Bei seiner Festnahme in einem Privatanwesen in der Nähe von Rosenheim habe Ex-Manager Michael Christoforakos keinen Widerstand geleistet, teilte die Generalstaatsanwaltschaft München mit. Nun muss das Oberlandesgericht München über den Antrag auf Auslieferung entscheiden, den griechische Behörden gestellt haben.

Die Justiz in Griechenland wirft Christoforakos Korruption und Geldwäsche vor. Er soll Mitarbeiter der griechischen Telefongesellschaft O.T.E. bestochen haben. Er und ein anderer griechischer Ex-Manager von Siemens hatten sich nach Deutschland abgesetzt. Das Verschwinden der beiden Männer hatte in Griechenland für großes Aufsehen gesorgt. Nach dem Ex-Finanzchef von Siemens Hellas, Christos Karavelas, wird noch gefahndet.

Nach deutschem Recht seien die Vorwürfe gegen ihren Mandanten inzwischen verjährt, erklärten die beiden Rechtsanwälte von Christoforakos, Stefan Kursawe und Daniel Peter. In Griechenland drohe dem Mann, der neben der griechischen auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Bei dem deutschen Elektronikkonzern waren insgesamt mindestens 1,3 Milliarden Euro in dunklen Kanälen verschwunden. Ein Großteil der Gelder soll im Ausland als Bestechung eingesetzt worden sein, um Aufträge für das Unternehmen zu generieren.

In Griechenland sind Schätzungen zufolge Schmiergelder in Höhe von rund 100 Millionen Euro an Politiker und Funktionäre geflossen. Dabei soll es um Aufträge für die Digitalisierung des griechischen Telefonnetzes in den neunziger Jahren, Kommunikationssysteme für das griechische Heer und das Überwachungssystem für die Olympischen Spiele 2004 gegangen sein.