Mir Hussein Mussawi erklärte auf seiner Internetseite, auf ihn werde Druck ausgeübt, seine Forderung nach einer Annullierung der Wahl fallenzulassen. Er denke aber nicht daran nachzugeben: "Es hat Manipulationen in großem Umfang gegeben. Ich bin bereit zu beweisen, dass die Hintermänner verantwortlich für das Blutvergießen sind." Die Fortsetzung der rechtmäßigen und friedlichen Proteste werde dafür sorgen, dass die  Ziele der Opposition erreicht würden. Mussawi warnte, die Unterdrückung der Opposition könne zu neuer Gewalt führen.

Seine Anhänger rief Mussawi noch einmal auf, bei ihren Protesten nicht gegen Gesetze zu verstoßen oder ihr Leben zu riskieren. "Ich bitte das iranische Volk aufrichtig, ruhig zu bleiben und jegliche Spannung zu vermeiden, damit niemand behaupten kann, die grüne Bewegung werde aus dem Ausland gesteuert", schreibt Mussawi.

Die iranische Regierung und das staatliche Fernsehen hatten die Massenproteste nach der Präsidentschaftswahl in Teheran Randalierern zugeschrieben, die Verbindungen zu westlichen und israelischen Kreisen haben.

"Wir müssen dieses teuflische Komplott ausschalten, indem wir bei unseren Protesten die Prinzipien der Iranischen Revolution achten", forderte Mussawi. Er bestätigte zudem Berichte, nach denen 25 Autoren seiner Internetseite festgenommen wurden. Zudem sei seine Zeitung Kalameh-Sabz (Das grüne Wort) verboten worden.

Die Regierung habe die Arbeit der iranischen freien Presse untersagt und erlaube lediglich staatliche Medien, sagte Mussawi. Damit animiere man die Menschen, sich auf ausländische Medienberichte zu verlassen. Im Moment dürfen allerdings auch die ausländischen Medienvertreter nicht direkt von den Demonstrationen berichten. Viele verlassen sich daher auf unbestätigte Angaben aus dem Internet.

Laut einer Meldung der halbamtlichen Nachrichtenagentur Fars, hatte sich Mussawi am Morgen mit mehreren hochrangigen Parlamentsabgeordneten sowie den früheren Präsidenten Akbar Haschemi Rafsandschani getroffen. Mussawi und Rafsandschani hätten den Wunsch geäußert, den Konflikt um die umstrittene Wiederwahl von Präsident Ahmadineschad beizulegen, sagte der Vorsitzende des Sicherheitsausschusses des Parlaments, Aladdin Burudscherdi. Es war das erste Treffen Mussawis mit Offiziellen seit Beginn der Massenproteste gegen das Wahlergebnis vor fast zwei Wochen, bei denen bisher mindestens 17 Menschen starben.