Ost-Kongo Der unbekannte Krieg Seite 3/3
Andere Beobachter teilen diesen Optimismus nicht, sind sich aber mit den Befürwortern von Operation "Kimia II" in zwei Punkten einig: Ohne die Eliminierung der FDLR in den Kivus ist, erstens, ein Frieden und damit ein Staatsaufbau im Kongo nicht möglich. Und zweitens wären die Erfolgsaussichten weit größer, wäre die Verheerung für die Zivilbevölkerung deutlich geringer, hätten die USA und Europa außer dringenden Appellen, die Hutu-Milizen endlich auszuschalten, etwas handfestere Hilfe zu bieten.
Wenn schon keine Eingreiftruppe, dann vielleicht eine Truppenverstärkung für die Blauhelme, um diese für Einsätze gegen die FDLR zu entlasten. Oder ein paar Hubschrauber. Oder Aufklärungstechnologie. Oder ausreichend Geld und Personal für die Demobilisierung vor allem jüngerer FDLR-Kämpfer, die ihre Waffen niederlegen wollen. Oder wenigstens massiven Druck auf Kongos Regierung und Armee, dessen Offizierskorps weiterhin ungestört die Soldkassen plündert und das Geld unter anderem in den kleinen Bauboom in der Hauptstadt investiert.
Dort entdeckt man nach langem Suchen doch noch einen Hinweis auf den Krieg: "Cultivons l’amour, pas la guerre" steht in großen Buchstaben auf einem Straßenplakat im Bezirk Limete. "Lasst uns die Liebe kultivieren, nicht den Krieg." Es handelt sich um Kondomwerbung für die Marke "Prudence". In den Zeiten von AIDS ist das ein recht origineller Spruch. Gemessen daran, was sich dieser Tage im Ostkongo abspielt, ist es der blanke Hohn.
Ein Beitrag aus dem ZEIT ONLINE-Weblog der Autorin
- Datum 30.06.2009 - 19:11 Uhr
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Frau Boehm sollte nach ihren haeufigen Recherchen in Afrika wissen, dass diese Buergerkriege nicht durch internationale "Eingreiftruppen" geloest werden koennen. Die machen alles noch schlimmer und sind auch von der Bevoelkerung nicht erwuenscht. Die Buergerkriege in Afrika nach der Entlassung in die Unabhaengigkeit sind das Ergebnis von ca. 300 Hundert jaehriger brutaler Kolonialzeit, in der die Stammesgebiete von den Kolonialherren nach Belieben oder nach Absprache mit dem Nachbarn auseinander gerissen oder verkleinert wurden, bis sie zur Versorgung der Bevoelkerung nicht mehr ausreichten. Sie reichten aber den Kolonialherren zur Ausbeutung. Daher die Buergerkriege. Es geht ums Ueberleben.
mit den 300 Jahren richtig wäre/ist, hilft diese Erkenntnis den Betroffenen vor Ort heute zu überleben? Und hätten dann nicht vielleicht die Kolonialmächte von einst, die ja nach Ihrer Lesart Schuld am derzeitigen Übel haben, die moralische Verpflichtung durch eine "Eingreiftruppe" die Region zu befrieden?
mit den 300 Jahren richtig wäre/ist, hilft diese Erkenntnis den Betroffenen vor Ort heute zu überleben? Und hätten dann nicht vielleicht die Kolonialmächte von einst, die ja nach Ihrer Lesart Schuld am derzeitigen Übel haben, die moralische Verpflichtung durch eine "Eingreiftruppe" die Region zu befrieden?
Wenn ich auf diesen Seiten solche Forderungen nach "Eingreiftruppen" und "Friedensmissionen" lese, dann habe ich mir angewöhnt, sofort nach den Bodenschätzen des betreffenden Landes zu googlen. Im Falle des Kongo landet man dann sofort bei Coltan bzw. Tantal. Das ist ein wirklich sehr seltenes Metall, was man für besonders kleine Kondensatoren und damit für fast alle Miniatur-HighTech braucht.
Wenn ich in diesem Licht interessante Geschichten über lokale Stammesführer etc. pp. lese, aber kein einziges Wort über die vermutlich viel entscheidenderen Förderrechte und Handelsbeziehungen, dann fühle ich mich vor allem desinformiert. So wird das nix mit dem "Qualitätsjournalismus".
mit den 300 Jahren richtig wäre/ist, hilft diese Erkenntnis den Betroffenen vor Ort heute zu überleben? Und hätten dann nicht vielleicht die Kolonialmächte von einst, die ja nach Ihrer Lesart Schuld am derzeitigen Übel haben, die moralische Verpflichtung durch eine "Eingreiftruppe" die Region zu befrieden?
Sie meinen wohl Deutschland, lieber Pausenfüller, denn das Ostkongo-Grenzgebiet gehörte doch wohl zu Deutschostafrika, oder?
Sie meinen wohl Deutschland, lieber Pausenfüller, denn das Ostkongo-Grenzgebiet gehörte doch wohl zu Deutschostafrika, oder?
...Das die Autorin praktisch in einem Atemzug Ruanda nennt und im anderen Atemzug eine internationale Eingreiftruppe. Dabei wissen alle, dass die großen Industriemächte und UN-Mächte KEIN Interesse am Frieden haben in Afrika - und vor allem nicht im Congo.
Das Problem ist aber auch, dass auf Afrika kein Entwicklungskonzept, keine Entwicklungstheorie und keines der Konzepte der Globalisierung zutrifft. Es bedarf daher keiner "alten" Mittel sondern stattdessen grundsätzlich anderen Dingen um diese Situationen zu verhindern - sofern sie sich überhaupt verhindern lassen.
Mit dem Absatz 216 seines heutigen Entscheids (BVerfG, 2 BvE 2/08 vom 30.06.2009) beruft sich das Bundesverfassungsgericht ausdrücklich und in völlig neuer Terminologie auf die real existente Grenze, die unübersteigbar und daher unantastbar ist. Schickt sich der Einzelne durch die Bildung des Kollektivs einer juristischen Person dennoch an, zu versuchen diese Grenze zu überschreiten, erhöht sich allgemein lediglich die Wahrscheinlichkeit des Ausschlusses des Einzelnen aus der jeweiligen Gesellschaft, die in den 1990er Jahren in den Völkermord in Ruanda und gegenwärtig im Osten der Republik Kongo in dadurch illegale Kriegshandlungen mündet. Nicht die kongolesische Armee ruft dies somit auf, sondern die Polizei. Militärische Eingriffe demgegenüber zu fordern, kommt daher dem Straftatbestand fahrlässiger Tötung gleich.
Sie meinen wohl Deutschland, lieber Pausenfüller, denn das Ostkongo-Grenzgebiet gehörte doch wohl zu Deutschostafrika, oder?
Und Sie verklickern dann unseren Bundesbürgern ein bundesrepublikanisches Kontigent dort in Friedensmission in UNO-Mission?
Der Lesart meines Kommentars 3 hätten wir ja denn wohl diese moralische Aufgabe.
Und Sie verklickern dann unseren Bundesbürgern ein bundesrepublikanisches Kontigent dort in Friedensmission in UNO-Mission?
Der Lesart meines Kommentars 3 hätten wir ja denn wohl diese moralische Aufgabe.
Die denken bestimmt, wenn ich ganz, ganz hart arbeite werde ich eines Tages, eventuell einen Weissen haben der fuer mich arbeitet. lol
Kann mir jemand diese Vermittlung geben wo man Mobiletelefone im Austausch fuer afrikanische Kinder bekommt? Ich und mein Freund Tobias wollten schon immer einen suessen, kleinen farbigen Jungen haben.
Abgesehen davon, daß ich sicher bin daß auch Waffen aus Deutschland im Kongo eingesetzt werden (Deutschland ist der drittgrößte Waffenproduzent der Welt) ärgere ich mich über diesen Ruf nach internatinalen Eingreiftruppen. Die Gier der alten Kolonialherren und die Gier des Westens heute spalten das Land und nähren den Bürgerkrieg.
Weiß die Verfasserin das?
Weiß sie, wie es im Kongo aussieht?
Kennen Sie den Film CONGO-River?
Wissen Sie, daß die westliche Politik immer über NGOs, Missionare sogenannte Menschenrechtler in fremde Länder hinein getragen wird und dort die Gesellschaft auf sehr subtile Art spaltet?
Kennen Sie das Buch der norwegischen Politikerin Janne Matlary VERUNTREUTE MENSCHENRECHTE?
Die Bodenschätze des Kongo-Zaire Gebietes gehören den Menschen dort und nicht dem gierigen Konzernen des Westens.
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