keine Kosten und kein Mehr an Bürokratie.“ Der Sockelbetrag, der ein Drittel der Budgets ausmachen wird, soll zudem jährlich erhöht werden.
Sorgen, die leistungsbasierte Hochschulfinanzierung könnte für kleine Fächer das Aus bedeuten oder gar die freie Forschung zugunsten einer reinen Effizienzorientierung verdrängen, versucht Zöllner zu zerstreuen. „Mein Vorschlag sieht vor, dass es von Anfang an ein bestimmter Betrag für die kleinen Fächer reserviert ist, und die Hochschulen zudem über ihren Sockelbetrag so verfügen können, dass ein Herr Heidegger, der den ganzen Tag
nur nachdenkt, auch heute noch seinen so wichtigen Beitrag zum Universitätsleben leisten könnte.“
- Datum 01.07.2009 - 16:15 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Man könnte auch die TÜV-Prüfer danach bezahlen, wieviele Autos sie unbeanstandet durchwinken, die Richter nach der Zahl der Freisprüche usw.
An einer nach Leistung bezahlten Uni würde ich nie studieren wollen. Der arme Humboldt wird sich im Grabe herumdrehen, dass man jetzt aus seiner Uni eine Art Volksschule für Erwachsene macht. Es versteht sich doch von selbst, dass die Studenten bei dieser sozialistischen Gleichmacherei den Kürzeren ziehen werden.
...oder habe ich da was falsch verstanden ?
...bleiben Sie sachlich, ...vermeiden Sie Polemik, ...werden Sie nicht beleidigend
...oder habe ich da was falsch verstanden ?
...bleiben Sie sachlich, ...vermeiden Sie Polemik, ...werden Sie nicht beleidigend
...oder habe ich da was falsch verstanden ?
...bleiben Sie sachlich, ...vermeiden Sie Polemik, ...werden Sie nicht beleidigend
Abbrecherquoten lassen sich am Einfachsten durch einfachere Klausuren lösen. Einfachere Klausuren = weniger gelernt = Bildung nimmt qualitativ ab = Hochschulabschluss nix mehr wert.
Abbrecherquoten lassen sich am Einfachsten durch einfachere Klausuren lösen. Einfachere Klausuren = weniger gelernt = Bildung nimmt qualitativ ab = Hochschulabschluss nix mehr wert.
Mir fallen da regelmässig eine ganze Reihe negativer Attribute ein wenn ich von Ratings, Leistung, Wettbwerb in Bereichen lese die dies nicht wirklich verdient haben und deren Bewährungsprobe für die Gesellschaft noch aussteht...
Fliessbandarbeit bzw. die Stückkosten lassen sich ja auch nicht unendlich billiger herstellen will man die Fundamente der uns bekannten und akteull noch als einigermassen lebenswert erachteten Gesellschaftsformen nicht untergraben.
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
Kann auch h.c. sein, mir wurscht.
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"Aristoteles war kein Belgier. Die Hauptbotschaft des Buddhismus lautet nicht: 'Jeder kämpft für sich selbst'. Und die Londoner Untergrundbahn ist keine politische Bewegung."
A Fish called Wanda
Jede Universität hat irgendwo ihr Steckenpferdchen - nicht jede Uni hat Grundschullehramt als Hauptfach und nicht jede Uni wird von zahlreichen Studenten aus Einwandererfamilien besucht.
Das ist Selektion in Reinform - schön was die Linke & SPD Regierung alles unter Gleichmachung versteht.
Wie wäre es, wenn Unis davon profitieren, dass sie z.B. Kinder aus Arbeiterfamilien nehmen, oder Hartz 4- Empfänger. Aber scheinbar sind Aussiedlerkinder mehr wert als Kinder von Arbeitslosen. Hier wird selektiert in einem nicht gerechtem und völlig unverständlichem Maße.
Zudem - was ich von anderen Unis höre, wenn Germanistik angeboten wird auf UNIs gibt es oft viele Studierenden aus anderen Ländern, so eine Uni - übertragen auf den Bund - in Aachen z.B.- die Technik und Naturwissenschaften fördert (das was eigentlich immer gebraucht wird) - würde also weniger erhalten.
Dann auch noch nach Abbrechern? Das setzt ja wohl allem die Krone auf... Bitte, das haben wir bereits in Naturwissenschaften, wo jeder durchkommt, das Ergebnis kennt jeder. Eine Generation mit Chemie 1.0 ohne zu wissen was eine Aldehydverbindung ist...
Abbrecherquoten lassen sich am Einfachsten durch einfachere Klausuren lösen. Einfachere Klausuren = weniger gelernt = Bildung nimmt qualitativ ab = Hochschulabschluss nix mehr wert.
Vom Ende der qualitativ guten Bildung. Man equalisiert einfach die Standards auf ein möglichst einfaches Niveau damit selbst der DÜMMSTE Student alles kapiert und am Ende haben wir nur noch einen noch größeren Haufen Unqualifizierter als wir es durch die Bolognia-Reform bereits vollbracht haben.
Und jetzt spaltet man ja nicht nur so wie man es bereits geschafft hat - durch die reale Armut Deutschland in drei Teile - bald wird man auch die Hochschulwelt in xx Teile spalten.
Willkommen im Zeitalter der Bildungsinflation...
an Schulen in allen Bundesländern doch schon seit Jahren um die Anzahl der Abiturienten zu pushen. Damit entwertet man natürlich auch die anderen Schulabschlüsse. Nun also auch an Hochschulen. Gratulation an unsere tollen Politiker! So vernichtet man auch das einzige Kapital was uns international die Konkurrenzfähigkeit gesichert hat.
an Schulen in allen Bundesländern doch schon seit Jahren um die Anzahl der Abiturienten zu pushen. Damit entwertet man natürlich auch die anderen Schulabschlüsse. Nun also auch an Hochschulen. Gratulation an unsere tollen Politiker! So vernichtet man auch das einzige Kapital was uns international die Konkurrenzfähigkeit gesichert hat.
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