Putsch in Honduras Übergangsregierung verweigert Wiedereinsetzung Zelayas
Sollte der gestürzte Präsident wie angekündigt nach Honduras zurückkehren, werde man ihn festnehmen
Nach dem Militärputsch in Honduras hat die Übergangsregierung des Landes eine Wiedereinsetzung des gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya ausgeschlossen. Zelaya werde festgenommen, sollte er in sein Heimatland zurückkehren, sagte der Außenminister des zentralamerikanischen Landes, Enrique Ortez. Dies werde auch geschehen, wenn Zelaya mit einer Delegation der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) nach Honduras reisen sollte, wie dieser angekündigt hatte. "Wir verhandeln nicht über unsere nationale Souveränität oder die Präsidentschaft", sagte Ortez. Auch den Plan, eine Verhandlungsdelegation zu Gesprächen nach Washington zu schicken, habe man fallen gelassen. Jedoch würden Vertreter von vier OAS-Ländern in dieser Woche nach Honduras reisen. Ein OAS-Sprecher in Washington erklärte jedoch, keine Kenntnis von einem solchen Plan zu haben.
Zuvor hatte die OAS der Übergangsregierung in Honduras eine Frist zur Wiedereinsetzung Zelayas bis zum Wochenende gesetzt. Andernfalls wolle die OAS die Suspendierung der Mitgliedschaft von Honduras beraten. Zelaya hatte daraufhin angekündigt, er werde nach dem Verstreichen der Frist in sein Heimatland aufbrechen. Er werde dann unter anderen auch von den Präsidenten Ecuadors und Argentiniens begleitet.
Zelaya war am Sonntag vom Militär gestürzt worden. Seinen Gegnern in Parlament, Justiz und Armee missfielen die Pläne des immer weiter nach links gerückten Präsidenten, über eine Verfassungsänderung eine Wiederwahl anzustreben. Zelaya hat sich inzwischen bereiterklärt, auf eine zweite Amtszeit nach den regulären Wahlen im November zu verzichten.
- Datum 02.07.2009 - 07:51 Uhr
- Serie News
- Quelle ZEIT ONLINE, cl, Reuters
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