Autokonzerne Porsche empört über "Erpressung" durch VW
Volkswagen hat seinem verschuldeten Großaktionär Porsche ein Ultimatum gestellt: Nächste Woche müsse Klarheit über die Zukunft herrschen. Porsche reagierte verärgert
Es sei eine Frist bis spätestens Dienstag gesetzt worden, sagte ein Porsche-Sprecher. Auch aus VW-Kreisen verlautete, es müsse in dieser Woche eine Entscheidung der Schwaben geben, ob sie ihren Weg künftig mit oder ohne Europas größten Autobauer gehen wollten. Danach sei die Tür zu, ein Rettungsangebot von VW sei dann hinfällig.
Der Sportwagenbauer wies das Ultimatum von VW und dem Land Niedersachsen empört zurück. "Erpressen lassen wir uns nicht", teilte Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche mit. "Ultimaten gehören nicht in das 21. Jahrhundert." Zuvor habe es ein Schreiben des VW-Vorstandes an Wolfgang Porsche gegeben. Dem Vernehmen nach sollte es am Wochenende auch ein Krisentreffen der Familien Porsche und Piëch in Salzburg geben.
Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel hatte von dem Ultimatum berichtet. Sollte Porsche bis Montag nicht auf das VW-Rettungsangebot eingehen, könnte auch das Emirat Katar, mit dem Porsche seit längerem verhandelt, die Sportwagenschmiede nicht mehr retten. Die Stuttgarter haben sich mit der geplanten VW-Übernahme kräftig verhoben, einen riesigen Schuldenberg angehäuft und sind auf der fieberhaften Suche nach einem Ausweg aus der Misere.
VW schlägt demnach den Familien Porsche und Piëch vor, dass der Wolfsburger Konzern der Porsche Holding für drei bis vier Milliarden Euro einen 49-Prozent-Anteil an der Porsche AG abkauft. In einem nächsten Schritt würde das Emirat Katar VW-Aktienoptionen übernehmen, die von der Porsche Holding gehalten werden. Zum Schluss müssten die Unternehmen Porsche und VW fusionieren. Auch der Focus berichtete, die VW-Spitze wolle durch den Kompromissvorschlag den Übernahmepoker mit Porsche beenden.
Der Plan sieht laut Spiegel vor, dass die Familien Porsche und Piëch an einem Automobilkonzern VW/Porsche mehr als 40 Prozent der Aktien halten könnten, Niedersachsen 20, Katar rund 15 und ein weiterer Staatsfonds fünf Prozent. Es gebe einen entsprechenden Plan, hieß es in Stuttgart. Porsche könne darauf aber gar nicht eingehen, weil dann sofort der Kredit über 10,75 Milliarden Euro fällig werde, den Porsche sich bei einem Bankenkonsortium gesichert hatte, sagte ein Porsche-Sprecher. "Das sieht der Vertrag vor."
In einer gemeinsamen Erklärung von Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche und seinem Stellvertreter, Betriebsratschef Uwe Hück, hieß es: "Wir gehen nach wie vor davon aus, dass wir gemeinsam mit VW zum Wohle beider Unternehmen eine erfolgreiche Zukunft planen. Deshalb irritiert uns die Wortwahl dieser Erklärung in hohem Maße." Eine Erpressung schade der Sache. "Das ist nicht der Stil, der Gemeinsamkeiten fördert."
Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff wies dagegen Berichte über ein Ultimatum des Landes und von VW an den Sportwagenbauer zurück. "Es gibt kein Ultimatum, sondern ein intensives gutes Zusammenarbeiten an der Zukunft von Porsche und VW", sagte der CDU-Politiker. Ein VW-Sprecher wollte die Berichte nicht kommentieren, ein anderer sagte: "Es gibt kein Ultimatum."
Porsche ist mit rund neun Milliarden Euro verschuldet und sucht seit Monaten händeringend neue Geldquellen. Die Stuttgarter besitzen knapp 51 Prozent der Anteile an Europas größtem Autobauer und halten mit Hilfe der Banken Aktienoptionen über weitere bis zu 24 Prozent. Das Land Niedersachsen hält knapp mehr als 20 Prozent an VW und hat durch das umstrittene VW-Gesetz ein Vetorecht bei wichtigen Entscheidungen.
- Datum 29.06.2009 - 10:24 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, dpa, misch, 28.06.2009
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Wo kann ein Laie mal verständlich nachlesen wie es zum Porsche-Desaster gekommen ist? Vor nicht allzu langer Zeit wurde doch noch darüber gejubelt, dass der Finanzchef von Porsche mit einem Tagestrick Milliarden € scheffelte und Porsche mehr Gewinn als Umsatz machte. Haben sich da vielleicht Bangster und Piech gerächt?
Porsche hatte die Rekordergebnisse nicht durch den Verkauf von Autos, sondern durch Finanzspekulationen gewonnen - somit traf die Bankenkrise Porsche sehr direkt.
Porsche hatte die Rekordergebnisse nicht durch den Verkauf von Autos, sondern durch Finanzspekulationen gewonnen - somit traf die Bankenkrise Porsche sehr direkt.
Mal ehrlich: wer braucht noch heutzutage solche Benzinkutschen wie einen Porsche?
Also Fahrzeuge mit meistens 2 Sitzpätzen die auf den überfüllten Straßen nicht schneller fahren können und dürfen als ein neuer Fiat 500 ? Die Porsche-Leute sollten mal Fahrzeuge bauen die andere Superlative erfüllen, nämlich ökologische Ziele. Das Statussymbol Porsche wird weiter bröckeln. Auch die Scheichs aus Katar setzen auf die Nach-Öl-Zeit. Mit der Expertise von Porsche.
So ganz blind ist man bei Porsche nicht für das Thema. Zu zeiten der Ölkise wurde z.B. der 944 genau mit dem Ziel, einen Sportwagen mit niedrigen Verbrauch zu schaffen, entwickelt.
Aber letztlich bestimmt doch der Kunde. Für Leute mit einem Rennsporthobby sind die Fahrzeuge von Porsche davon abgesehen sogar eine Budget-Lösung.
So ganz blind ist man bei Porsche nicht für das Thema. Zu zeiten der Ölkise wurde z.B. der 944 genau mit dem Ziel, einen Sportwagen mit niedrigen Verbrauch zu schaffen, entwickelt.
Aber letztlich bestimmt doch der Kunde. Für Leute mit einem Rennsporthobby sind die Fahrzeuge von Porsche davon abgesehen sogar eine Budget-Lösung.
Porsche hatte die Rekordergebnisse nicht durch den Verkauf von Autos, sondern durch Finanzspekulationen gewonnen - somit traf die Bankenkrise Porsche sehr direkt.
So ganz blind ist man bei Porsche nicht für das Thema. Zu zeiten der Ölkise wurde z.B. der 944 genau mit dem Ziel, einen Sportwagen mit niedrigen Verbrauch zu schaffen, entwickelt.
Aber letztlich bestimmt doch der Kunde. Für Leute mit einem Rennsporthobby sind die Fahrzeuge von Porsche davon abgesehen sogar eine Budget-Lösung.
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