Partikelfilter Bund zahlt Prämien für Nachrüstung
In Deutschland könnten noch viele ältere Diesel mit Filtern ausgerüstet werden. Durch eine Umstellung der Förderung soll die Nachrüstung attraktiver werden
Wer einen älteren Diesel-Pkw mit einem Russpartikelfilter nachrüstet, wird vom Staat mit 330 Euro belohnt. Das ist nicht neu, die Regelung gilt noch bis Ende des Jahres. Allerdings sind noch längst nicht alle Fahrzeuge umgebaut, bei denen das möglich wäre.
Kurz vor dem Ende des Förderung will die Bundesregierung deshalb die Attraktivität des Programms noch einmal steigern. Während der Betrag bisher als Rabatt auf die Kraftfahrzeugsteuer erst im Nachhinein verrechnet wurde, soll die Summe bald als Prämie überwiesen werden.
Die Umstellung hat die Bundesregierung im Rahmen des zweiten Nachtragshaushalts für 2009 beschlossen. 66 Millionen Euro wurden für die Förderung in den Etat eingestellt. Das Modell Steuergutschrift soll als Alternativmöglichkeit parallel bestehen bleiben.
Ohne die Förderung kostet die Nachrüstung eines Diesel-Pkw im Schnitt zwischen 600 und 700 Euro. Im Idealfall müssten Kunden nach dem neuen Modell gar nicht mehr in Vorleistung treten, sondern nur noch den reduzierten Betrag zahlen.
Auf jeden Fall käme das Geld aber schneller zum Dieselbesitzer als bei einer Erstattung über die Kraftfahrzeugsteuer, die nur einmal im Jahr fällig wird. Als abwickelnde Behörde für die Filter-Prämien ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle im Gespräch, die schon die Anträge auf Abwrackprämie bearbeitet. Im Gespräch ist ein Start der Prämie zum 1. August.
Bisher haben rund 400.000 Autobesitzer ihren Wagen mit einem Partikelfilter nachgerüstet. In jedem Fall dürfte das Thema zum Jahreswechsel neue Dynamik bekommen. Dann nämlich wird in vielen Städten die nächste Stufe der Umweltzone akut. Berlin und Hannover wollen dann nur noch Fahrzeuge mit grüner Plakette in die Stadt lassen, in viele weitere Zonen sollen Autos mit roter Plakette keine Einfahrt mehr haben.
Die Nachrüstförderung nach bisherigem Muster gilt für alle Diesel-Pkw, die vor dem 31. Dezember 2006 erstmals zugelassen worden sind. Neuere Fahrzeuge sind in aller Regel ab Werk mit einem Partikelfilter bestückt.
Nebenbei hoffen auch die Werkstätten auf zusätzliches Geschäft durch die Barprämie. Schon bei der Einführung des Katalysators war die Nachrüstquote stark angestiegen, als die Förderung von Steuergutschrift auf Prämie umgestellt worden war.
- Datum 08.07.2009 - 16:53 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Ich hatte nen 300er Mercedes Turbodiesel (W124T, Motor erst 120.000km!) und musste ihn abstoßen (genauer: verschrotten, AWP mit Teileverkauf und war zwar Sünde aber ein Gewinn, ich musste schon den Vorgängerwagen trotz brutal niedrigen Verbrauchs wegen der "Umwelt"-Zonen viel zu billig abstoßen): Kein Filter erhältlich. Es gab zwar ein privat initiiertes Projekt, aber das wurde gestoppt, als das Finanzministerium die Umschlüsselung bei Kat-/Filternachrüstung stoppte, weil sich TÜV Bayern/Dekra und TÜV Österreich wegen angeblichen Nachlässigkeiten des Letzteren stritten. Ich bestellte also nen Neuen. Nun, vier Monate später (ich fahre den Neuen bereits) stellt sich heraus, dass das Projekt wieder angelaufen ist: Grüne Plakette, aber die Benzen weiter mit Euro 2 trotz grüner Plakette fahren. Also teuer Steuer, obwohl plakettenseitig alles auf Euro-3-Niveau akzeptiert wird.
Kinder, das ist doch ein Affenzikus hier!
Ich hab jetzt nen EU5-Benziner und hoffe, dass ich damit noch ne Zeitlang zu meinem Arbeitgeber in ner Plakettenstadt fahren darf (die Nahverkehrsanbindung meines Dorfes ist ne Katastrophe - nein falsch: nicht vorhanden). Aber wer weiß schon was die Zukunft bringt, Planungssicherheit gibt es auf diesem Gebiet dank panisch operierender "Volksvertreter" ja nicht mehr - und keiner scheint sich drüber aufzuregen.
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