Breitbandnetz Schnelles Internet durch Stromkabel
Telekomanbieter und Stromversorger sollen gemeinsam das Breitbandnetz für schnelles Internet zügiger ausbauen - so will es die Bundesnetzagentur. Vorbild ist die Schweiz

© dpa-Bildfunk
Die Lufthansa stattete schon 2002 Flugzeuge mit Breitband-Internet aus. Auf der Erde geht der Ausbau des schnellen Netzes bislang langsamer voran
Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, sagte dem Handelsblatt: "Wir prüfen, ob wir die Versorger in den Breitbandausbau einbinden können. So könnten wir die Verbreitung des schnellen Internets voranbringen und Kosten senken."
Im Hintergrund laufen bereits Verhandlungen. "Wir sind offen für Kooperationen mit Energieversorgern, um den Breitbandausbau gemeinsam voranzutreiben", heißt es bei der Telekom. "Es gibt dazu erste Sondierungsgespräche." Auch RWE bestätigt, dass man "sich aktiv mit dem Thema auseinandersetzt. Es gibt grundsätzlich technische Synergien, die wir prüfen", sagte ein Sprecher. Zu Details wollte er sich nicht äußern. E.on hielt sich bedeckt.
Hintergrund des Vorstoßes ist der Stillstand beim Ausbau von schnellen Datenleitungen. Die Bundesregierung fordert in ihrem Konjunkturprogramm Internetanschlüsse von mindestens 50 Megabit pro Sekunde in zwei Dritteln aller Haushalte bis zum Jahr 2014. Bisher hat nur die Telekom solche Turboleitungen in den Großstädten gelegt und erreicht so knapp ein Drittel der deutschen Haushalte. Die übrigen Gegenden surfen weniger als halb so schnell. Für viele Unternehmen in ländlichen Regionen ist das ein schwerer Standortnachteil.
Der Branchenriese hat sich allein den Ausbau in den Metropolen nach eigenen Angaben drei Milliarden Euro kosten lassen. Für ein flächendeckendes schnelles Netz wären nach Angaben von Experten rund 50 Milliarden Euro fällig - das ist der Telekom zu viel. Sie sucht deshalb schon lange Partner, bisher aber nur in der eigenen Branche.
Dabei verschlingt das Aufreißen von Straßen und Bürgersteigen, unter denen die Kabel verlegt werden müssen, 80 bis 90 Prozent der gesamten Kosten. An der Stelle kommen die Versorger ins Spiel: Sie reißen jährlich Tausende Kilometer Beton auf, um ihre Strom- und Gasnetze auszubauen oder instand zu halten. Bei jeder dieser Bauarbeiten könnten sie zusätzlich Glasfaserkabel verbuddeln und anschließend an die Telekomanbieter vermieten.
Aber auch dort, wo nicht gebaut wird, kann die Infrastruktur der Energiekonzerne die Netzkosten der Telekoms drastisch senken: Vielfach liegen Stromkabel und Gasleitungen in zusätzlichen Röhren, sogenannten Leerrohren, unter der Erde. Mit hohem Luftdruck können dort Glasfaserkabel über Hunderte von Metern hineingeblasen werden.
- Datum 08.07.2009 - 07:16 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE, Handelsblatt 7.7.2009
- Kommentare 2
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




50-100MB für aktuell ca 50 Euro.
.
Liegen hier in der Großstadt vor der Haustür. Die Telekom hat hier nur etwa 10% der möglichen/geplanten Anschlüße vermarkten können. (Zahlen aus dem Flurfunk Telekom) Scheint im Moment keiner so recht haben zu wollen.
.
Warum wohl?
.
Telefonieren wird nicht schneller. Surfen hängt nicht von der "Letzten Meile" ab, da kann ich eine 16MB Leitung nur sehr verhalten voll ausnutzen.
.
Kabelf/ Internetfernsehen? Die Sat-Schüssel bringt den "Schwachfug" in 300 Känalen merklich preiswerter.
.
Wenn ich für 25 Euro incl. 2xFlatrate (ISDN, 16/1 MB) haben kann, warum dann das doppelte für 4 fache unnütze Leistung ausgeben?
.
Über eine 50MB SDSL ließe sich reden, aber 50 MB als ADSL-Krüppel? Inhalte werden dadurch auch nicht besser.
.
Gebaut ist noch nicht verkauft
Gruss
Sikasuu
-
"Und im übrigen bin ich dafür, das Herr Jessen hier mitreden sollte" (frei nach Cato.d.Ä.)
Wenn nämlich die Stromversorger jetzt fleißig die Straßen aufbuddeln um das teure Hypernetz (das wahrscheinlich am Ende wieder keiner haben oder gar bezahlen will) durch unsere Städte zu fädeln
dann werden sie (und wir) in ein paar Jahren ganz dumm aus der Wäsche schauen, denn dann werden alle plötzlich ganz unerwartet merken, dass es inzwischen einige schicke neue Elektroautos zu kaufen gibt (die dann auch viele gern hätten) - aber keine Kabel und Steckdosen in den Straßen um selbige mit Energie aufzuladen. Also müssen dann die Straßen ein zweites mal aufgebuddelt und Kabel durch die Städte gefädelt werden - wenn dann noch Geld dafür da ist.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren