Verwertungsrechte "Die Musikszene macht mobil"Seite 2/2

Bestle: Viele Gema-Mitglieder haben meine Petition unterschrieben. Sie erhalten von der Gema nur sehr wenig Unterstützung, weil die Verwertungsgesellschaft meiner Meinung nach ein Drei-Klassen-System ist, das nur eine Handvoll Leute begünstigt. Man fragt sich, warum die Künstler der Gema überhaupt beitreten, wenn sie nichts davon haben.

ZEIT ONLINE: Die Gema hat in den vergangenen Jahren weniger Tantiemen eingenommen, weil viel Musik in Foren unentgeltlich heruntergeladen wurde. Die Musikkonzerne haben sich in der Folge auf den gewinnbringenden Konzertmarkt konzentriert. Zieht die Gema nun nach, um die Einnahmeausfälle zu kompensieren?

Bestle: Das haben Sie gesagt! Ich kann nur vermuten, dass die Defizite aus dem CD-Geschäft nun durch Einnahmen aus der Live-Musik wieder ausgeglichen werden sollen. So verstehen es sehr viele Künstler und Veranstalter – und das ist wohl recht nah an der Wahrheit. Ich finde es einfach unmoralisch, wie sich die Gema verhält. Ich habe früher Steuergehilfin gelernt, ein paar Dinge sind da hängen geblieben: Wenn ein Handwerker nicht mehr gebraucht wird, muss er sich eine andere Tätigkeit suchen, um Geld zu verdienen.Ich bin gespannt, wie es weitergehen wird. Ich sitze hier im Allgäu und staune, was die Aktion bisher in ganz Deutschland ausgelöst hat. Und ich bin optimistisch.

Die Fragen stellte Rabea Weihser.

Die Zeichnungsfrist der Online-Petition läuft am 17. Juli ab.
 

 
Leser-Kommentare
    • Fugist
    • 29.06.2009 um 21:57 Uhr

    Als Künstler und GEMA Mitglied geht es mir mehr und mehr auf den Zeiger wie Unwahrheiten bezüglich der GEMA in die Welt gesetzt werden.

    Die GEMA ist nicht die GEZ und auch nicht das Finanzamt.

    Die GEMA ist eine Vereinigung von Textern, Verlegern und Komponisten um deren Urheberrechte wahrzunehmen.

    Die GEMA ist im Vergleich mit anderen großen Verwertungsgesellschaften (ASCAP/USA) demokratisch, transparent und fair gegenüber ihren Mitgliedern.
    (Wer kann möge hierzu z.B. amerikanische Kollegen über deren System befragen...)

    Das oft sehr hart mit den Rechtenutzern verhandelt wird ist nicht im Interesse einer dubiosen allmächtigen, mafiösen Institution, sondern in MEINEM Interesse als Komponist und Künstler!

    Ich als Komponist bin froh, dass die GEMA meine Rechte wahrnimmt, denn ohne die GEMA könnte ich nicht von meiner Musik leben.

    Die 3000 ordentlichen Mitglieder waren über lange Jahre sehr erfolgreich in ihrem Business und sind somit stimmberechtigt bei der jährlichen GEMA Hauptversammlung.
    Darüberhinaus kommen sie in den Genuß einer Rente. (Ab 65 bei mindestens 20jähriger ordentlicher Mitgliedschaft)

    Es ist eine uralte Legende, dass die ordentlichen Mitglieder mehr von den Ausschüttungen erhalten würden, als außerordentliche, und angeschlossene Mitglieder. Das stimmt einfach nicht!

    Mit gesundem Halbwissen läßt sich aber besser Stimmung machen. "Wir kleinen gegen die großen". Da kann sich dann jeder kleine Pseudopirat beim bloggen fühlen würde er persönlich die Bastille stürmen....

    Für die kleinen Veranstalter wäre natürlich eine flexiblere Lösung oft besser als die Pauschalabgeltung. Mein volles Verständnis.

    Aber das Bild einer alles verschlingenden, gierigen, kontrollsüchtigen, allmächtigen Hydra das in diesem Interview mal wieder von der GEMA gezeichnet wird, ist unsachlich, populitisch und geht mir wie gesagt auf den Zeiger.

    Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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    • aji
    • 30.06.2009 um 5:46 Uhr

    Ich habe sowohl den Artikel als auch die Petition gelesen und finde nicht dass es darum geht die GEMA per se schlechtzumachen. Fr. Bestle moechte eine flexiblere Tarifstruktur fuer kleine Veranstaltungen erwirken. Und sie kritisiert, meiner Meinung auch zu Recht, die Art und Weise wie die GEMA auf Unregelmaessigkeiten etc. reagiert: mit einer oft unverhaeltnissmaessigen Haerte von Beginn an.

    Ich denke mir doch dass die meisten Veranstaltern durchauss verstehen dass die Kuenstler auch etwas verdienen wollen und muessen. Aber die GEMA muss auch verstehen dass Kuenstler und Veranstalter eine Symbiose darstellen die letztendlich beiden etwas bringt.

    Ihre Reaktion erscheint mir reichlich übertrieben. Insbesondere für Komponisten finde ich die GEMA sehr wichtig. Trotzdem ist die Kritik im Artikel und in der Petition vollkommen gerechtfertigt.
    Die Vorgehensweise der GEMA, Gebühren nach Raumgröße und Eintrittspreis anzusetzen, entbehrt jeglicher Vernunft. Gerade kleinere Veranstalter in ländlichen gegenden müssen sich mit Räumen zufrieden geben, die ihnen zur Verfügung stehen. Oft ist eine von der Gemeinde gestellte Turnhalle der einzige verfügbare Veranstaltungsort und dort könnten unter Umständen sehr viel mehr Besucher untergebracht werden, als tatsächlich kommen. Ein klassisches Konzert oder ein Blues-Abend zieht nunmal nicht das gleiche Publikum an, wie die überfüllte Dorfdisco.

    Somit werden GEMA-Gebühren unbezahlbar und die einzige Konsequenz besteht darin, auf kulturelle Veranstaltungen zu verzichten. Damit tut sich die GEMA selbst keinen Gefallen. Damit handelt sie bestimmt auch nicht im Sinne ihrer Mitglieder, deren Werke in weiten Teilen Deutschlands so einfach nicht gespielt werden können.

    Wo wir gerade beim wüsten Bashing sind: Das Anti-GEMA-Bashing, mit dem man versucht, jede Kritik an der GEMA, sofort abzuwürgen, taucht auch in jeder Diskussion sehr früh auf. Ein Schelm, der böses dabei denkt und Praktiken vermutet, für die der Deutsche Bauernverband kürzlich gescholten wurde.

    Das Grundanliegen der GEMA ist nachvollziehbar, ebenso wie das Prinzip atomarer Abschreckung nachvollziehbar ist. Gluecklicherweise liegt diese nicht in den Haenden von "Sachbearbeiterinnen" zwischen 40 und Fruehrente, die E-Mails ausdrucken, statt sie weiterzuleiten.
    Wer schonmal eine Rechnung fuer eine Tanzveranstaltung, incl. Saeumnisgebuehr, bekommen hat, weil er Freunde zum "Schrottwichteln" eingeladen hatte, weiss, dass die Damen sich beim Schreiben von Rechnungen von ihrer Ahnungslosigkeit nicht bremsen lassen.
    Bis zur Wikipedia hat es offenbar noch keine geschafft.
    Bemerkenswert ist auch, dass die Liste der vertretenen Kuenstler nicht vollstaendig online einsehbar ist. Wenn man eine "GEMA-freie" Veransatltung plant, muss man fuer jeden Titel eine Auskunft einholen um sicher sein zu koennen.
    Genau hier liegt aber eine Chance, sich zu "bedanken". Da jedermann Anspruch auf Auskunft hat und die Damen nicht auf die Online-Datenbank verweisen koennen, wahrscheinlich liegt die gesamte Liste noch nicht einmal digital vor, koennen gehaeufte Anfragen wenigstens einen Teil der Damen mit anderem beschaeftigen, als Rechnungen zu schreiben.
    Also liebe Leute, sagt "Danke"!

    Eine kleine Geschichte am Rande:

    wir ( ein kleiner Kulturverein) haben ein Konzert mit einem ungarischen Künstler organisiert.
    Wir haben bei der GEMA angefragt, ob die Veranstaltung GEMA pflichtig sei.
    Dazu haben wir der GEMA den Namen des Künstlers und eine Liste der Songs geschickt.

    Die Song-Liste enthielt nur frei erfundene, fiktive Titel !!!

    Nichtdestotrotz schrieb die GEMA zurück, dass wir GEMA -gebühren bezahlen müssten. ( So nach dem Motto, man kann es ja mal versuchen)

    Ist das jetzt GEMA-Bashing ??

    @ Fugist

    Ich bin ebenfalls Künstler und GEMA-Mitglied, dennoch kann ich Ihre Meinung zur GEMA leider, wie viele andere Künstler auch, nicht teilen. Es ist schön, dass Sie von Ihrer Musik, auch von den entsprechenden GEMA-Einnahmen wirklich leben können. Viele andere in meinem Umkreis, allesamt Berufsmusiker, können das leider nicht.

    Daran ist zum Teil nicht nur die allgemeine Auftragslage, sondern auch die GEMA schuld. Die Einnahmen der Tantiemen sind durch die willkürliche Einführung des sogenannten PRO-Verfahrens, welches sogar vom Bundesgerichtshof als rechtswidrig eingestuft wurde, erheblich gesunken.

    Es wäre schön, wenn die GEMA ihre Aufgabe als Hüter meiner Urheberrechte wahrnehmen würde. Bis zum Punkt, die Tantiemen von Radiostationen und Veranstaltern einzunehmen kommt sie auch meist. Aber zur gerechten Ausschüttung an mich oder andere kommt es dann selten oder nur sehr unzureichend. Als Beispiel kann ich hier Aufführungen meiner Musik in diversen Lokalsendern nennen, die aufgrund von Playlists nachvollziehbar wären. Jedoch interessiert das die GEMA nicht, da all diese Sender zwar ihren entsprechenden Beitrag dafür leisten müssen, die GEMA im Gegenzug jedoch die Auswertung nicht wahrnimmt, da bestimmte Zahlungsgrenzengrenzen nicht erreicht werden. Das wäre ja eine Mühe, die nicht lohnt... Dafür landen dann MEINE Tantiemen in einem großen Topf, der dann letztendlich anderweitig verteilt wird.

    Sie schreiben etwas von Demokratie..... Eine Demokratie gibt es für den Großteil der GEMA-Mitglieder nicht. Nur für einen kleinen Teil davon. Genau wie Sie schreiben, und anscheinend gehören Sie zu den oberen 3000 ordentlichen Mitgliedern, sind diese allein stimmberechtigt, wenn es um die Belange der Urheber geht. Die Mitgliederanzahl beträgt aber mehr als 60000. Und genau dieser Großteil hat keinerlei Mitbestimmungsrecht, egal was beschlossen werden soll. Das nenne ich keine Demokratie. Und diese "Legende", die Sie beschrieben, ist keine. So gerne ich Ihnen glauben möchte. Es ist Realität. Sehr zum Leidwesen vieler anderer Komponisten und Texter, die nicht selbst mitbestimmen dürfen, wie z.B. der große Einnahmetopf verteilt wird.

    Ich denke, ich könnte noch vieles dazu schreiben. Ich mag es aber nicht. Ich finde es gut, dass solch ein Thema auch mal in der breiten Allgemeinheit diskutiert wird. Egal, ob Sie es persönlich jetzt gut finden oder nicht, die GEMA hier leidenschaftlich verteidigen oder nicht.

    Im Grunde geht es darum, dass viele Praktiken dieser Gesellschaft undurchsichtig sind, gegen einen Großteil der eigenen Mitglieder sehr unfair arbeitet und vielen Veranstaltern und Förderern der Kunst Steine in den Weg legt. Es geht darum, dass alte Denkweisen umgestossen werden und dass endlich einmal etwas passiert, eine gerechte Verteilung der zustehenden Tantiemen an alle berechtigten Künstler zu erreichen. Es müssen Veränderungen stattfinden. Und wenn die GEMA sich nicht bewegt und in ihren altem Verhaltensmuster verharrt, müssen solche Diskussionen und Petitionen stattfinden, damit es wahrgenommen wird. Aber solange das nicht passiert, geht es mir und vielen anderen Künstlern, wie nannen Sie es so schön?: AUF DEN ZEIGER!!!!

    • aji
    • 30.06.2009 um 5:46 Uhr

    Ich habe sowohl den Artikel als auch die Petition gelesen und finde nicht dass es darum geht die GEMA per se schlechtzumachen. Fr. Bestle moechte eine flexiblere Tarifstruktur fuer kleine Veranstaltungen erwirken. Und sie kritisiert, meiner Meinung auch zu Recht, die Art und Weise wie die GEMA auf Unregelmaessigkeiten etc. reagiert: mit einer oft unverhaeltnissmaessigen Haerte von Beginn an.

    Ich denke mir doch dass die meisten Veranstaltern durchauss verstehen dass die Kuenstler auch etwas verdienen wollen und muessen. Aber die GEMA muss auch verstehen dass Kuenstler und Veranstalter eine Symbiose darstellen die letztendlich beiden etwas bringt.

    Ihre Reaktion erscheint mir reichlich übertrieben. Insbesondere für Komponisten finde ich die GEMA sehr wichtig. Trotzdem ist die Kritik im Artikel und in der Petition vollkommen gerechtfertigt.
    Die Vorgehensweise der GEMA, Gebühren nach Raumgröße und Eintrittspreis anzusetzen, entbehrt jeglicher Vernunft. Gerade kleinere Veranstalter in ländlichen gegenden müssen sich mit Räumen zufrieden geben, die ihnen zur Verfügung stehen. Oft ist eine von der Gemeinde gestellte Turnhalle der einzige verfügbare Veranstaltungsort und dort könnten unter Umständen sehr viel mehr Besucher untergebracht werden, als tatsächlich kommen. Ein klassisches Konzert oder ein Blues-Abend zieht nunmal nicht das gleiche Publikum an, wie die überfüllte Dorfdisco.

    Somit werden GEMA-Gebühren unbezahlbar und die einzige Konsequenz besteht darin, auf kulturelle Veranstaltungen zu verzichten. Damit tut sich die GEMA selbst keinen Gefallen. Damit handelt sie bestimmt auch nicht im Sinne ihrer Mitglieder, deren Werke in weiten Teilen Deutschlands so einfach nicht gespielt werden können.

    Wo wir gerade beim wüsten Bashing sind: Das Anti-GEMA-Bashing, mit dem man versucht, jede Kritik an der GEMA, sofort abzuwürgen, taucht auch in jeder Diskussion sehr früh auf. Ein Schelm, der böses dabei denkt und Praktiken vermutet, für die der Deutsche Bauernverband kürzlich gescholten wurde.

    Das Grundanliegen der GEMA ist nachvollziehbar, ebenso wie das Prinzip atomarer Abschreckung nachvollziehbar ist. Gluecklicherweise liegt diese nicht in den Haenden von "Sachbearbeiterinnen" zwischen 40 und Fruehrente, die E-Mails ausdrucken, statt sie weiterzuleiten.
    Wer schonmal eine Rechnung fuer eine Tanzveranstaltung, incl. Saeumnisgebuehr, bekommen hat, weil er Freunde zum "Schrottwichteln" eingeladen hatte, weiss, dass die Damen sich beim Schreiben von Rechnungen von ihrer Ahnungslosigkeit nicht bremsen lassen.
    Bis zur Wikipedia hat es offenbar noch keine geschafft.
    Bemerkenswert ist auch, dass die Liste der vertretenen Kuenstler nicht vollstaendig online einsehbar ist. Wenn man eine "GEMA-freie" Veransatltung plant, muss man fuer jeden Titel eine Auskunft einholen um sicher sein zu koennen.
    Genau hier liegt aber eine Chance, sich zu "bedanken". Da jedermann Anspruch auf Auskunft hat und die Damen nicht auf die Online-Datenbank verweisen koennen, wahrscheinlich liegt die gesamte Liste noch nicht einmal digital vor, koennen gehaeufte Anfragen wenigstens einen Teil der Damen mit anderem beschaeftigen, als Rechnungen zu schreiben.
    Also liebe Leute, sagt "Danke"!

    Eine kleine Geschichte am Rande:

    wir ( ein kleiner Kulturverein) haben ein Konzert mit einem ungarischen Künstler organisiert.
    Wir haben bei der GEMA angefragt, ob die Veranstaltung GEMA pflichtig sei.
    Dazu haben wir der GEMA den Namen des Künstlers und eine Liste der Songs geschickt.

    Die Song-Liste enthielt nur frei erfundene, fiktive Titel !!!

    Nichtdestotrotz schrieb die GEMA zurück, dass wir GEMA -gebühren bezahlen müssten. ( So nach dem Motto, man kann es ja mal versuchen)

    Ist das jetzt GEMA-Bashing ??

    @ Fugist

    Ich bin ebenfalls Künstler und GEMA-Mitglied, dennoch kann ich Ihre Meinung zur GEMA leider, wie viele andere Künstler auch, nicht teilen. Es ist schön, dass Sie von Ihrer Musik, auch von den entsprechenden GEMA-Einnahmen wirklich leben können. Viele andere in meinem Umkreis, allesamt Berufsmusiker, können das leider nicht.

    Daran ist zum Teil nicht nur die allgemeine Auftragslage, sondern auch die GEMA schuld. Die Einnahmen der Tantiemen sind durch die willkürliche Einführung des sogenannten PRO-Verfahrens, welches sogar vom Bundesgerichtshof als rechtswidrig eingestuft wurde, erheblich gesunken.

    Es wäre schön, wenn die GEMA ihre Aufgabe als Hüter meiner Urheberrechte wahrnehmen würde. Bis zum Punkt, die Tantiemen von Radiostationen und Veranstaltern einzunehmen kommt sie auch meist. Aber zur gerechten Ausschüttung an mich oder andere kommt es dann selten oder nur sehr unzureichend. Als Beispiel kann ich hier Aufführungen meiner Musik in diversen Lokalsendern nennen, die aufgrund von Playlists nachvollziehbar wären. Jedoch interessiert das die GEMA nicht, da all diese Sender zwar ihren entsprechenden Beitrag dafür leisten müssen, die GEMA im Gegenzug jedoch die Auswertung nicht wahrnimmt, da bestimmte Zahlungsgrenzengrenzen nicht erreicht werden. Das wäre ja eine Mühe, die nicht lohnt... Dafür landen dann MEINE Tantiemen in einem großen Topf, der dann letztendlich anderweitig verteilt wird.

    Sie schreiben etwas von Demokratie..... Eine Demokratie gibt es für den Großteil der GEMA-Mitglieder nicht. Nur für einen kleinen Teil davon. Genau wie Sie schreiben, und anscheinend gehören Sie zu den oberen 3000 ordentlichen Mitgliedern, sind diese allein stimmberechtigt, wenn es um die Belange der Urheber geht. Die Mitgliederanzahl beträgt aber mehr als 60000. Und genau dieser Großteil hat keinerlei Mitbestimmungsrecht, egal was beschlossen werden soll. Das nenne ich keine Demokratie. Und diese "Legende", die Sie beschrieben, ist keine. So gerne ich Ihnen glauben möchte. Es ist Realität. Sehr zum Leidwesen vieler anderer Komponisten und Texter, die nicht selbst mitbestimmen dürfen, wie z.B. der große Einnahmetopf verteilt wird.

    Ich denke, ich könnte noch vieles dazu schreiben. Ich mag es aber nicht. Ich finde es gut, dass solch ein Thema auch mal in der breiten Allgemeinheit diskutiert wird. Egal, ob Sie es persönlich jetzt gut finden oder nicht, die GEMA hier leidenschaftlich verteidigen oder nicht.

    Im Grunde geht es darum, dass viele Praktiken dieser Gesellschaft undurchsichtig sind, gegen einen Großteil der eigenen Mitglieder sehr unfair arbeitet und vielen Veranstaltern und Förderern der Kunst Steine in den Weg legt. Es geht darum, dass alte Denkweisen umgestossen werden und dass endlich einmal etwas passiert, eine gerechte Verteilung der zustehenden Tantiemen an alle berechtigten Künstler zu erreichen. Es müssen Veränderungen stattfinden. Und wenn die GEMA sich nicht bewegt und in ihren altem Verhaltensmuster verharrt, müssen solche Diskussionen und Petitionen stattfinden, damit es wahrgenommen wird. Aber solange das nicht passiert, geht es mir und vielen anderen Künstlern, wie nannen Sie es so schön?: AUF DEN ZEIGER!!!!

    • dld
    • 29.06.2009 um 22:52 Uhr

    warum weichen die kleinen veranstalter nicht auf alternative musik aus, für welche sie nicht die GEMA-gebühren bezahlen müssen? sind die lieder/texte der GEMA so wichtig, dass man nicht um sie herum kommt?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Leider ja. Auch wenn kein Musiker zur GEMA gehen MUSS, bleibt ihm doch nichts anderes übrig. Die GEMA übt fast schon kriminellen Druck auf kleine Veranstalter aus für alle ihre Konzerte Geld abzuführen, ob jetzt da eine Band mit eigenen - nicht angemeldeten - Songs spielt oder nicht. Diese unrechtmässige GEMA-Gebühr wird dann natürlich dem Künstler von der Gage abgezogen, obwohl er ja gar nicht bei der GEMA ist. Die einzige Chance für den Künstler etwas von dem Geld zu sehen, das er selbst dafür bezahlt hat seine selbst geschriebenen Lieder zu spielen, ist Mitglied bei der GEMA zu werden, in der Hoffnung dass die ihm zumindest Teile dieser Gebühren zurückerstatten.

    Mit Verlaub, ein Scheisssystem.

    Leider ja. Auch wenn kein Musiker zur GEMA gehen MUSS, bleibt ihm doch nichts anderes übrig. Die GEMA übt fast schon kriminellen Druck auf kleine Veranstalter aus für alle ihre Konzerte Geld abzuführen, ob jetzt da eine Band mit eigenen - nicht angemeldeten - Songs spielt oder nicht. Diese unrechtmässige GEMA-Gebühr wird dann natürlich dem Künstler von der Gage abgezogen, obwohl er ja gar nicht bei der GEMA ist. Die einzige Chance für den Künstler etwas von dem Geld zu sehen, das er selbst dafür bezahlt hat seine selbst geschriebenen Lieder zu spielen, ist Mitglied bei der GEMA zu werden, in der Hoffnung dass die ihm zumindest Teile dieser Gebühren zurückerstatten.

    Mit Verlaub, ein Scheisssystem.

    • aji
    • 30.06.2009 um 5:46 Uhr

    Ich habe sowohl den Artikel als auch die Petition gelesen und finde nicht dass es darum geht die GEMA per se schlechtzumachen. Fr. Bestle moechte eine flexiblere Tarifstruktur fuer kleine Veranstaltungen erwirken. Und sie kritisiert, meiner Meinung auch zu Recht, die Art und Weise wie die GEMA auf Unregelmaessigkeiten etc. reagiert: mit einer oft unverhaeltnissmaessigen Haerte von Beginn an.

    Ich denke mir doch dass die meisten Veranstaltern durchauss verstehen dass die Kuenstler auch etwas verdienen wollen und muessen. Aber die GEMA muss auch verstehen dass Kuenstler und Veranstalter eine Symbiose darstellen die letztendlich beiden etwas bringt.

    Antwort auf "Gema Bashing"
  1. Ihre Reaktion erscheint mir reichlich übertrieben. Insbesondere für Komponisten finde ich die GEMA sehr wichtig. Trotzdem ist die Kritik im Artikel und in der Petition vollkommen gerechtfertigt.
    Die Vorgehensweise der GEMA, Gebühren nach Raumgröße und Eintrittspreis anzusetzen, entbehrt jeglicher Vernunft. Gerade kleinere Veranstalter in ländlichen gegenden müssen sich mit Räumen zufrieden geben, die ihnen zur Verfügung stehen. Oft ist eine von der Gemeinde gestellte Turnhalle der einzige verfügbare Veranstaltungsort und dort könnten unter Umständen sehr viel mehr Besucher untergebracht werden, als tatsächlich kommen. Ein klassisches Konzert oder ein Blues-Abend zieht nunmal nicht das gleiche Publikum an, wie die überfüllte Dorfdisco.

    Somit werden GEMA-Gebühren unbezahlbar und die einzige Konsequenz besteht darin, auf kulturelle Veranstaltungen zu verzichten. Damit tut sich die GEMA selbst keinen Gefallen. Damit handelt sie bestimmt auch nicht im Sinne ihrer Mitglieder, deren Werke in weiten Teilen Deutschlands so einfach nicht gespielt werden können.

    Wo wir gerade beim wüsten Bashing sind: Das Anti-GEMA-Bashing, mit dem man versucht, jede Kritik an der GEMA, sofort abzuwürgen, taucht auch in jeder Diskussion sehr früh auf. Ein Schelm, der böses dabei denkt und Praktiken vermutet, für die der Deutsche Bauernverband kürzlich gescholten wurde.

    Antwort auf "Gema Bashing"
  2. Das Grundanliegen der GEMA ist nachvollziehbar, ebenso wie das Prinzip atomarer Abschreckung nachvollziehbar ist. Gluecklicherweise liegt diese nicht in den Haenden von "Sachbearbeiterinnen" zwischen 40 und Fruehrente, die E-Mails ausdrucken, statt sie weiterzuleiten.
    Wer schonmal eine Rechnung fuer eine Tanzveranstaltung, incl. Saeumnisgebuehr, bekommen hat, weil er Freunde zum "Schrottwichteln" eingeladen hatte, weiss, dass die Damen sich beim Schreiben von Rechnungen von ihrer Ahnungslosigkeit nicht bremsen lassen.
    Bis zur Wikipedia hat es offenbar noch keine geschafft.
    Bemerkenswert ist auch, dass die Liste der vertretenen Kuenstler nicht vollstaendig online einsehbar ist. Wenn man eine "GEMA-freie" Veransatltung plant, muss man fuer jeden Titel eine Auskunft einholen um sicher sein zu koennen.
    Genau hier liegt aber eine Chance, sich zu "bedanken". Da jedermann Anspruch auf Auskunft hat und die Damen nicht auf die Online-Datenbank verweisen koennen, wahrscheinlich liegt die gesamte Liste noch nicht einmal digital vor, koennen gehaeufte Anfragen wenigstens einen Teil der Damen mit anderem beschaeftigen, als Rechnungen zu schreiben.
    Also liebe Leute, sagt "Danke"!

    Antwort auf "Gema Bashing"
  3. Leider ja. Auch wenn kein Musiker zur GEMA gehen MUSS, bleibt ihm doch nichts anderes übrig. Die GEMA übt fast schon kriminellen Druck auf kleine Veranstalter aus für alle ihre Konzerte Geld abzuführen, ob jetzt da eine Band mit eigenen - nicht angemeldeten - Songs spielt oder nicht. Diese unrechtmässige GEMA-Gebühr wird dann natürlich dem Künstler von der Gage abgezogen, obwohl er ja gar nicht bei der GEMA ist. Die einzige Chance für den Künstler etwas von dem Geld zu sehen, das er selbst dafür bezahlt hat seine selbst geschriebenen Lieder zu spielen, ist Mitglied bei der GEMA zu werden, in der Hoffnung dass die ihm zumindest Teile dieser Gebühren zurückerstatten.

    Mit Verlaub, ein Scheisssystem.

  4. Eine kleine Geschichte am Rande:

    wir ( ein kleiner Kulturverein) haben ein Konzert mit einem ungarischen Künstler organisiert.
    Wir haben bei der GEMA angefragt, ob die Veranstaltung GEMA pflichtig sei.
    Dazu haben wir der GEMA den Namen des Künstlers und eine Liste der Songs geschickt.

    Die Song-Liste enthielt nur frei erfundene, fiktive Titel !!!

    Nichtdestotrotz schrieb die GEMA zurück, dass wir GEMA -gebühren bezahlen müssten. ( So nach dem Motto, man kann es ja mal versuchen)

    Ist das jetzt GEMA-Bashing ??

    Antwort auf "Gema Bashing"
  5. @ Fugist

    Ich bin ebenfalls Künstler und GEMA-Mitglied, dennoch kann ich Ihre Meinung zur GEMA leider, wie viele andere Künstler auch, nicht teilen. Es ist schön, dass Sie von Ihrer Musik, auch von den entsprechenden GEMA-Einnahmen wirklich leben können. Viele andere in meinem Umkreis, allesamt Berufsmusiker, können das leider nicht.

    Daran ist zum Teil nicht nur die allgemeine Auftragslage, sondern auch die GEMA schuld. Die Einnahmen der Tantiemen sind durch die willkürliche Einführung des sogenannten PRO-Verfahrens, welches sogar vom Bundesgerichtshof als rechtswidrig eingestuft wurde, erheblich gesunken.

    Es wäre schön, wenn die GEMA ihre Aufgabe als Hüter meiner Urheberrechte wahrnehmen würde. Bis zum Punkt, die Tantiemen von Radiostationen und Veranstaltern einzunehmen kommt sie auch meist. Aber zur gerechten Ausschüttung an mich oder andere kommt es dann selten oder nur sehr unzureichend. Als Beispiel kann ich hier Aufführungen meiner Musik in diversen Lokalsendern nennen, die aufgrund von Playlists nachvollziehbar wären. Jedoch interessiert das die GEMA nicht, da all diese Sender zwar ihren entsprechenden Beitrag dafür leisten müssen, die GEMA im Gegenzug jedoch die Auswertung nicht wahrnimmt, da bestimmte Zahlungsgrenzengrenzen nicht erreicht werden. Das wäre ja eine Mühe, die nicht lohnt... Dafür landen dann MEINE Tantiemen in einem großen Topf, der dann letztendlich anderweitig verteilt wird.

    Sie schreiben etwas von Demokratie..... Eine Demokratie gibt es für den Großteil der GEMA-Mitglieder nicht. Nur für einen kleinen Teil davon. Genau wie Sie schreiben, und anscheinend gehören Sie zu den oberen 3000 ordentlichen Mitgliedern, sind diese allein stimmberechtigt, wenn es um die Belange der Urheber geht. Die Mitgliederanzahl beträgt aber mehr als 60000. Und genau dieser Großteil hat keinerlei Mitbestimmungsrecht, egal was beschlossen werden soll. Das nenne ich keine Demokratie. Und diese "Legende", die Sie beschrieben, ist keine. So gerne ich Ihnen glauben möchte. Es ist Realität. Sehr zum Leidwesen vieler anderer Komponisten und Texter, die nicht selbst mitbestimmen dürfen, wie z.B. der große Einnahmetopf verteilt wird.

    Ich denke, ich könnte noch vieles dazu schreiben. Ich mag es aber nicht. Ich finde es gut, dass solch ein Thema auch mal in der breiten Allgemeinheit diskutiert wird. Egal, ob Sie es persönlich jetzt gut finden oder nicht, die GEMA hier leidenschaftlich verteidigen oder nicht.

    Im Grunde geht es darum, dass viele Praktiken dieser Gesellschaft undurchsichtig sind, gegen einen Großteil der eigenen Mitglieder sehr unfair arbeitet und vielen Veranstaltern und Förderern der Kunst Steine in den Weg legt. Es geht darum, dass alte Denkweisen umgestossen werden und dass endlich einmal etwas passiert, eine gerechte Verteilung der zustehenden Tantiemen an alle berechtigten Künstler zu erreichen. Es müssen Veränderungen stattfinden. Und wenn die GEMA sich nicht bewegt und in ihren altem Verhaltensmuster verharrt, müssen solche Diskussionen und Petitionen stattfinden, damit es wahrgenommen wird. Aber solange das nicht passiert, geht es mir und vielen anderen Künstlern, wie nannen Sie es so schön?: AUF DEN ZEIGER!!!!

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