Sanktionen USA verschärfen Wirtschaftsdruck auf Nordkorea
Die Vermögenswerte mehrerer Unternehmen wurden eingefroren. Dadurch sollen Waffen- und Nukleargeschäfte eingedämmt werden
Das US-Finanzministerium plane über internationale Finanzkanäle insgesamt 17 nordkoreanische Banken und Unternehmen von Geldflüssen abzuschneiden, berichtete das Wall Street Journal.
Diese Firmen seien aus Sicht Washingtons zentrale Mittler für den Handel Nordkoreas mit Waffen und nuklearem Material. In einem ersten Schritt verhängte die US-Regierung Sanktionen gegen zwei Unternehmen, die Pjöngjang bei diesen Geschäften unterstützt haben sollen.
Die Maßnahmen zielten auf "Knotenpunkte" des nordkoreanischen Finanzsystems ab, berichtete die Zeitung unter Berufung auf US-Regierungskreisen. Nach der Verschärfung der UN-Sanktionen gegen das kommunistische Regime vor rund zwei Wochen habe die US-Regierung jetzt eine größere Auswahl Angriffspunkte, hieß es.
Die erlassenen Sanktionen richten sich gegen ein Unternehmen namens Hong Kong Electronics mit Sitz im Iran, durch das Millionen von Dollar im Zusammenhang mit Waffen- und Nukleargeschäften geflossen sein soll, sowie gegen eine nordkoreanische Handelsfirma. Vermögenswerte der Firmen in den USA werden damit eingefroren. Zudem dürfen US-Bürger mit den Unternehmen keine Geschäftsbeziehungen mehr unterhalten.
"Die heutige Schritte sind Teil unserer Anstrengungen zu verhindern, dass Nordkorea das internationale Finanzsystem benutzt, um seine Nuklear- und Raketenprogramme voranzutreiben", sagte Finanz- Staatssekretär Stuart Levey.
Mit den verschärften Sanktionen hatte das höchste UN-Gremium auf den jüngsten Atomtest des kommunistischen Landes am 25. Mai und eine Reihe weiterer Provokationen reagiert. Resolution 1874 wurde einstimmig von allen 15 Mitgliedsstaaten des Weltsicherheitsrats verabschiedet.
Unter anderem sollen nordkoreanische Frachtlieferungen stärker auf verbotene Waffenlieferungen kontrolliert werden. Ebenso soll Pjöngjang künftig keine Investitionsmittel oder Darlehen mehr von der internationalen Gemeinschaft erhalten. Humanitäre oder Entwicklungshilfe sind davon jedoch ausgenommen.
Die Resolution ist völkerrechtlich verbindlich. Die Sanktionen können daher notfalls auch mit Gewalt durchgesetzt werden. Nordkoreas Verbündeter China hatte an dem Text mitgearbeitet.
- Datum 30.06.2009 - 22:07 Uhr
- Serie News
- Quelle ZEIT ONLINE, sh, dpa
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