Zum Tode Michael Jacksons Vom König zum Hofnarren
Michael Jackson hinterlässt einen Thron, aber keinen Nachfolger. Es wird nie wieder einen Popstar seiner Größenordnung geben, denn die Achtziger sind vorbei

© Phil Walter/Getty Images
Michael Jackson, der König der Achtziger, 1996 auf "HIStory"-Tour
Wenn ein König stirbt, ist die Nachfolge meist schon geregelt. Aber was, wenn der König des Pop stirbt? Wer wird nach Michael Jackson auf dem Thron sitzen? Niemand. Denn einen Popstar seiner Größenordnung wird es nie mehr geben. Michael Jacksons Erfolg und späterer Abstieg ist untrennbar mit dem Zeitgeist der achtziger Jahre verbunden. Nur in einem Jahrzehnt, das Exzentrik und maßloses Profitstreben derart kultivierte, konnte sich seine Künstlerpersönlichkeit voll entfalten. Sein schier unermesslicher Reichtum und exzessiver Lebensstil, die Skandale und Gerüchte, verschafften dem Gesamtkunstwerk Michael Jackson ungeteilte Aufmerksamkeit.
Während sich die Popwelt heute kaum mehr überschauen lässt, konzentrierte sie sich in den achtziger Jahren auf ganz wenige Künstler. Einer von ihnen trug einen weißen Handschuh und tanzte den Moonwalk.
Wie kaum ein Musiker zuvor, begriff Jackson, dass dauerhafter Erfolg ohne die vollkommene Kontrolle seines Images nicht zu haben war. Fortan galt es, alle medialen Ausdrucksformen der Musikindustrie zu beherrschen und zu meistern. Nur so ließ sich das Gesamtkunstwerk lebendig halten. Egal, wohin der technische Fortschritt die Popmusik steuern mochte – Michael Jackson würde schon dort sein.
Im Jahr 1982 ging Jackson ins Aufnahmestudio mit dem klaren Ziel, die erfolgreichste Platte aller Zeiten aufzunehmen. Es gelang ihm, dank modernster Studiotechnik und aggressiven Marketings der Plattenfirma. Thriller verkaufte sich bis heute mehr als 100 Millionen Mal. Dieser Erfolg ermöglicht es Jackson, die Entwicklungen der Musikbranche nach seinen Vorstellungen zu gestalten. Mit seinen gigantischen Shows ließ er das Konzertgeschäft wieder aufblühen. Seine Bad World Tour im Jahr 1988 besuchten 4,4 Millionen Zuschauer weltweit. Danach mussten Konzertveranstalter und Promoter umdenken und folgten seinem Beispiel.
Heute kann man sich die Frage stellen: Erfand Michael Jackson das Musikvideo oder war es umgekehrt? Die steigende Popularität des Videoclips hatte der Filmfan Jackson früh erkannt. Aber warum sich mit herkömmlichen Videos begnügen, wenn man mit ein paar Tanzschritten gleich ein ganzes Genre verändern kann? Jackson ließ seinen eigenen Mini-Film drehen und begründete damit den Siegeszug von MTV durch die Wohnzimmer. So wie er hatte sich noch niemand vor einer Kamera bewegt. Im Kino mochten Filme wie E.T. und Star Wars die Leinwand sprengen. Der wirkliche Blockbuster aber hieß Michael Jackson.
Nachdem er die Regeln der Musikindustrie maßgeblich veränderte hatte, glaubte er, auch die Medien nach seinen Vorstellungen formen zu können. Während des Aufnahmen zu einem Science-Fiction-Film ließ sich Jackson in einer Sauerstoffkammer fotografieren. Die Fotos wurden der Presse zugespielt. Es war ein PR-Gag, der nach hinten losging. Die Medien überschlugen sich: einen Popstar, der in einer Sauerstoffkammer schlief, hatte man noch nicht gesehen. Man erklärte den König des Pop zum Hofnarr.
- Datum 30.06.2009 - 09:41 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, 26.06.2009
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...nihil nisi bene.
Friede seiner Asche.
...bleiben Sie sachlich, ...vermeiden Sie Polemik, ...werden Sie nicht beleidigend
Ich wollte, ich könnte diesem christlichen Gebot folgen.
Angesichts der dramatischen Manipulationen und gewaltigen Desinformationskampagnen, die zu Lebzeiten dieses monströs aufgeblasenen
Kunstwesens zum Zwecke der Unterdrückung seines [...]
Trieblebens von den finanziell interessierten Seiten betrieben wurden, sollte diese armselige Haut in aller Demut und stillschweigend der Erde übergeben werden.
Das was sich da heute an sensationell-hysterischer Pseudobetroffenheit über alle TV-Kanäle und morgen wohl in allen Printmedien ausbreiten wird, zeugt von einer derartig pathologischen Pervertiertheit, dass man angesichts der Massen um die Zukunft der menschlichen Spezies so fürchten muss, wie bei den Naziaufmärschen in den 1930er Jahren auf dem Reichsparteitaggelände von Nürnberg.
[...]
Einem Monster, dass wohl bei genauer Analyse und Betrachtung in seiner Kindheit ebenso drastischen seelischen und/oder sexuellen Perversionen ausgesetzt war, ohne dass sich irgendeine helfende Hand anbot. Und wer nicht begreifen kann, wovon ich hier schreibe, der lese einfach das Buch "Die liebe Angst"- ISBN 978-3-462-03949-8.
[...]
[Gekürzt. Bitte seien Sie vorsichtig mit solchen Aussagen. Vielen Dank. / Die Redaktion as]
Man redet doch auf gute Weise über den Toten, d.h. man bleibt ehrlich und fair. Wenn der besagte Tote jedoch zu Lebzeiten Schlechtes tat, darf man das durchaus sagen.
Ich wollte, ich könnte diesem christlichen Gebot folgen.
Angesichts der dramatischen Manipulationen und gewaltigen Desinformationskampagnen, die zu Lebzeiten dieses monströs aufgeblasenen
Kunstwesens zum Zwecke der Unterdrückung seines [...]
Trieblebens von den finanziell interessierten Seiten betrieben wurden, sollte diese armselige Haut in aller Demut und stillschweigend der Erde übergeben werden.
Das was sich da heute an sensationell-hysterischer Pseudobetroffenheit über alle TV-Kanäle und morgen wohl in allen Printmedien ausbreiten wird, zeugt von einer derartig pathologischen Pervertiertheit, dass man angesichts der Massen um die Zukunft der menschlichen Spezies so fürchten muss, wie bei den Naziaufmärschen in den 1930er Jahren auf dem Reichsparteitaggelände von Nürnberg.
[...]
Einem Monster, dass wohl bei genauer Analyse und Betrachtung in seiner Kindheit ebenso drastischen seelischen und/oder sexuellen Perversionen ausgesetzt war, ohne dass sich irgendeine helfende Hand anbot. Und wer nicht begreifen kann, wovon ich hier schreibe, der lese einfach das Buch "Die liebe Angst"- ISBN 978-3-462-03949-8.
[...]
[Gekürzt. Bitte seien Sie vorsichtig mit solchen Aussagen. Vielen Dank. / Die Redaktion as]
Man redet doch auf gute Weise über den Toten, d.h. man bleibt ehrlich und fair. Wenn der besagte Tote jedoch zu Lebzeiten Schlechtes tat, darf man das durchaus sagen.
wenn wir die nicht hätten...
welch profunde wahrheit:
"...denn die Achtziger sind vorbei"
und welch unglaubliche erkenntnis:
"Es wird nie wieder einen Popstar seiner Größenordnung geben".
ach ach, auch wenn die völker nicht die signal hören, so sehen wir doch die zeichen der ZEIT:
und morgen vielleicht schon das nächste 'jahrhundertereignis' oder gar 'jahrtausend-'?
habt ihrs nicht ein bisschen kleiner?
warum dann nicht auch BILD-maßstäbige überschriften?
nun schnäuzt das näschen und trocknet das höschen: es geht weiter...
...oder auf der Woschtsuppn rumsmchwamm, kann man den Urknall der Popmusik mit Thriller natürlich nicht nachvollziehen. Deshalb wird MJ für die Nachgeborenen natürlich nicht nachvollziehbar sein. Manches kann man eben nicht mehr aus Büchern oder Videos nachholen/nachfühlen. Vorbei ist vorbei.
...oder auf der Woschtsuppn rumsmchwamm, kann man den Urknall der Popmusik mit Thriller natürlich nicht nachvollziehen. Deshalb wird MJ für die Nachgeborenen natürlich nicht nachvollziehbar sein. Manches kann man eben nicht mehr aus Büchern oder Videos nachholen/nachfühlen. Vorbei ist vorbei.
...oder auf der Woschtsuppn rumsmchwamm, kann man den Urknall der Popmusik mit Thriller natürlich nicht nachvollziehen. Deshalb wird MJ für die Nachgeborenen natürlich nicht nachvollziehbar sein. Manches kann man eben nicht mehr aus Büchern oder Videos nachholen/nachfühlen. Vorbei ist vorbei.
guter witz, ich wünscht, ich wär nach '82 geboren und nicht vor '50.
dein urknall ist für andere vielleicht auch nur ein überhöhter darmwind.
aber darum geht es ja nicht, des lesens kundige und solche, die über mehr als schneewitz verfügen stößt vielleicht die medien-attitude "nie wieder ..." etwas auf.
aber 'schneewitzchen' ist gut.
Sie meinen wohl die Implosion von Qualität. Wann immer man seitdem das Radio einschaltet, quillt unverdaulicher, fader Sysnthtic-Schleim daraus hervor. Pop hat mit Musik so viel zu tun wie Werbegrafik mit Malerei.
Jacksons Musik in den 80ern war, wie die von Prince, grossartig aus 2.Hand: Die kleinen Jungs haben nur weichgespülte Versionen von dem gespielt, was George Clinton im Original gemacht hat. Jacksons eigentliche Verdienste liegen im Tanz.
_________________________________________________
Lassen wir Taten folgen:
Werden Sie Mitglied, wählen Sie die Piratenpartei.
Für Freiheit und Demokratie.
Denn etwas besseres als den Tod finden wir überall.
guter witz, ich wünscht, ich wär nach '82 geboren und nicht vor '50.
dein urknall ist für andere vielleicht auch nur ein überhöhter darmwind.
aber darum geht es ja nicht, des lesens kundige und solche, die über mehr als schneewitz verfügen stößt vielleicht die medien-attitude "nie wieder ..." etwas auf.
aber 'schneewitzchen' ist gut.
Sie meinen wohl die Implosion von Qualität. Wann immer man seitdem das Radio einschaltet, quillt unverdaulicher, fader Sysnthtic-Schleim daraus hervor. Pop hat mit Musik so viel zu tun wie Werbegrafik mit Malerei.
Jacksons Musik in den 80ern war, wie die von Prince, grossartig aus 2.Hand: Die kleinen Jungs haben nur weichgespülte Versionen von dem gespielt, was George Clinton im Original gemacht hat. Jacksons eigentliche Verdienste liegen im Tanz.
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Lassen wir Taten folgen:
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Für Freiheit und Demokratie.
Denn etwas besseres als den Tod finden wir überall.
Tja ob es nie wieder so einen geben wird weiss keiner und selbstverständlich die arrogante ZEIT auch nicht
wie man scheinbar so standfest davon ausgehen kann, dass es nie wieder einen so großen künstler nach michael jackson geben kann. um das beurteilen zu können, müsste man schon prophet sein. der muss man nicht sein, um zu erkennen, dass sich nicht die größe von idolen einer bestimmten generation ändert (sprich: sich sukzessive verringert). was sich ändert sind die zeiten, in denen eine generation lebt und somit auch die art und weise, wie und wodurch jemand - auch ein künstler - in unvergessenheit gerät.
guter witz, ich wünscht, ich wär nach '82 geboren und nicht vor '50.
dein urknall ist für andere vielleicht auch nur ein überhöhter darmwind.
aber darum geht es ja nicht, des lesens kundige und solche, die über mehr als schneewitz verfügen stößt vielleicht die medien-attitude "nie wieder ..." etwas auf.
aber 'schneewitzchen' ist gut.
[...]
[Entfernt. Bitte bleiben Sie im Rahmen des guten Geschmacks. Vielen Dank. / Die Redaktion as]
Die Überschrift sollte doch wohl heissen: "Vom König zum Hofnarren", es lässt sich ja auch niemand gern zum Narr halten oder sich einen Bär aufbinden.
vielleicht ist das augenmerk auf diese grammatikalische finesse mit den achzigern untergegangen
vielleicht ist das augenmerk auf diese grammatikalische finesse mit den achzigern untergegangen
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