Das Bruttoinlandsprodukt der weltgrößten Volkswirtschaft sank mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 5,5 (zweite Schätzung: minus 5,7) Prozent, wie das Handelsministerium am Donnerstag nach endgültigen Berechnungen mitteilte.

Die USA befinden sich seit fast eineinhalb Jahren in der Rezession. Die schwache Konjunktur treibt die Arbeitslosenzahlen immer weiter in die Höhe: Allein in der Woche zum 20. Juni gingen 627.000 Anträge auf Arbeitslosenhilfe ein. Experten hatten nur mit 600.000 gerechnet, in der Vorwoche waren es 612.000.

Aus dem Arbeitsministerium verlautete, es seien überraschend viele Anträge aus dem Bildungssektor eingegangen. Dies hänge offenbar mit dem Ende des Schuljahres zusammen. Die Rezession hat viele Bundesstaaten zu einem strikten Sparkurs gezwungen, wobei auch im Bildungssektor der Rotstift angesetzt wird. Oftmals werden dabei auslaufende Verträge von Lehrern und Hilfskräften nicht mehr verlängert.

Präsident Barack Obama hatte jüngst eingeräumt, dass die Regierung die Entwicklung der Arbeitslosigkeit falsch eingeschätzt hat. Noch vor einigen Monaten hatte sie prognostiziert, dass die Arbeitslosenquote bei acht Prozent ihren Höhepunkt erreichen und dann zum Ende dieses Jahres fallen werde. Schon jetzt hat die Quote mit 9,4 Prozent aber den höchsten Stand seit rund einem Vierteljahrhundert erreicht.

Im Kampf gegen die Rezession hatte Obama ein knapp 800 Milliarden Dollar schweres Konjunkturprogramm auf den Weg gebracht, um die Wirtschaft zu stützen – offenbar mit Erfolg. Das Tempo des Abschwungs hat bereits nachgelassen: Ende 2008 war die Wirtschaft noch um 6,3 Prozent geschrumpft.