Nach der Wahl in Iran Ahmadineschad warnt den Westen
Mit harschen Worten hat Irans Präsident auf die internationale Kritik an seinem Umgang mit der Opposition reagiert. Versöhnlichere Signale kamen vom Wächterrat
Ungeachtet aller Proteste und Vorwürfe der Wahlfälschung schlägt der umstrittene iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad wieder scharfe Töne gegen den Westen an. "Ohne jeden Zweifel wird die neue iranische Regierung dem Westen entschiedener und machtvoller begegnen", sagte Ahmadinedschad am Samstag. Dies berichtete die staatliche Nachrichtenagentur IRNA.
Mit Blick auf internationale Kritik fügte er hinzu: "Diesmal wird die iranische Nation entschieden und klar antworten, so dass ihr (der Westen) beschämt seid und bereut." US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel hatten am Freitagabend nach einem Treffen in Washington die demokratischen Rechte der Iraner und die Notwendigkeit einer Beendigung der iranischen Nuklearpläne betont.
Ahmadinedschad sagte weiter, US-Präsident Obama und Führer europäischer Länder hätten die iranische Nation beleidigt, weil sie sich in innere Angelegenheiten der islamischen Republik eingemischt hätten. "Wenn Obama über Wandel spricht, warum folgt er dann seinem Vorgänger George W. Bush und mischt sich in unsere staatlichen Angelegenheiten ein", sagte das iranische Staatsoberhaupt. Die Weltmächte sollten zu ihren eigenen Grenzen zurückkehren, sie sollten aufhören, sich in die Angelegenheiten anderer Staaten einzumischen und deren Ansehen zu beschädigen, indem sie mit "imperialistischer und arroganter Rhetorik" zur Welt sprächen..
Beobachter in Teheran gingen davon aus, dass Ahmadinedschad mit seiner Warnung an den Westen deutlich machen wollte, dass die Regierung bezüglich Streitthemen wie dem iranischen Atomprogramm oder der Nahostpolitik weniger kompomissbereit sein werde als je zuvor.
Nachdem bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten mindestens 25 Menschen gestorben waren, hatte der Wächterrat einen Lösungsvorschlag zur Beilegung des Konflikts gemacht. Demnach soll ein Sonderkomitee gebildet werden, um zehn Prozent der Ergebnisse der Präsidentschaftswahl vom 12. Juni zu überprüfen. Auch zwei Wochen nach dem Votum wurde Ahmadinedschads Wiederwahl immer noch nicht offiziell bestätigt.
Das Angebot des Wächterrats sei ein Novum in der Geschichte der Islamischen Republik, sagte der Sprecher des Gremiums, Abbas Ali Kadkhodaei. Bisher habe der Wächterrat niemals eine Einmischung von außen gestattet. Zu den Überprüfungen sollen erstmals auch Medien zugelassen werden. Der Wächterrat rief den Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi und den anderen unterlegenen Kandidaten, Mehdi Karrubi, auf, ihre Vertreter für das Komitee innerhalb von 24 Stunden zu benennen.
Viele Menschen in Iran bezweifeln, dass die Abstimmung und die Auszählung nach der Präsidentschaftswahl korrekt verliefen. Ähnlich sei auch das Parlament gestimmt, das im kommenden Monat Ahmadinedschads neues Kabinett billigen soll. Nach Informationen der Zeitung Etemad Melli werden mindestens vier Minister der jetzigen Regierung, darunter der Ressortchef für Verteidigung, höchstwahrscheinlich nicht mehr dem neuen Kabinett angehören. Ob es die eigene Entscheidung der Minister war oder ob Ahmadinedschad sie nicht mehr will, blieb unklar.
- Datum 27.06.2009 - 16:25 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 18
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





endlich mal aussprechen würde was er wirklich will??
wenn die Obama Euphorie erst einmal verhallt ist;
weil man ein System nicht steuern kann,
und wir unseren New Antiamerikanismus wieder pflegen könnten?
und uns ein wiedergeborener J.J. Winkelmann einen "Iran Renewal" ermöglicht,
dann könnten wir doch Iran als Atommacht und Partner begrüssen!?
unter einer jungen modernen Regierung sowieso.
Iran wird seinen Weg zu einem modernen Staat früher oder später machen
und wir werden dieses Land als Partner brauchen.
Europa kann nicht alles Amerika überlassen und nach den Russen schielen.
Ich mach mir die Welt.... widde widde....... wie sie mir gefällt.
Und auch im Iran......... habe ich schon meinen Plan.
Für das Schwarze Gold..... ist breits so mancher Kopf gerollt.
Ich lass die Medien schrein........ Im Iran da herrscht ein Schwein.
In den USA....... da sitzt der Chef ist klar.
Ich mach mir die Welt....... widde widde.......wie sie mir gefällt.
So, so, wir sind im Kinderreigen. Wenn der Blickwinkel der Intelligenz der Person entspricht, die das Lied populär gemacht hat, darf man von einer politischen Weitsicht nicht sprechen. Da sterben Menschen in einem Land für ein Recht, dass wir selbstverständlich in Anspruch nehmen und es wird diese Verteidigung nur mit dem Argument belegt, dass es der Westen sei, der sich um Macht, Reichtum und Pfründe kümmert.
Schade.....
So, so, wir sind im Kinderreigen. Wenn der Blickwinkel der Intelligenz der Person entspricht, die das Lied populär gemacht hat, darf man von einer politischen Weitsicht nicht sprechen. Da sterben Menschen in einem Land für ein Recht, dass wir selbstverständlich in Anspruch nehmen und es wird diese Verteidigung nur mit dem Argument belegt, dass es der Westen sei, der sich um Macht, Reichtum und Pfründe kümmert.
Schade.....
Wieder gehen raue Worte gen Westen: Muss doch das eigene Podest im Iran bis zum bitteren Ende verteidigt werden, auch wenn es international schon zerfallen ist.
Natürlich lässt man sich nicht gerne in die Karten sehen oder sogar diese neu mischen, hat man doch einen Auftrag von einer höheren Macht erhalten, der jedes Mittel billigt um ihn erfolgreich zu beenden!
Und der Wächterrat pockert natürlich auch mal gerne ...
Wahrscheinlich ist ein rudimentär atomar bewaffneter Iran nicht gleich einem atomar bewaffneten Ahmadineschad. Bei dem hohen Wert, den erste funktionsfähige Bomben für den Iran hätten, ist von einer inneriranisch rationalen Kontrolle dieser Waffen auszugehen. Diese Trümpfe würden die Mullahs nicht mit riskanten Abwürfen über Israel oder Arabien riskieren. Riskant mit der Frage der Funktion der Bomben, und möglicherweise tödlich durch massive Vergeltung des kombinierten Einsatzes USA und Israel. Eine ähnliche Situation, wenngleich wegen der Waffenzahl weitaus bedrohlicher, bestand hier bei uns viele Jahre. Der wirkliche Seismograph für die reale Macht des Irans ist der enge Nachbar Russland. Solange Russland sich an der Wut des Westens über die Hartnäckigkeit des Irans ergötzt, ist hier nichts zu befürchten, umso mehr, da die Russen über ihre atomare Kooperation mit Iran wahrscheinlich über beste Geheiminformationen verfügen. Auch die Türkei wird größeren Ambitionen des Iran entgegentreten. Diesen Thesen könnte natürlich Israel entgegensetzen, dass Israel eine atomare Vergeltung nicht mehr nutzt, weil es wegen seiner geringen Größe so empfindlich sei. Andererseits hat Israel selber mit dem Atompoker in der Region begonnen, viele Jahre bevor „islamische“ Atombomben überhaupt Gedankenspiele waren. Vor einiger Zeit hätte Israel noch die Option gehabt, die eigene Atomrüstung auf den Verhandlungstisch zu legen.
Drogendealer in der Öffentlichkeit an Kränen erhängt werden oder Mädchen von Menschenmassen gesteinigt werden, kann ich mir wirklich nicht vorstellen, dass eine kleine Gruppe Studenten aus Teheran und Internetnutzer tatsächlich die Mehrheit der Bevölkerung repräsentiert.
Ich denke es gab möglicherweise eine dieskrete Manipulation des Wahlergebnis, vermutlich war der Sieg Ahmadineschad nicht so deutlich. Aber es war sicher kein Sieg der Opposition. Dafür ist das ländliche Gebiet einfach noch nicht weit genug...
[Link entfernt. Bitte beachten Sie, dass wir auf solche Seiten nicht verlinken möchten. Vielen Dank. / Die Redaktion as]
...oder Bild-Zeitung zitieren. Wenn sie mal sich ein wenig mit dem Iran in den letzten Tagen beschäftigt hätten, dann hätten Sie mitbekommen, dass es nicht nur die "kleine bourgoise Studentenschaft" war, die bis vor kurzem zu Millionen auf die Straßen gegangen ist. Es gibt zahlreiche Analysen verschiedener Politik- und Sozialwissenschaftler, die sehr wohl die Lage in Iran nach dem Schema-F analysieren: Nicht nur in der New York Times, Washington Post, The Independent, The Guardian, Le monde oder auch in der Zeit selbst lassen sich zahlreiche kritisch-analytische Beiträge finden....
PS: Slavoj Žižek, Bernard-Henri Lévy, Navid Kermani etc etc, um noch einige Namen zu nennen.
...oder Bild-Zeitung zitieren. Wenn sie mal sich ein wenig mit dem Iran in den letzten Tagen beschäftigt hätten, dann hätten Sie mitbekommen, dass es nicht nur die "kleine bourgoise Studentenschaft" war, die bis vor kurzem zu Millionen auf die Straßen gegangen ist. Es gibt zahlreiche Analysen verschiedener Politik- und Sozialwissenschaftler, die sehr wohl die Lage in Iran nach dem Schema-F analysieren: Nicht nur in der New York Times, Washington Post, The Independent, The Guardian, Le monde oder auch in der Zeit selbst lassen sich zahlreiche kritisch-analytische Beiträge finden....
PS: Slavoj Žižek, Bernard-Henri Lévy, Navid Kermani etc etc, um noch einige Namen zu nennen.
So, so, wir sind im Kinderreigen. Wenn der Blickwinkel der Intelligenz der Person entspricht, die das Lied populär gemacht hat, darf man von einer politischen Weitsicht nicht sprechen. Da sterben Menschen in einem Land für ein Recht, dass wir selbstverständlich in Anspruch nehmen und es wird diese Verteidigung nur mit dem Argument belegt, dass es der Westen sei, der sich um Macht, Reichtum und Pfründe kümmert.
Schade.....
Putin droht, Ahmadinedschad warnt, Chavez droht, Nordkorea warnt, China droht -- und die westliche Welt fällt jedesmal wieder darauf herein und lässt sich am laufenden Band weiter erpressen.
Der selbsternannte iranische Präsident spricht ja nicht für das Volk, da er es mit den Mitteln Folter, Vergewaltigung, Hinrichtung, Medienzensur gerade ruhiggestellt hat. Man wiederhole die Worte dieses verrückten Kriminellen im Hinblick darauf. Es gibt gute Gründe gerade im Interesse der iranischen Bevölkerung diese Gangster aus dem schönen Iran zu jagen und der Bevölkerung nach 30 Jahren die schönen Seiten des Lebens zu zeigen. Es ist nicht akzeptabel, dass diesen Kriminellen in der Welt so viel Beachtung geschenkt wird, wohingegen die derzeit im Iran wegen der Proteste gefolterten und vergewaltigeten Menschen keine Stimme und Unterstützung in der Welt erfahren. Die Frage müsste also lauten "Wie können wir den Menschen dort helfen?" oder "Wie können wir die Kriminellen zur Verantwortung ziehen". Ich halte es für falsch, sich nicht einzumischen oder wegzugucken. Immerhin ist Deutschland auch einmal von einem Wahnsinnigen befreit worden. Und der hatte sich nicht 30 Jahre halten können.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren