Trauer um Michael Jackson "Zu gut für diese Welt"
Traurige Fans von Michael Jackson suchen die Nähe zu seiner Familie. Sie versammeln sich vor dem Elternhaus des "King of Pop" in Los Angeles.

© Silke Tittel
Journalisten filmen Kinder vor dem Haus der Jackson-Familie im San Fernando Valley
Es ist ein schräges Szenario. Rund 100 Journalisten schwitzen in der erbarmungslosen Mittagssonne. Dutzende von Fernseh-Übertragungswagen blockieren die abgesperrte Straße im San Fernando Valley von Los Angeles. Kleine Gruppen von Fans, die langsam zu Fuß auf das Haus der Familie Jackson zugehen, werden von Reportern mit Notizbuch und Mikrofon bestürmt. Die wenigen unter ihnen, die ein Michael-Jackson-T-Shirt tragen oder ein großes Plakat im Arm halten, sind besonders gefragt. "Wir sollten eine Nummer ziehen", witzelt ein Fernsehjournalist, der gerade einen Kollegen im Rennen um eine besonders fotogene Interview-Partnerin geschlagen hat.
Wären die Journalisten nicht, wäre es sehr still hier. In Gedanken versunken stehen Trauernde im Schatten vor der hohen Backsteinmauer, hinter der sich die Villa der Jacksons befindet. Mütter flüstern mit ihren Kindern, und selbst wenn eine Limousine mit verdunkelten Scheiben hinein- oder herausfährt, erschallen nicht die sonst üblichen Rufe, in der Hoffnung, einen Star zu sichten. "Danke, dass Ihr Michael mit uns geteilt habt", heißt es schlicht auf einem der vielen Plakate, die inmitten von Blumen und Teddybären an der Mauer lehnen.
"Ich bin Michaels größter Fan", bekennt Wanda Smith stolz. Die Polizistin, die mit ihren beiden Töchtern im Teenager-Alter gekommen ist, kann sich noch gut an das legendäre Konzert der Jackson 5 in der Hollywood Bowl 1971 erinnern. Danach habe sie jede CD gekauft, die Michael Jackson aufgenommen hat. Über die Jahre sei sie immer wieder hierher gekommen, um sich ihrem Idol nah zu fühlen. "Es ist, als ob ein Familienmitglied gestorben ist", sagt sie.
Die Nachricht schlug in "Jackos" Heimatstadt wie eine Bombe ein: "Ein Mann in der S-Bahn stand auf und verkündete, dass Michael Jackson tot ist. Alle anderen Passagiere meinten zuerst, das sei ein schlechter Scherz", erinnert sich Wanda Smith. Zuhause habe sie gleich den Fernseher eingeschaltet – und dann setzte der Schock ein. "Meine Mädchen haben mich zum ersten Mal in ihrem Leben weinen sehen."
Während ein findiger Manager eines nahegelegenen italienischen Restaurants schon Coupons für ein Mittagessen zum halben Preis an die etwa 200 Anwesenden verteilt, versuchen Journalisten immer noch vergeblich, ein kritisches Wort aus den Fans herauszulocken. "Michael war ein Pionier, ein Visionär", schwärmt der Nachbar Edward Nerveau. Nur Prince und Madonna hätten die Entwicklung der Musik ähnlich stark vorangetrieben. Die "angebliche Kindesmisshandlung" sei nichts als ein Missverständnis gewesen, das Werk sensationslustiger Medien und geldhungriger Eltern. "Michaels Unschuld wurde manipuliert."
Rührige Fans erzählen einer Fernsehkamera nach der anderen, dass sie in dem Star einen bescheidenen Mann erkannt haben, der trotz Geld und Ruhm keine Arroganz kannte. "Er hat uns doch ständig gesagt, dass er uns liebt", sagt Alice Plasincia fast trotzig. Denn der Mann, den sie grenzenlos verehrt, "konnte wirklich über Wasser gehen". Niemand hier zweifelt daran, dass der schmale, blasse Sänger, der in den vergangenen Wochen häufig im Rollstuhl zu den Proben kam, im Juli bei der großen Londoner Konzertreihe sein großes Comeback gefeiert hätte. "Er war ein kluger Mann, er wusste, wie viel daran hing." Genau aus diesem Grund ist Plasincia der plötzliche Tod suspekt. "Er hat nicht getrunken oder geraucht, und der Rest seiner Familie ist doch auch gesund", meint sie. "Wer weiß, wer an seinem Tod verdient."
- Datum 29.06.2009 - 11:22 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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...wenn ausgerechnet ZEIT Online Zurückhaltung üben würde.
Zum Glück merkt Michael nichts mehr davon. Endlich haben ihn die Medien zur Strecke gebracht, jetzt wird die Strecke verblasen.
"Wären die Journalisten nicht, wäre es sehr still hier. "
...bleiben Sie sachlich, ...vermeiden Sie Polemik, ...werden Sie nicht beleidigend
[Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Vielen Dank. / Die Redaktion as]
...zensur findet nicht statt. wieso gekürzt? gelöscht heißt das.
...zensur findet nicht statt. wieso gekürzt? gelöscht heißt das.
Zunächst: Ich bin kein MJ-Fan! Vielleicht ist dieser Abstand ganz hilfreich, wenn man ein Phänomen beobachtet, das sich in den vergangenen knapp 24 Stunden zu einer handfesten Kollektiv-Psychose zu entwickeln scheint: Unabhängig voneinander bekundeten drei Personen aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis, dass sie selbstverständlich davon ausgingen, dass Jackson - wie bereits zuvor Elvis Presley und John Lennon - durch "interessierte Mächte" beseitigt, also ermordet wurden.
Nun könnte man dieses beruhigt als eine Art "spontaner Schockverarbeitung" einstufen, die sich in ein oder zwei Tagen wieder gelegt haben wird, wenn nicht bereits in organisierter Form Medien der Yellow Press und private (Trash-)TV-Stationen auf den Zug aufspringen würden.
Wer hat etwas von Verschwörungstheorien (in jedem gesellschaftlichen Bereich)? Einerseits natürlich diejenigen, die an ihnen unmittelbar verdienen (Auflage bzw. Einschaltquote); andererseits - und das ist der weitaus gefährlichere Teil! - Menschen, die beeinflussen wollen - und die beeinflussen können.
Wohin eine solche Massenbeeinflussung führen kann, dafür ist für mich immer noch die "Sportpalast-Rede" Reichspropagandaminister Goebbels' ("Wollt Ihr den totalen Krieg?") das abschreckendste Beispiel.
Verschwörungstheoretiker stellen letztendlich eine Gefahr für eine offene Gesellschaft im Sinne Karl R. Poppers ("Open Society") dar! Denn an dem Punkt, an dem der gesellschaftliche Diskurs nicht mehr über Fragen der - sehr realen - Gegenwart und Zukunft geführt wird (Wirtschaftskrise/Arbeitsplätze, Ökologie/Energie, Außenpolitik/Verteidigung, ...), sondern über "Pseudo-Themen", hat sich ein Großteil des Souveräns inhaltlich verabschiedet! Der Ausdruck dieser Verabschiedung ist eine Geringachtung demokratischer Partizipationsmöglichkeiten (siehe beispielsweise die Wahlbeteiligung bei der Europawahl!).
Vielleicht hilft ja ein Blick in die Bücher zweier Prominenter weiter, die ebenfalls in diesem Monat Schlagzeilen gemacht haben: Lord Ralf Dahrendorf und Jürgen Habermas.
Demokratie braucht Demokraten, nicht Zuschauer auf "virtuellen Spielfeldern" (und das sind "Verschwörungs-Gläubige" nun einmal).
Ich wünschte, Sie würden den wirklich wichtigen Themen dieser Welt (wie etwa Darfur oder der stetigen Erosion unseres Mittelstands) den Platz einräumen, der jetzt vom Tod eines Unterhaltungssängers eingenommen wird. Es muss doch noch einen Unterschied geben zwischen Bravo und einer 'seriösen' Wochenzeitung. (?)
Viele Grüße, Grinsi
Hiermit entschuldige ich mich bei Ihnen im Namen aller, die Sie gezwungen haben, diesen Artikel zu lesen UND ihn zu kommentieren.
Hiermit entschuldige ich mich bei Ihnen im Namen aller, die Sie gezwungen haben, diesen Artikel zu lesen UND ihn zu kommentieren.
diese Welt ist deshalb so schrecklich, da es einfach zu viele Egoisten gibt, die andere Menschen nicht respektieren zu schätzen. Was für Sie wichtig ist, muss nicht unbedingt für die anderen auch wichtig sein, was für Sie unwichtig ist, muss auch nicht unbedingt unwichtig sein für die anderen.
Hiermit entschuldige ich mich bei Ihnen im Namen aller, die Sie gezwungen haben, diesen Artikel zu lesen UND ihn zu kommentieren.
aber wenn man sich einfach mal anschaut, wozu dieser Mensch in der Lage war und was er alles geschaffen hat...
Billie Jean - 30. Anniversary Special
Eine ganze Konzerthalle, gröllend, voller Erwachsener die kreischen, springen, vor lauter Begeisterung heulen.... den ganzen Auftritt lang...
Dieser Mensch war so groß, dass er unter seinem Gewicht letztendlich zusammenbrach und ausgerechnet diejenigen, mit denen er den meisten Ärger hatte (Medien), die stürzen sich nun auch noch im Nachhinein auf ihn.
Die Konzerte wären ein Spektakel ohne Gleichen geworden!
Traurig, dass es so kam...
Man kann nur das Beste für alle Hinterbliebenen hoffen!
...zensur findet nicht statt. wieso gekürzt? gelöscht heißt das.
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