Demonstration der Rechten Energie Cottbus kuscht vor der NPD

Geplant war ein Sportfest unter dem Motto: "Mit Energie für Toleranz." Doch da die NPD mit Protesten drohte, hat der Zweitligist ein für Samstag geplantes Testspiel abgesagt

Die Fans des FSV Germania Storkow hatten sich auf den kommenden Samstag und ihr "Fußballspektakel" gefreut. Der Amateurverein im Südosten Berlins hatte Energie Cottbus für ein Testspiel eingeladen, und der FC Bayern der Lausitz hatte zugesagt. Am Nachmittag sollte erst eine DDR-Traditionsmannschaft mit Jürgen Sparwasser gegen Storkows Alte-Herren-Team spielen. Um 17 Uhr sollte dann das Spiel gegen den Bundesligaabsteiger folgen. "Mit Energie für Toleranz", lautet das Motto des Storkower Sportfestes. Doch der NPD gefiel das nicht.

Der Landesvorsitzende der Partei, Klaus Beier, fand, dass hier "ein Freundschaftsspiel für politische Zwecke instrumentalisiert werden soll". Er schrieb einen offenen Brief an den Vereinsvorsitzenden von Germania Storkow.

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Man kann dieses Schreiben für lächerlich halten: "Der NPD-Landesverband wird derartigen demokratiefeindlichen Aktionen künftig die rote Karte zeigen." Oder es als Drohung verstehen: "Wer meint, Sportveranstaltungen politisch missbrauchen zu können, der muss damit rechnen, dass Nationaldemokraten vor Ort aufklärend wirken werden."

Wenn sich am Motto "Mit Energie für Toleranz" nichts ändere, kündigte Beier zudem eine Demonstration der NPD am Spieltag an. Am Montag ließ Beier in Storkow, wo die NPD bei den Kommunalwahlen 2008 im Landkreis Oder-Spree 7,3 Prozent der Stimmen bekam, entsprechende Flugblätter verteilen.

Der Profivereine reagierte: "Das wäre kein normales Sportfest geworden", sagt Ronny Gersch, Pressesprecher von Energie Cottbus zu ZEIT ONLINE. Wenn in 200 Metern Entfernung die NPD demonstriert, könne kein Fußballspiel stattfinden. Der Sprecher der örtlichen Polizei sagt allerdings angesichts der zu erwartenden Demonstranten: "Das sind Situationen, die wir nach allen bisherigen Erfahrungen immer im Griff gehabt haben."

Der Cottbuser Gersch spricht von einer Entscheidung zwischen "Pest und Cholera". Am Montagnachmittag habe das Präsidium des Vereins beschlossen, das Testspiel abzusagen. Die Cottbusser hatten Angst: Zum einen um die Sicherheit ihrer Spieler und Fans und zum anderen davor, "in eine Ecke gestellt zu werden, in die wir durch unser jahrelanges gesellschaftliches Engagement nicht gehören".

"Wenn dort NPD-Leute mit Energie-Schals herumlaufen, dann heißt es gleich, unsere Fans seien Neonazis", sagte Dieter Friese (SPD), Verwaltungsratsmitglied des FC Energie und Spree-Neiße-Landrat der Lausitzer Rundschau. Dass die Geschichte auch als Einknicken eines Fußballklubs vor Rechtsextremen verstanden werden kann, wollen die Vertreter des Vereins nicht verstehen. "Warum sollte die NPD die Absage als Erfolg feiern?", fragt der Pressesprecher und klingt dabei tatsächlich ernst.

Leser-Kommentare
  1. Mein Gott, welcher Gummirücken. Wie kann man sich nur durch ein solches Gesocks beeindrucken lassen. Da muss man ja schon fast vermuten, dass
    die Argumente im Club selbst Widerhall finden.
    Dieser Club hat sich nicht nur lächerlich gemacht, sondern völlig disqualifiziert.
    Ganzn grosses Armutszeugnis.

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    ist es zu gefährlich für die teilnehmenden Bürger. Rückgart , kann man beweisen wenn Frauen und Kinder nicht gefährdet werden. Sie können Herrn Schäuble mal auf diese Problematik ansprechen, wieso unsere Polizisten privat im Parkverbot parken und die Streifenwagen dran vorbei fahren.Woanders Radfahrer abkasieren und wenn diese Konsorten der NPD auftauchen bei MC Donals essen.

    ist es zu gefährlich für die teilnehmenden Bürger. Rückgart , kann man beweisen wenn Frauen und Kinder nicht gefährdet werden. Sie können Herrn Schäuble mal auf diese Problematik ansprechen, wieso unsere Polizisten privat im Parkverbot parken und die Streifenwagen dran vorbei fahren.Woanders Radfahrer abkasieren und wenn diese Konsorten der NPD auftauchen bei MC Donals essen.

  2. "in eine Ecke gestellt zu werden, in die wir durch unser jahrelanges gesellschaftliches Engagement nicht gehören".

    nochmal langsam -- der verein wird eingeladen, bei einer toleranz-veranstaltung zu spielen (die der npd naturgemäss unangenehm ist), und hat nun angst, "in eine ecke gestellt zu werden"?
    offenbar ja doch die ecke derer, die für toleranz eintreten -- und die "zeit kooperiert mit dem dfb beim "kampf gegen rechts!". mähähähäck

    • TDU
    • 02.07.2009 um 18:40 Uhr

    So ist das eben, wenn man die demokratische Kultur nicht etabliert. Im Gegensatz zu Köln, wo die NPD keine Chance hatte. Man könnte jetzt sagen, die hätten die NPD ja einladen können, aber mit Toleranz hat die Partei es eben nicht. Und mit jemanden der nur mit Feindbildern agitiert, ist ein Feiern unerträglich.

    Aber da nach einem Verbot zu rufen ist lächerlich. Ganze Regionen wurde nach der Vereinigung im Sinne der demokratischen Kultur vernachlässigt. Daran sind die Volksparteien genauso schuld wie die PDS. Die freut sich vermutlich noch, gemäß der alten revolutionären Doktrin, dass die Verschärfung der Widersprüche die Verhältnisse zu Gunsten der Linken verändert.

  3. Gut, dass dieser Verein nicht mehr in der 1. Liga ist. Jetzt bitte den Direktabstieg in die 3. Liga und dann ganz raus aus der oeffentlichen Wahrnehmung, damit dieser Schandfleck in der Bedeutungslosigkeit verschwindet.

    • Ranjit
    • 02.07.2009 um 19:31 Uhr

    Ich kann das Verhalten von Energie Cottbus nicht nachvollziehen.

    Ich bin mir jedoch sicher, das die Sponsoren des Vereins nicht begeistert wären, über die Negativpublicity einen Verein zu unterstützen, der der NPD mit diesem Rückzug in die Hände spielt.

    Von der Internetseite des Vereins, die "Premiumpartner":

    enviaM (gehört zu RWE)
    Sparkasse Spree-Neiße
    Vattenfall
    Lübzer
    Saller
    Coca-Cola
    Spreegas
    Lotto Brandenburg

  4. ist es zu gefährlich für die teilnehmenden Bürger. Rückgart , kann man beweisen wenn Frauen und Kinder nicht gefährdet werden. Sie können Herrn Schäuble mal auf diese Problematik ansprechen, wieso unsere Polizisten privat im Parkverbot parken und die Streifenwagen dran vorbei fahren.Woanders Radfahrer abkasieren und wenn diese Konsorten der NPD auftauchen bei MC Donals essen.

    Antwort auf "Kein Rückgrat"
  5. Seltsam, im politischen Mißbrauch der Sportveranstaltungen waren die Nazis doch weltführend. Die NPD leugnet also ihre Wurzeln. Damit machen sie sich doch selbst am lächerlichsten.

  6. So einfach wie es einige her schreiben ist die Situation nicht:

    1. Energie Cottbus hat ein Team aus vielen Nationen uns ich immer fuer Toleranz eingesetzt - das zeigen Fanfreundschaften nach Polen genauso wie verschiedene Antirassistische Aktionen der Vergangenheit.
    2. Energie Cottbus hat zugesagt an dieser Feier teilzunehmen und fuer TOLERANZ zu spielen.
    3. Dann erst kam die NPD ins Spiel, die eine Demo nur 200m von einem Sportplatz veranstalten will der keinen Zaun und keine Einlasskontrallen bietet.
    4. Die NPD Leute haetten ohne Probleme zum Spiel gehen koennen - das haeete natuerlich fuer Cottbus nette Bilder gegeben in BILD und CO "Energie der Naziverein" oder so aehnlich.
    5. Ja es gibt auch Rechte unter den Cottbuser Fans - denen wollte man sicher keine Plattform bieten.

    Ich gebe ja zu das die ganze Situation ungluecklich ist - wenn aber irgendetwas bei dem Spiel passiert waere, waere es sofort auf die Dummen Ossies zurueckgefallen ... warum so eine "Partei" bzw. so eine Demo ueberhauprt genehmigt wird ist der viel groessere Skandal.

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