Eisschnelllauf Olympiasiegerin Pechstein wegen Blutdopings gesperrt

Eisschnelllauf-Star Claudia Pechstein soll gedopt haben. Die Internationale Eislauf-Union hat die Sportlerin bereits für zwei Jahre gesperrt. Ihr Anwalt bestreitet alles

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Pechstein: Positiv getestet

Der fünfmaligen Eisschnelllauf-Olympiasiegerin wurde bei den Mehrkampf-Weltmeisterschaften am 7. Februar im norwegischen Hamar nach den Rennen über 500 und 3000 Meter die Benutzung verbotener Blutdoping-Methoden nachgewiesen, wie die Internationale Eislauf-Union (ISU) mitteilte. Eine Sperre für zwei Jahre folgte prompt.

Pechsteins Rechtsanwalt Simon Bergmann kündigte an, beim Internationalen Sportgerichtshof in Lausanne Berufung gegen die Sperre einzulegen. "Es gibt keinen positiven Befund, sie ist ohne positive Doping-Probe verurteilt worden", sagte er. Der Verband habe Pechstein allein aufgrund von Indizien bestraft.

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Die 37-Jährige hatte die Mehrkampf-WM im Februar wegen einer angeblichen Erkrankung abgebrochen und auf den 5000-Meter-Lauf verzichtet.

Beim deutschen Eislaufverband machte sich nun Beklemmung breit: "Wenn die ISU es mitteilt, kann es ja stimmen", sagte Gerd Heinze, der Präsident der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft zu der Nachricht von dem Blutdoping. Dennoch sieht er noch Hoffnung für die weitere Karriere der Sportlerin. "Es ist eine große Tragik, aber das ist noch nicht das Ende."

Erste Doping-Verdächtigungen gegen die deutsche Läuferin waren im vergangenen Winter aufgetaucht, als sie einen im Vergleich zu den Vorjahren großen Leistungssprung machte. Bei den Mehrkampf-Europameisterschaften im Januar in Heerenveen in den Niederlanden gewann sie nach 1998 und 2006 zum dritten Mal den Titel.

Ihre Ersten Kurven auf dem Eis zog die 1972 in Berlin geborene Pechstein in einem Trainingszentrum im Ostteil der heutigen Bundeshauptstadt. In Albertsville (1992), Lillehammer (1994), Nagano (1998) und Salt Lake City (2002) errang sie viermal olympisches Gold, zweimal Silber und einmal Bronze über Distanzen von 3000 und 5000 Meter. Damit ist sie die erfolgreichste deutsche olympische Teilnehmerin aller Zeiten.

Eine medial befeuerte Auseinandersetzung mit Konkurrentin Anni Friesinger ging als "Zickenduell" in die Sportgeschichte ein. Monatelang hatte sich Pechstein mit der fünf Jahre jüngeren Bayerin verbal bekriegt, die in Salt Lake City Olympiasiegerin über 1500 Meter wurde.
 

 
Leser-Kommentare
  1. Die Anzahl der "vorbildlichen" Sportler steigt ständig! Wen wundert es dann noch, dass selbst ein Wrack wie M. Jackson noch Vorbild der Jugend ist.

  2. Na, dann können ja wenigstens erst einmal andere "Kollegen" Eisflizer wieder aufatmen.

    Wetten, dass...

    da die nächste Lawine auf uns zurollt?

    The show must go on!

    • fennek
    • 03.07.2009 um 19:56 Uhr

    ich nehme ab jetzt alle Drogen die ich kriege. Zur Leistungssteigerung, zum länger arbeiten und länger feiern.

    Alle anderen machen es ja auch.

    • Soahc
    • 03.07.2009 um 20:00 Uhr

    Heutztage sind Sportler vor allem Eines:
    Professionelle Schauspieler...!

    _______________________________________________________________
    Gib einem Menschen alles, was er sich wünscht, und im gleichen Moment wird
    alles nicht alles sein.
    (IMMANUEL KANT)

  3. mein vertrauen in die sportler ist ungefähr so gross wie das zu den bankmanagern.beinahe jeden tag liefern sie neue-negative- überraschungen.g.w.

  4. Wie ist folgender Satz zu verstehen:
    "Es gibt keinen positiven Befund, sie ist ohne positive Doping-Probe verurteilt worden"

    Ich dachte Dopingproben wären an der Tagesordnung. Wenn es keine positive Probe gibt, weshalb ist sie dann gesperrt??

    • Remiem
    • 03.07.2009 um 23:53 Uhr

    ungewöhnlich großer Leistungssprung
    +
    ungewöhnliches Langzeitblutprofil
    =
    2-jährige Sperre bzw. lebenslange Sperre, falls bereits einmal eine 2-jährige Sperre verhängt wurde

    In der Sportgerichtsbarkeit (Privatrecht) gibt es keine Unschuldsvermutung. Im Zweifel gegen den Angeklagten.

  5. da is' was los! Da wird geschluckt, gespritz und ausgetauscht bis der Arzt kommt ..... Entschuldigung, der war natürlich schon von Anfang an dabei!
    Die Möglichkeit, in die Premium-Menschenklasse aufzusteigen, rechtfertigt alle Mittel.
    Und alle Zuschauer, Berichter und Empörer sind immer wieder gerne dabei.
    So wäre diese Meldung eigentlich keine Zeile Wert, wenn nicht ........ ja wenn nicht dieser Hinweis wäre, daß die Doperin aus dem OSTTEIL Berlins stammt! Das ist mir als Bildungsbürger wichtig, sehr wichtig! 20 Jahre nach dem Mauerfall ist es unbedingt erforderlich, diese (Ein-) Teilung zu betonen!
    Vielleicht kommt ja endlich eines Tages auch heraus, welches Stasi-Schwein meinem Läuferidol Frank Baumann (eine 40-köpfige SoKo ermittelt seit Jahren!) diesen Dreck in die Zahnpasta gespritzt hat. Mein Tip: die Spur führt nach Dresden (das liegt in den neuen Bundesländern!) dort wurde nämlich die Zahnpasta erfunden!
    Aber, was soll's, ich schmeiß mir jetzt noch eine Viagra ein und zieh' noch etwas um die Häuser. Meine Frau ist nicht da, sie ist auf einer Botoxkur auf den Malediven, wo sie von erfahrenen Reproduktionsmedizinern gleichzeitig noch mit Spermien aus der Premium-Bank befruchtet wird. Inklusive übrigens der Farbauffrischung des Gesäßgeweihes und der Entzündungsbekämpfung an der Nasenperle.
    Und wenn sie wieder zu hause ist, werden wir den Fall dieser Eisläuferin (wie hieß sie doch gleich ... irgend was mit Mauerteer oder so) bei einem Glas gutem Roten diskutieren .... und empört sein!

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