Verwertungsrechte "Die Musikszene macht mobil"
Mit einer Online-Petition will Monika Bestle aus dem Allgäu eine Reform der Gema erzwingen. Denn irrsinnige Tantiemen belasteten die kleinen Konzertveranstalter, sagt sie
ZEIT ONLINE: Frau Bestle, Ihre Online-Petition für eine Reform der Gema-Berechnungsgrundlagen hat schon 77.000 Unterzeichner. Es hätten 50.000 gereicht, damit Ihr Antrag im Bundestag diskutiert wird. Warum haben Sie die Petition aufgesetzt?
Monika Bestle: Ich leite die Sonthofer Kulturwerkstatt, ein kleines Kulturzentrum. Da machen wir Theater, Kabarett, Konzerte, Vorträge und Kinderveranstaltungen. Ich fordere, dass die Gema-Kosten für Kleinveranstalter und für Künstler, die auf kleinen Bühnen auftreten, erträglich werden. Es müssen neue Strukturen geschaffen werden, mit denen Künstler und Kleinveranstalter leben können.
ZEIT ONLINE: Von welchen Kosten sprechen Sie?
Bestle: In meinem Haus haben maximal 100 Leute Platz. In dieser Größenordnung bezahlt ein Veranstalter pro Vorstellung rund 100 Euro an die Gema. Das ist viel Geld, wenn der Saal nicht ausverkauft ist, denn egal, wie viele Menschen kommen: Der Betrag bleibt gleich. Die Gema-Abgaben für jede Veranstaltung berechnen sich nach zwei Punkten: nach der Größe des Veranstaltungsraums und nach der Höhe des Eintrittspreises. Sobald auch nur ein Gema-pflichtiges Musikstück am Abend gespielt wird, fallen fixe Beträge an.
ZEIT ONLINE: Die Gema plant sogar eine Tariferhöhung um 600 Prozent. Sind Sie davon betroffen?
Bestle: Nein. Die Anhebung trifft die Großveranstalter, die 3000 Besucher und mehr haben. Deren Vertreter schreien nun auf und hängen sich an meine Online-Petition. Dagegen wäre nichts zu sagen. Nur: Eine angebliche Erhöhung um 600 Prozent, die die Großveranstalter beklagen, entspricht nicht der Wahrheit. Diesen Protest kann ich nicht unterstützen. Mir geht es um die flächendeckende Kultur in Deutschland und darum, jungen Künstlern ein Sprungbrett zu bieten. Die kleinen Veranstalter gewährleisten, dass in ganz Deutschland – nicht nur in den Metropolen – Kultur stattfindet. Derzeit aber werden sie systematisch ruiniert.
ZEIT ONLINE: Inwiefern?
Bestle: Die Gema legt den Veranstaltern harte Bandagen an. Kleinste Nachlässigkeiten ahndet sie oft hart. Dann droht die Verwertungsgesellschaft mit dem Anwalt, der treibt Geld ein, Recherchegebühren werden fällig. Die Kleinen können sich so etwas nicht leisten.
ZEIT ONLINE: Es gibt jetzt rund 77.000 Unterzeichner. Wie erklären Sie sich das? Liegt das an einer sehr gut vernetzten Musikszene? Oder hat der Skandal um Netzsperren gegen Kinderpornografie zu einer allgemein erhöhten Wahrnehmung von Online-Petitionen geführt, sodass jetzt auch viele Trittbrettfahrer mitmachen?
Bestle: Ich glaube nicht, dass viele Trittbrettfahrer dabei sind. Schon im letzten Sommer habe ich eine handschriftliche Petition aufgesetzt und sie an meine Künstler geschickt. Die haben sie dann weitergeleitet in ihren Verteilern, und das hat eine Lawine ausgelöst. Die Musikszene macht mobil. Auch die Besucher unserer Konzerte können Listen unterschreiben. Sie begreifen, dass die kleinen Bühnen sonst verschwinden und die Künstler auf der Straße stehen. Es geht um Arbeitsplätze. Das ist kein Zukunftsszenario, sondern Gegenwart.
ZEIT ONLINE: Hat sich die Gema schon mit Ihnen persönlich auseinandergesetzt?
Bestle: Nein. Es kam nichts. Anfangs hat mich diese Stille etwas beunruhigt. Es kommt mir vor wie David gegen Goliath. Aber je mehr Öffentlichkeit meine Gegenwehr erzielt, desto mehr Chancen sehe ich. Ich habe aus verschiedenen Richtungen gehört, dass die Petition die Gema in Bedrängnis bringt. Seitdem ist mir klar, dass wir weitermachen müssen.
ZEIT ONLINE: Ihre Argumentation erscheint angreifbar. Die Gema ist eine Künstlervertretung und will mehr Tantiemen für ihre Mitglieder. Dagegen wollen Sie nun vorgehen. Handeln Sie tatsächlich im Sinne der Künstler?
- Datum 29.06.2009 - 22:13 Uhr
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Als Künstler und GEMA Mitglied geht es mir mehr und mehr auf den Zeiger wie Unwahrheiten bezüglich der GEMA in die Welt gesetzt werden.
Die GEMA ist nicht die GEZ und auch nicht das Finanzamt.
Die GEMA ist eine Vereinigung von Textern, Verlegern und Komponisten um deren Urheberrechte wahrzunehmen.
Die GEMA ist im Vergleich mit anderen großen Verwertungsgesellschaften (ASCAP/USA) demokratisch, transparent und fair gegenüber ihren Mitgliedern.
(Wer kann möge hierzu z.B. amerikanische Kollegen über deren System befragen...)
Das oft sehr hart mit den Rechtenutzern verhandelt wird ist nicht im Interesse einer dubiosen allmächtigen, mafiösen Institution, sondern in MEINEM Interesse als Komponist und Künstler!
Ich als Komponist bin froh, dass die GEMA meine Rechte wahrnimmt, denn ohne die GEMA könnte ich nicht von meiner Musik leben.
Die 3000 ordentlichen Mitglieder waren über lange Jahre sehr erfolgreich in ihrem Business und sind somit stimmberechtigt bei der jährlichen GEMA Hauptversammlung.
Darüberhinaus kommen sie in den Genuß einer Rente. (Ab 65 bei mindestens 20jähriger ordentlicher Mitgliedschaft)
Es ist eine uralte Legende, dass die ordentlichen Mitglieder mehr von den Ausschüttungen erhalten würden, als außerordentliche, und angeschlossene Mitglieder. Das stimmt einfach nicht!
Mit gesundem Halbwissen läßt sich aber besser Stimmung machen. "Wir kleinen gegen die großen". Da kann sich dann jeder kleine Pseudopirat beim bloggen fühlen würde er persönlich die Bastille stürmen....
Für die kleinen Veranstalter wäre natürlich eine flexiblere Lösung oft besser als die Pauschalabgeltung. Mein volles Verständnis.
Aber das Bild einer alles verschlingenden, gierigen, kontrollsüchtigen, allmächtigen Hydra das in diesem Interview mal wieder von der GEMA gezeichnet wird, ist unsachlich, populitisch und geht mir wie gesagt auf den Zeiger.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
Ich habe sowohl den Artikel als auch die Petition gelesen und finde nicht dass es darum geht die GEMA per se schlechtzumachen. Fr. Bestle moechte eine flexiblere Tarifstruktur fuer kleine Veranstaltungen erwirken. Und sie kritisiert, meiner Meinung auch zu Recht, die Art und Weise wie die GEMA auf Unregelmaessigkeiten etc. reagiert: mit einer oft unverhaeltnissmaessigen Haerte von Beginn an.
Ich denke mir doch dass die meisten Veranstaltern durchauss verstehen dass die Kuenstler auch etwas verdienen wollen und muessen. Aber die GEMA muss auch verstehen dass Kuenstler und Veranstalter eine Symbiose darstellen die letztendlich beiden etwas bringt.
Ihre Reaktion erscheint mir reichlich übertrieben. Insbesondere für Komponisten finde ich die GEMA sehr wichtig. Trotzdem ist die Kritik im Artikel und in der Petition vollkommen gerechtfertigt.
Die Vorgehensweise der GEMA, Gebühren nach Raumgröße und Eintrittspreis anzusetzen, entbehrt jeglicher Vernunft. Gerade kleinere Veranstalter in ländlichen gegenden müssen sich mit Räumen zufrieden geben, die ihnen zur Verfügung stehen. Oft ist eine von der Gemeinde gestellte Turnhalle der einzige verfügbare Veranstaltungsort und dort könnten unter Umständen sehr viel mehr Besucher untergebracht werden, als tatsächlich kommen. Ein klassisches Konzert oder ein Blues-Abend zieht nunmal nicht das gleiche Publikum an, wie die überfüllte Dorfdisco.
Somit werden GEMA-Gebühren unbezahlbar und die einzige Konsequenz besteht darin, auf kulturelle Veranstaltungen zu verzichten. Damit tut sich die GEMA selbst keinen Gefallen. Damit handelt sie bestimmt auch nicht im Sinne ihrer Mitglieder, deren Werke in weiten Teilen Deutschlands so einfach nicht gespielt werden können.
Wo wir gerade beim wüsten Bashing sind: Das Anti-GEMA-Bashing, mit dem man versucht, jede Kritik an der GEMA, sofort abzuwürgen, taucht auch in jeder Diskussion sehr früh auf. Ein Schelm, der böses dabei denkt und Praktiken vermutet, für die der Deutsche Bauernverband kürzlich gescholten wurde.
Das Grundanliegen der GEMA ist nachvollziehbar, ebenso wie das Prinzip atomarer Abschreckung nachvollziehbar ist. Gluecklicherweise liegt diese nicht in den Haenden von "Sachbearbeiterinnen" zwischen 40 und Fruehrente, die E-Mails ausdrucken, statt sie weiterzuleiten.
Wer schonmal eine Rechnung fuer eine Tanzveranstaltung, incl. Saeumnisgebuehr, bekommen hat, weil er Freunde zum "Schrottwichteln" eingeladen hatte, weiss, dass die Damen sich beim Schreiben von Rechnungen von ihrer Ahnungslosigkeit nicht bremsen lassen.
Bis zur Wikipedia hat es offenbar noch keine geschafft.
Bemerkenswert ist auch, dass die Liste der vertretenen Kuenstler nicht vollstaendig online einsehbar ist. Wenn man eine "GEMA-freie" Veransatltung plant, muss man fuer jeden Titel eine Auskunft einholen um sicher sein zu koennen.
Genau hier liegt aber eine Chance, sich zu "bedanken". Da jedermann Anspruch auf Auskunft hat und die Damen nicht auf die Online-Datenbank verweisen koennen, wahrscheinlich liegt die gesamte Liste noch nicht einmal digital vor, koennen gehaeufte Anfragen wenigstens einen Teil der Damen mit anderem beschaeftigen, als Rechnungen zu schreiben.
Also liebe Leute, sagt "Danke"!
Eine kleine Geschichte am Rande:
wir ( ein kleiner Kulturverein) haben ein Konzert mit einem ungarischen Künstler organisiert.
Wir haben bei der GEMA angefragt, ob die Veranstaltung GEMA pflichtig sei.
Dazu haben wir der GEMA den Namen des Künstlers und eine Liste der Songs geschickt.
Die Song-Liste enthielt nur frei erfundene, fiktive Titel !!!
Nichtdestotrotz schrieb die GEMA zurück, dass wir GEMA -gebühren bezahlen müssten. ( So nach dem Motto, man kann es ja mal versuchen)
Ist das jetzt GEMA-Bashing ??
@ Fugist
Ich bin ebenfalls Künstler und GEMA-Mitglied, dennoch kann ich Ihre Meinung zur GEMA leider, wie viele andere Künstler auch, nicht teilen. Es ist schön, dass Sie von Ihrer Musik, auch von den entsprechenden GEMA-Einnahmen wirklich leben können. Viele andere in meinem Umkreis, allesamt Berufsmusiker, können das leider nicht.
Daran ist zum Teil nicht nur die allgemeine Auftragslage, sondern auch die GEMA schuld. Die Einnahmen der Tantiemen sind durch die willkürliche Einführung des sogenannten PRO-Verfahrens, welches sogar vom Bundesgerichtshof als rechtswidrig eingestuft wurde, erheblich gesunken.
Es wäre schön, wenn die GEMA ihre Aufgabe als Hüter meiner Urheberrechte wahrnehmen würde. Bis zum Punkt, die Tantiemen von Radiostationen und Veranstaltern einzunehmen kommt sie auch meist. Aber zur gerechten Ausschüttung an mich oder andere kommt es dann selten oder nur sehr unzureichend. Als Beispiel kann ich hier Aufführungen meiner Musik in diversen Lokalsendern nennen, die aufgrund von Playlists nachvollziehbar wären. Jedoch interessiert das die GEMA nicht, da all diese Sender zwar ihren entsprechenden Beitrag dafür leisten müssen, die GEMA im Gegenzug jedoch die Auswertung nicht wahrnimmt, da bestimmte Zahlungsgrenzengrenzen nicht erreicht werden. Das wäre ja eine Mühe, die nicht lohnt... Dafür landen dann MEINE Tantiemen in einem großen Topf, der dann letztendlich anderweitig verteilt wird.
Sie schreiben etwas von Demokratie..... Eine Demokratie gibt es für den Großteil der GEMA-Mitglieder nicht. Nur für einen kleinen Teil davon. Genau wie Sie schreiben, und anscheinend gehören Sie zu den oberen 3000 ordentlichen Mitgliedern, sind diese allein stimmberechtigt, wenn es um die Belange der Urheber geht. Die Mitgliederanzahl beträgt aber mehr als 60000. Und genau dieser Großteil hat keinerlei Mitbestimmungsrecht, egal was beschlossen werden soll. Das nenne ich keine Demokratie. Und diese "Legende", die Sie beschrieben, ist keine. So gerne ich Ihnen glauben möchte. Es ist Realität. Sehr zum Leidwesen vieler anderer Komponisten und Texter, die nicht selbst mitbestimmen dürfen, wie z.B. der große Einnahmetopf verteilt wird.
Ich denke, ich könnte noch vieles dazu schreiben. Ich mag es aber nicht. Ich finde es gut, dass solch ein Thema auch mal in der breiten Allgemeinheit diskutiert wird. Egal, ob Sie es persönlich jetzt gut finden oder nicht, die GEMA hier leidenschaftlich verteidigen oder nicht.
Im Grunde geht es darum, dass viele Praktiken dieser Gesellschaft undurchsichtig sind, gegen einen Großteil der eigenen Mitglieder sehr unfair arbeitet und vielen Veranstaltern und Förderern der Kunst Steine in den Weg legt. Es geht darum, dass alte Denkweisen umgestossen werden und dass endlich einmal etwas passiert, eine gerechte Verteilung der zustehenden Tantiemen an alle berechtigten Künstler zu erreichen. Es müssen Veränderungen stattfinden. Und wenn die GEMA sich nicht bewegt und in ihren altem Verhaltensmuster verharrt, müssen solche Diskussionen und Petitionen stattfinden, damit es wahrgenommen wird. Aber solange das nicht passiert, geht es mir und vielen anderen Künstlern, wie nannen Sie es so schön?: AUF DEN ZEIGER!!!!
Ich habe sowohl den Artikel als auch die Petition gelesen und finde nicht dass es darum geht die GEMA per se schlechtzumachen. Fr. Bestle moechte eine flexiblere Tarifstruktur fuer kleine Veranstaltungen erwirken. Und sie kritisiert, meiner Meinung auch zu Recht, die Art und Weise wie die GEMA auf Unregelmaessigkeiten etc. reagiert: mit einer oft unverhaeltnissmaessigen Haerte von Beginn an.
Ich denke mir doch dass die meisten Veranstaltern durchauss verstehen dass die Kuenstler auch etwas verdienen wollen und muessen. Aber die GEMA muss auch verstehen dass Kuenstler und Veranstalter eine Symbiose darstellen die letztendlich beiden etwas bringt.
Ihre Reaktion erscheint mir reichlich übertrieben. Insbesondere für Komponisten finde ich die GEMA sehr wichtig. Trotzdem ist die Kritik im Artikel und in der Petition vollkommen gerechtfertigt.
Die Vorgehensweise der GEMA, Gebühren nach Raumgröße und Eintrittspreis anzusetzen, entbehrt jeglicher Vernunft. Gerade kleinere Veranstalter in ländlichen gegenden müssen sich mit Räumen zufrieden geben, die ihnen zur Verfügung stehen. Oft ist eine von der Gemeinde gestellte Turnhalle der einzige verfügbare Veranstaltungsort und dort könnten unter Umständen sehr viel mehr Besucher untergebracht werden, als tatsächlich kommen. Ein klassisches Konzert oder ein Blues-Abend zieht nunmal nicht das gleiche Publikum an, wie die überfüllte Dorfdisco.
Somit werden GEMA-Gebühren unbezahlbar und die einzige Konsequenz besteht darin, auf kulturelle Veranstaltungen zu verzichten. Damit tut sich die GEMA selbst keinen Gefallen. Damit handelt sie bestimmt auch nicht im Sinne ihrer Mitglieder, deren Werke in weiten Teilen Deutschlands so einfach nicht gespielt werden können.
Wo wir gerade beim wüsten Bashing sind: Das Anti-GEMA-Bashing, mit dem man versucht, jede Kritik an der GEMA, sofort abzuwürgen, taucht auch in jeder Diskussion sehr früh auf. Ein Schelm, der böses dabei denkt und Praktiken vermutet, für die der Deutsche Bauernverband kürzlich gescholten wurde.
Das Grundanliegen der GEMA ist nachvollziehbar, ebenso wie das Prinzip atomarer Abschreckung nachvollziehbar ist. Gluecklicherweise liegt diese nicht in den Haenden von "Sachbearbeiterinnen" zwischen 40 und Fruehrente, die E-Mails ausdrucken, statt sie weiterzuleiten.
Wer schonmal eine Rechnung fuer eine Tanzveranstaltung, incl. Saeumnisgebuehr, bekommen hat, weil er Freunde zum "Schrottwichteln" eingeladen hatte, weiss, dass die Damen sich beim Schreiben von Rechnungen von ihrer Ahnungslosigkeit nicht bremsen lassen.
Bis zur Wikipedia hat es offenbar noch keine geschafft.
Bemerkenswert ist auch, dass die Liste der vertretenen Kuenstler nicht vollstaendig online einsehbar ist. Wenn man eine "GEMA-freie" Veransatltung plant, muss man fuer jeden Titel eine Auskunft einholen um sicher sein zu koennen.
Genau hier liegt aber eine Chance, sich zu "bedanken". Da jedermann Anspruch auf Auskunft hat und die Damen nicht auf die Online-Datenbank verweisen koennen, wahrscheinlich liegt die gesamte Liste noch nicht einmal digital vor, koennen gehaeufte Anfragen wenigstens einen Teil der Damen mit anderem beschaeftigen, als Rechnungen zu schreiben.
Also liebe Leute, sagt "Danke"!
Eine kleine Geschichte am Rande:
wir ( ein kleiner Kulturverein) haben ein Konzert mit einem ungarischen Künstler organisiert.
Wir haben bei der GEMA angefragt, ob die Veranstaltung GEMA pflichtig sei.
Dazu haben wir der GEMA den Namen des Künstlers und eine Liste der Songs geschickt.
Die Song-Liste enthielt nur frei erfundene, fiktive Titel !!!
Nichtdestotrotz schrieb die GEMA zurück, dass wir GEMA -gebühren bezahlen müssten. ( So nach dem Motto, man kann es ja mal versuchen)
Ist das jetzt GEMA-Bashing ??
@ Fugist
Ich bin ebenfalls Künstler und GEMA-Mitglied, dennoch kann ich Ihre Meinung zur GEMA leider, wie viele andere Künstler auch, nicht teilen. Es ist schön, dass Sie von Ihrer Musik, auch von den entsprechenden GEMA-Einnahmen wirklich leben können. Viele andere in meinem Umkreis, allesamt Berufsmusiker, können das leider nicht.
Daran ist zum Teil nicht nur die allgemeine Auftragslage, sondern auch die GEMA schuld. Die Einnahmen der Tantiemen sind durch die willkürliche Einführung des sogenannten PRO-Verfahrens, welches sogar vom Bundesgerichtshof als rechtswidrig eingestuft wurde, erheblich gesunken.
Es wäre schön, wenn die GEMA ihre Aufgabe als Hüter meiner Urheberrechte wahrnehmen würde. Bis zum Punkt, die Tantiemen von Radiostationen und Veranstaltern einzunehmen kommt sie auch meist. Aber zur gerechten Ausschüttung an mich oder andere kommt es dann selten oder nur sehr unzureichend. Als Beispiel kann ich hier Aufführungen meiner Musik in diversen Lokalsendern nennen, die aufgrund von Playlists nachvollziehbar wären. Jedoch interessiert das die GEMA nicht, da all diese Sender zwar ihren entsprechenden Beitrag dafür leisten müssen, die GEMA im Gegenzug jedoch die Auswertung nicht wahrnimmt, da bestimmte Zahlungsgrenzengrenzen nicht erreicht werden. Das wäre ja eine Mühe, die nicht lohnt... Dafür landen dann MEINE Tantiemen in einem großen Topf, der dann letztendlich anderweitig verteilt wird.
Sie schreiben etwas von Demokratie..... Eine Demokratie gibt es für den Großteil der GEMA-Mitglieder nicht. Nur für einen kleinen Teil davon. Genau wie Sie schreiben, und anscheinend gehören Sie zu den oberen 3000 ordentlichen Mitgliedern, sind diese allein stimmberechtigt, wenn es um die Belange der Urheber geht. Die Mitgliederanzahl beträgt aber mehr als 60000. Und genau dieser Großteil hat keinerlei Mitbestimmungsrecht, egal was beschlossen werden soll. Das nenne ich keine Demokratie. Und diese "Legende", die Sie beschrieben, ist keine. So gerne ich Ihnen glauben möchte. Es ist Realität. Sehr zum Leidwesen vieler anderer Komponisten und Texter, die nicht selbst mitbestimmen dürfen, wie z.B. der große Einnahmetopf verteilt wird.
Ich denke, ich könnte noch vieles dazu schreiben. Ich mag es aber nicht. Ich finde es gut, dass solch ein Thema auch mal in der breiten Allgemeinheit diskutiert wird. Egal, ob Sie es persönlich jetzt gut finden oder nicht, die GEMA hier leidenschaftlich verteidigen oder nicht.
Im Grunde geht es darum, dass viele Praktiken dieser Gesellschaft undurchsichtig sind, gegen einen Großteil der eigenen Mitglieder sehr unfair arbeitet und vielen Veranstaltern und Förderern der Kunst Steine in den Weg legt. Es geht darum, dass alte Denkweisen umgestossen werden und dass endlich einmal etwas passiert, eine gerechte Verteilung der zustehenden Tantiemen an alle berechtigten Künstler zu erreichen. Es müssen Veränderungen stattfinden. Und wenn die GEMA sich nicht bewegt und in ihren altem Verhaltensmuster verharrt, müssen solche Diskussionen und Petitionen stattfinden, damit es wahrgenommen wird. Aber solange das nicht passiert, geht es mir und vielen anderen Künstlern, wie nannen Sie es so schön?: AUF DEN ZEIGER!!!!
warum weichen die kleinen veranstalter nicht auf alternative musik aus, für welche sie nicht die GEMA-gebühren bezahlen müssen? sind die lieder/texte der GEMA so wichtig, dass man nicht um sie herum kommt?
Leider ja. Auch wenn kein Musiker zur GEMA gehen MUSS, bleibt ihm doch nichts anderes übrig. Die GEMA übt fast schon kriminellen Druck auf kleine Veranstalter aus für alle ihre Konzerte Geld abzuführen, ob jetzt da eine Band mit eigenen - nicht angemeldeten - Songs spielt oder nicht. Diese unrechtmässige GEMA-Gebühr wird dann natürlich dem Künstler von der Gage abgezogen, obwohl er ja gar nicht bei der GEMA ist. Die einzige Chance für den Künstler etwas von dem Geld zu sehen, das er selbst dafür bezahlt hat seine selbst geschriebenen Lieder zu spielen, ist Mitglied bei der GEMA zu werden, in der Hoffnung dass die ihm zumindest Teile dieser Gebühren zurückerstatten.
Mit Verlaub, ein Scheisssystem.
Leider ja. Auch wenn kein Musiker zur GEMA gehen MUSS, bleibt ihm doch nichts anderes übrig. Die GEMA übt fast schon kriminellen Druck auf kleine Veranstalter aus für alle ihre Konzerte Geld abzuführen, ob jetzt da eine Band mit eigenen - nicht angemeldeten - Songs spielt oder nicht. Diese unrechtmässige GEMA-Gebühr wird dann natürlich dem Künstler von der Gage abgezogen, obwohl er ja gar nicht bei der GEMA ist. Die einzige Chance für den Künstler etwas von dem Geld zu sehen, das er selbst dafür bezahlt hat seine selbst geschriebenen Lieder zu spielen, ist Mitglied bei der GEMA zu werden, in der Hoffnung dass die ihm zumindest Teile dieser Gebühren zurückerstatten.
Mit Verlaub, ein Scheisssystem.
Ich habe sowohl den Artikel als auch die Petition gelesen und finde nicht dass es darum geht die GEMA per se schlechtzumachen. Fr. Bestle moechte eine flexiblere Tarifstruktur fuer kleine Veranstaltungen erwirken. Und sie kritisiert, meiner Meinung auch zu Recht, die Art und Weise wie die GEMA auf Unregelmaessigkeiten etc. reagiert: mit einer oft unverhaeltnissmaessigen Haerte von Beginn an.
Ich denke mir doch dass die meisten Veranstaltern durchauss verstehen dass die Kuenstler auch etwas verdienen wollen und muessen. Aber die GEMA muss auch verstehen dass Kuenstler und Veranstalter eine Symbiose darstellen die letztendlich beiden etwas bringt.
Ihre Reaktion erscheint mir reichlich übertrieben. Insbesondere für Komponisten finde ich die GEMA sehr wichtig. Trotzdem ist die Kritik im Artikel und in der Petition vollkommen gerechtfertigt.
Die Vorgehensweise der GEMA, Gebühren nach Raumgröße und Eintrittspreis anzusetzen, entbehrt jeglicher Vernunft. Gerade kleinere Veranstalter in ländlichen gegenden müssen sich mit Räumen zufrieden geben, die ihnen zur Verfügung stehen. Oft ist eine von der Gemeinde gestellte Turnhalle der einzige verfügbare Veranstaltungsort und dort könnten unter Umständen sehr viel mehr Besucher untergebracht werden, als tatsächlich kommen. Ein klassisches Konzert oder ein Blues-Abend zieht nunmal nicht das gleiche Publikum an, wie die überfüllte Dorfdisco.
Somit werden GEMA-Gebühren unbezahlbar und die einzige Konsequenz besteht darin, auf kulturelle Veranstaltungen zu verzichten. Damit tut sich die GEMA selbst keinen Gefallen. Damit handelt sie bestimmt auch nicht im Sinne ihrer Mitglieder, deren Werke in weiten Teilen Deutschlands so einfach nicht gespielt werden können.
Wo wir gerade beim wüsten Bashing sind: Das Anti-GEMA-Bashing, mit dem man versucht, jede Kritik an der GEMA, sofort abzuwürgen, taucht auch in jeder Diskussion sehr früh auf. Ein Schelm, der böses dabei denkt und Praktiken vermutet, für die der Deutsche Bauernverband kürzlich gescholten wurde.
Das Grundanliegen der GEMA ist nachvollziehbar, ebenso wie das Prinzip atomarer Abschreckung nachvollziehbar ist. Gluecklicherweise liegt diese nicht in den Haenden von "Sachbearbeiterinnen" zwischen 40 und Fruehrente, die E-Mails ausdrucken, statt sie weiterzuleiten.
Wer schonmal eine Rechnung fuer eine Tanzveranstaltung, incl. Saeumnisgebuehr, bekommen hat, weil er Freunde zum "Schrottwichteln" eingeladen hatte, weiss, dass die Damen sich beim Schreiben von Rechnungen von ihrer Ahnungslosigkeit nicht bremsen lassen.
Bis zur Wikipedia hat es offenbar noch keine geschafft.
Bemerkenswert ist auch, dass die Liste der vertretenen Kuenstler nicht vollstaendig online einsehbar ist. Wenn man eine "GEMA-freie" Veransatltung plant, muss man fuer jeden Titel eine Auskunft einholen um sicher sein zu koennen.
Genau hier liegt aber eine Chance, sich zu "bedanken". Da jedermann Anspruch auf Auskunft hat und die Damen nicht auf die Online-Datenbank verweisen koennen, wahrscheinlich liegt die gesamte Liste noch nicht einmal digital vor, koennen gehaeufte Anfragen wenigstens einen Teil der Damen mit anderem beschaeftigen, als Rechnungen zu schreiben.
Also liebe Leute, sagt "Danke"!
Leider ja. Auch wenn kein Musiker zur GEMA gehen MUSS, bleibt ihm doch nichts anderes übrig. Die GEMA übt fast schon kriminellen Druck auf kleine Veranstalter aus für alle ihre Konzerte Geld abzuführen, ob jetzt da eine Band mit eigenen - nicht angemeldeten - Songs spielt oder nicht. Diese unrechtmässige GEMA-Gebühr wird dann natürlich dem Künstler von der Gage abgezogen, obwohl er ja gar nicht bei der GEMA ist. Die einzige Chance für den Künstler etwas von dem Geld zu sehen, das er selbst dafür bezahlt hat seine selbst geschriebenen Lieder zu spielen, ist Mitglied bei der GEMA zu werden, in der Hoffnung dass die ihm zumindest Teile dieser Gebühren zurückerstatten.
Mit Verlaub, ein Scheisssystem.
Eine kleine Geschichte am Rande:
wir ( ein kleiner Kulturverein) haben ein Konzert mit einem ungarischen Künstler organisiert.
Wir haben bei der GEMA angefragt, ob die Veranstaltung GEMA pflichtig sei.
Dazu haben wir der GEMA den Namen des Künstlers und eine Liste der Songs geschickt.
Die Song-Liste enthielt nur frei erfundene, fiktive Titel !!!
Nichtdestotrotz schrieb die GEMA zurück, dass wir GEMA -gebühren bezahlen müssten. ( So nach dem Motto, man kann es ja mal versuchen)
Ist das jetzt GEMA-Bashing ??
@ Fugist
Ich bin ebenfalls Künstler und GEMA-Mitglied, dennoch kann ich Ihre Meinung zur GEMA leider, wie viele andere Künstler auch, nicht teilen. Es ist schön, dass Sie von Ihrer Musik, auch von den entsprechenden GEMA-Einnahmen wirklich leben können. Viele andere in meinem Umkreis, allesamt Berufsmusiker, können das leider nicht.
Daran ist zum Teil nicht nur die allgemeine Auftragslage, sondern auch die GEMA schuld. Die Einnahmen der Tantiemen sind durch die willkürliche Einführung des sogenannten PRO-Verfahrens, welches sogar vom Bundesgerichtshof als rechtswidrig eingestuft wurde, erheblich gesunken.
Es wäre schön, wenn die GEMA ihre Aufgabe als Hüter meiner Urheberrechte wahrnehmen würde. Bis zum Punkt, die Tantiemen von Radiostationen und Veranstaltern einzunehmen kommt sie auch meist. Aber zur gerechten Ausschüttung an mich oder andere kommt es dann selten oder nur sehr unzureichend. Als Beispiel kann ich hier Aufführungen meiner Musik in diversen Lokalsendern nennen, die aufgrund von Playlists nachvollziehbar wären. Jedoch interessiert das die GEMA nicht, da all diese Sender zwar ihren entsprechenden Beitrag dafür leisten müssen, die GEMA im Gegenzug jedoch die Auswertung nicht wahrnimmt, da bestimmte Zahlungsgrenzengrenzen nicht erreicht werden. Das wäre ja eine Mühe, die nicht lohnt... Dafür landen dann MEINE Tantiemen in einem großen Topf, der dann letztendlich anderweitig verteilt wird.
Sie schreiben etwas von Demokratie..... Eine Demokratie gibt es für den Großteil der GEMA-Mitglieder nicht. Nur für einen kleinen Teil davon. Genau wie Sie schreiben, und anscheinend gehören Sie zu den oberen 3000 ordentlichen Mitgliedern, sind diese allein stimmberechtigt, wenn es um die Belange der Urheber geht. Die Mitgliederanzahl beträgt aber mehr als 60000. Und genau dieser Großteil hat keinerlei Mitbestimmungsrecht, egal was beschlossen werden soll. Das nenne ich keine Demokratie. Und diese "Legende", die Sie beschrieben, ist keine. So gerne ich Ihnen glauben möchte. Es ist Realität. Sehr zum Leidwesen vieler anderer Komponisten und Texter, die nicht selbst mitbestimmen dürfen, wie z.B. der große Einnahmetopf verteilt wird.
Ich denke, ich könnte noch vieles dazu schreiben. Ich mag es aber nicht. Ich finde es gut, dass solch ein Thema auch mal in der breiten Allgemeinheit diskutiert wird. Egal, ob Sie es persönlich jetzt gut finden oder nicht, die GEMA hier leidenschaftlich verteidigen oder nicht.
Im Grunde geht es darum, dass viele Praktiken dieser Gesellschaft undurchsichtig sind, gegen einen Großteil der eigenen Mitglieder sehr unfair arbeitet und vielen Veranstaltern und Förderern der Kunst Steine in den Weg legt. Es geht darum, dass alte Denkweisen umgestossen werden und dass endlich einmal etwas passiert, eine gerechte Verteilung der zustehenden Tantiemen an alle berechtigten Künstler zu erreichen. Es müssen Veränderungen stattfinden. Und wenn die GEMA sich nicht bewegt und in ihren altem Verhaltensmuster verharrt, müssen solche Diskussionen und Petitionen stattfinden, damit es wahrgenommen wird. Aber solange das nicht passiert, geht es mir und vielen anderen Künstlern, wie nannen Sie es so schön?: AUF DEN ZEIGER!!!!
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