Neben Verteidigungsminister Edmundo Orellana Mercado wurde auch Armeechef Vásquez Velásquez entlassen. Aus Protest dagegen traten kurz darauf die Chefs des Heeres, der Marine und der Luftwaffe zurück, wie der Rundfunk in Tegucigalpa berichtete. Das Oberste Gericht von Honduras hat am jetzt die Wiedereinsetzung des abgesetzten Generalstabschefs angeordnet.

Die Gegner unterstellen Zelaya, Verfassungsänderungen durchsetzen zu wollen, um an der Macht zu bleiben. Manuel Zelaya gilt als politisch isoliert und wird derzeit nur noch von wenigen linken Gruppierungen des Landes unterstützt. Im November dieses Jahres finden Neuwahlen statt.

Am kommenden Sonntag will Zelaya eine Volksbefragung durchführen. Dabei geht es um die Frage, ob er eine Versammlung einberufen soll, um eine neue Verfassung für das Land auszuarbeiten. Auch in Venezuela und anderen lateinamerikanischen Staaten haben Volksbefragungen dieser Art schon stattgefunden.

Zelaya befahl der Polizei und offenbar auch den Streitkräften, für die Sicherheit bei den Abstimmungen zu sorgen. Medienberichten zufolge wurden in der Hauptstadt Einheiten der Streitkräfte gesichtet. Die Staatsanwaltschaft und das Oberste Gericht des mittelamerikanischen Landes haben das Referendum jedoch als illegal bewertet. Der gestürzte Chef der Streitkräfte, General Romeo Vásquez Velásquez, erklärte noch in der vergangenen Nacht, er werde sich dem Befehl des Präsidenten unterordnen. Er rief die Armee auf, Ruhe zu bewahren.

Zelaya war 2006 als Kandidat der konservativen Liberalen Partei zum Präsidenten von Honduras gewählt worden. Er hat mit Ausnahme der linken Gruppierungen alle politischen Kräfte, aber auch die Kirchen des Landes gegen sich aufgebracht, seit er Ende 2008 sein Land in das Wirtschaftsbündnis Alba führte. Venezuela geführte Bündnis Alba führte. Dieses lateinamerikanische Bündnis unter der Führung von Kuba und Venezuela soll ein Gegenentwurf zu dem Wirtschaftsraum der USA darstellen.