Google in China müsse sich streng an die geltenden Gesetze halten, sagte Außenamtssprecher Qin Gang. Die gegen Google ergriffenen Strafmaßnahmen bezeichnete er als gesetzeskonform. Am Mittwochabend waren einige Googleseiten in China für etwa ein Stunde nicht zu öffnen. Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtet, dass es sich hierbei möglicherweise um eine bewusste Blockade seitens chinesischer Regierungsstellen handle.

Der Financial Times zufolge sind die Googleseiten nach dem Beginn der Ausfälle aber auch in China weiterhin über sogenannte Proxy-Server erreichbar gewesen. Ein solches Verhalten spreche normalerweise dafür, dass Google durch Zensurmaßnahmen blockiert werde.

Der britische Guardian vermutet hinter der möglichen Googleblockade ein Ablenkungsmanöver. Die Maßnahme könne dazu gedacht sein, vor der in wenigen Tagen bevorstehende Einführung des Filtersystems "Grüner Damm" abzulenken.

In der vergangenen Woche hatte die Aufsichtsbehörde Google angewiesen, auf seiner chinesischen Seite "pornografische und vulgäre" Inhalte zu blocken. Am Mittwoch forderte die US-Regierung China auf, Pläne für den Einbau eines Internetfilters in chinesische Computer aufzugeben. Die Software werfe Fragen bezüglich der Zensur und der Sicherheit des Internets auf. Ab dem 1. Juli sollen alle neuen Computer in China mit der Filtersoftware ausgestattet werden, angeblich um Kinder vor ungeeigneten Seiten zu schützen.

Der Spiegel berichtete weiter, dass Google auf Chinas Maßnahme eine sofortige Kooperation angekündigt hatte. "Wir überprüfen unsere Dienste gründlich und werden alle notwendigen Schritte unternehmen, um jegliche Probleme mit unseren Suchergebnissen zu beseitigen", hieß es in einer Meldung des Unternehmens. Man sei sicher, bereits einen großen Teil der angesprochenen Kritikpunkte ausgeräumt zu haben.