Demokratiebewegung Frauen blamieren die Diktatoren
Von Iran bis China fürchten die Machthaber Frauen. Sie werden für die autoritären Regime zur Gefahr. Frauen geben der Demokratiebewegung ein Gesicht und riskieren viel.

© Peter Parks/AFP/Getty Images
Bei den Protesten der Uiguren in China demonstrierten die Frauen in vorderster Reihe
Sie setzen unbekannte Orte auf unsere Landkarte. Sie sorgen für ungewohnte Nachrichten und bereiten Machthabern unbequeme Sorgen. Vermehrt mischen sich weibliche Akteure da ein, wo sie bis vor 100, 200 Jahren noch gar nichts zu suchen hatten – in Machtpolitik und Deutungssphären. Als einsame Ikone stellt sich Aung San Suu Kyi den gesichtslosen Militärherrschern Birmas entgegen, die sie abwechselnd in ihr Haus (dahin gehört die Frau an sich) oder ins Gefängnis (dorthin gehört das unbotmäßige Weib) einsperren. Einen neuen Schub an Berühmtheit erlangte sie, als der Generalsekretär der UN bei seinem Besuch vergebens eine Audienz mit der Inhaftierten verlangte. Wer eine Frau so behandelt, der verliert das Gesicht.
Im äußersten Westen Chinas, in der Provinz Xinjiang, brachten es jetzt hunderte demonstrierende Frauen mit Babys auf dem Arm so weit, dass Medienkonsumenten erfahren, wo sie leben, dass sie Uiguren sind und dass diese Minderheit von der Mehrheit der Han-Chinesen diskriminiert wird. Im Zentrum der Stadt Urumqi stellten sich Mütter der knüppelnden Staatspolizei entgegen – wer so auf Frauen eindrischt, steht nicht gut da vor der Welt.
In Teheran erliegt Ende Juni eine junge Demonstrantin den Verletzungen, die ihr von Polizisten oder Paramilitärs des iranischen Machthabers Ahmadinedschad zugefügt wurden. Über Nacht wird aus Neda Agha-Soltan, die nur 26 Jahre alt wurde, die Märtyrerin einer ganzen Bewegung. Bilder der schönen Lächelnden, die Gesangsstunden genommen haben und gern gereist sein soll, finden in Windeseile ihren Weg um die Welt, und entlarven das Regime mehr als dutzende Berichte von Amnesty International, oder selbst die antisemitischen Hetzreden, die der Herrscher so freimütig hören lässt.
Ja, Frauen sind eine Gefahr. Besonders für autoritäre Regime und ganz besonders in der elektronischen Epoche von Handycams, Youtube-Filmen, Facebook, Bloggern und globalen Nachrichtenkanälen. So sehr autoritäre Regime am Erhalt patriarchaler Hierarchie interessiert sind, so sehr müssen sie, zumindest nach außen hin, den Schutz der Frauen vorgeben. Auch wenn sie ihnen Schulbildung verweigern, sie von der Partizipation abhalten, muss doch der Anschein wohlmeinender Kontrolle über Weib und Weiblichkeit gewahrt werden. Wozu sonst bräuchte es Landesväter und Wächterräte?
Seit Olympe de Gouges 1791 in Frankreich "ihre Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin" publizierte, um die Robespierres der Revolution davon zu überzeugen, dass auch für die Frau Menschenrechte infrage kommen – wofür sie unter der Guillotine endete – hat sich vieles verändert auf der Welt. In immer mehr Staaten erhalten Frauen, zumindest in der zweiten Reihe, ihre Stellen, sie werden Assistentinnen, sogar Ministerinnen. Hierzulande mussten Koch, Merz, Wulff & Co. sogar erleben, dass sich aus einer Kanzlerin nicht im Handumdrehen eine Marionette für eigene Zwecke fabrizieren lässt. Das hat mit der Demokratie zu tun, vor der es Diktatoren graust. Sie ist aber unaufhaltsam, nicht zuletzt dank der technischen Datenträger und Geräte, die fast alle von Männern erfunden wurden. Danke.
- Datum 09.07.2009 - 14:36 Uhr
- Serie opi
- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
- Kommentare 36
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




Die chinesischen Frauen sind vieler selbststrändig und unabhängig von den Männer.
Das kennt der Autor offensichtlich noch nicht.
Eines Tags gehen alle Frauen von deuscghen Gefangenern auf de Strasse und anfordern, ihre Männer freizulassen. Wie reagiert die deutsche Justiz?
Und was machen die Männer, während ihre Frauen auf der Strasse im Einsatz für Demokratie und Menschenrechte Prügel riskieren? Rüschtüsch! Füße hochlegen, Fuball gucken, die Kinder zum Bierholen schicken - die Arbeitsteilung läuft doch noch immer wie geschmiert...
Wie schrieb schon Rousseau so treffend: Die Vergröberung macht Gegenstände nicht hassenswert, sondern nur lächerlich.
In diesem Sinne: Prost!
So und nicht anders muss es sein!
So und nicht anders muss es sein!
Die deutschen Medien machen wieder Propaganda. Da geht es um rassitische Propaganda, also um nichtdeutsche/Rassen. Wenn irgend es um ausländische Rassen geht, vergessen die deutschen Medien sofort alles von der grausamen und brutatlen Geschichte der Deutschen Geschichte im 2. Weltkrieg. Die deutschen können im Namen der Demokratie und Menschenrechte die Demokratisierung und Meschenrechte von andren Rassen ganz stolz verletzen. (entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/jk)
oft haben wir auch gesehen, dass Frauen in Palästina oder Irak von ihren Männer als Fleischschutzschilder oder Bombenträger benutzt werden. blamieren sie auch den Rechtsstaat Israel oder den Antiterrorkampf der Amerikaner? seit langem halte ich die Zeit für eine niveauvolle Presse. Mit diesem Artikel haben Sie aber den ganzen Gegenteil bewiesen, mindestens was es China angeht.
So und nicht anders muss es sein!
wer so auf Frauen eindrischt, steht nicht gut da vor der Welt
Wer eine Frau so behandelt, der verliert das Gesicht
Wenn so auf Männer eingedroschen wird, interessiert das niemanden. Wenn jemand einen Mann so behandelt, auch nicht. Da verliert niemand das Gesicht. Männer? Die sind doch völlig egal. Aber wehe es fasst jemand eine Frau an.
Das einzig wirklich besondere an der Situation ist, dass die Gewalt diesmal nicht bei den Männern halt macht, sondern auch die Frauen trifft. Endlich werden auch einmal die Frauen aktiv und nicht nur die Männer müssen wie sonst immer in gefährlichen Situationen ihre Köpfe alleine hinhalten.
"Frauen und Kinder zuerst" hieß es immer. Die Männer haben ihre Leben für die Frauen und die Kinder gegeben und tun es in den meisten Fällen von echter Gefahr immer noch. Also warum wird derart theatralisch über die paar mutigen Frauen berichtet? Was ist mit all den männlichen Opfern? Was ist mit all den männlichen Helden? Die scheinen die AutorIN nicht zu interessieren. Es sind nur die paar heldenhafte Frauen die die Mächtigen herausfordern?
Da betreiben wir wohl politisch korrekten Geschlechterkampf. Mehr entnehme ich diesem Artikel nicht.
Dieser Artikel lohnt sich nicht zu lesen, Er basiert sich auf spezielen Ausgangspunkt and hat absichtlich die Wahrheit vernachlaessigt, dass die Uiguren die Unruhe zuerst aufgehoben hatten und die Han-Chinesen zu töten begonnen. Die getötet 150 Menschen sind fast alle Han-Chinesen. Die deutsche Medien sollte sich nicht mehr davon ausmachen. Bitte nicht vergessen die grausamen und brutalen Geschichte vor 64 Jahren. Damals glaubten die deutsche Medien, dass sie alle Gerechtigkeiten besitzten, jetzt glauben sie auch...
[Überschrift entfernt. Bitte formulieren Sie Kritik sachlich. Vielen Dank. / Die Redaktion as]
Er basiert sich auf spezielen Ausgangspunkt and hat absichtlich die Wahrheit vernachlaessigt, dass die Uiguren die Unruhe zuerst aufgehoben hatten und die Han-Chinesen zu töten begonnen.
-
Ist das wirklich "die Wahrheit"? Mit dem Morden begonnen hat doch der Lynchmob in Shaoguan. Haben Sie das "vergessen"?
-
Aber das ist ohnehin in diesem Thread "off-topic".
Er basiert sich auf spezielen Ausgangspunkt and hat absichtlich die Wahrheit vernachlaessigt, dass die Uiguren die Unruhe zuerst aufgehoben hatten und die Han-Chinesen zu töten begonnen.
-
Ist das wirklich "die Wahrheit"? Mit dem Morden begonnen hat doch der Lynchmob in Shaoguan. Haben Sie das "vergessen"?
-
Aber das ist ohnehin in diesem Thread "off-topic".
Olympe de Gouges die Ehre zu geben, die übrigens auf der Guillotine endete, die Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin von 1791.
Und an die wütenden Herren - männliche Heldentaten werden ständig und überall gewürdigt, die stellt doch nun auch wirklich niemand in Abrede.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren