Wahl in Bulgarien Prognosen sehen Opposition vorn
Die Bürger im ärmsten Land der EU wählen ein neues Parlament. Ersten Umfragen zufolge deutet sich ein Regierungswechsel an
Eigentlich verbietet es das bulgarische Wahlrecht, Umfrage-Ergebnisse vor Wahlschluss zu veröffentlichten. Private Zeitungen und Sender verbreiteten jedoch erste Tendenzen, getarnt als Ergebnisse von Hitparaden, Autorennen oder als die beliebtesten Cocktail-Drinks.
Demnach führt derzeit die oppositionelle GERB-Partei mit deutlichem Vorsprung. Die Bürgerlichen sind bislang nicht im Parlament vertreten, könnten aber mit mehr als 30 Prozent der Stimmen rechnen. Die seit vier Jahren regierenden Sozialisten kämen dagegen auf lediglich rund 20 Prozent, offenbar ein Denkzettel wegen ihrer vielen Affären.
Insgesamt sind sieben Millionen Wähler aufgerufen, die 240 Abgeordneten zu bestimmen. Die Beteiligung ist ersten Angaben zufolge relativ hoch. Bis 11 Uhr gaben bereits 14 Prozent der Wähler ihre Stimmen ab, berichtete das Meinungsforschungsinstitut NZIOM in Sofia. Auf offizielle Ergebnisse werden die Bulgaren noch ein wenig warten müssen, denn wegen des komplizierten Wahlsystems sind erste offizielle Berechnungen nicht vor Montag möglich.
Wahlbeobachter befürchten allerdings, dass viele Stimmen gekauft wurden und hatten gestern mit Sanktionen gedroht, sollte sich das bewahrheiten. 15 Prozent der Bulgaren hatten sich in Umfragen bereit erklärt, ihre Stimme zu veräußern. Der Preis für eine Wählerstimme soll nach Medienberichten mit rund 100 Lewa (50 Euro) deutlich höher liegen als bei der Europawahl vor einem Monat.
- Datum 05.07.2009 - 16:03 Uhr
- Serie News
- Quelle ZEIT ONLINE, rf, dpa
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