Die Hurrikan-Saison beginnt Unruhe vor dem Sturm
Wirbelstürme verlaufen häufig verheerend, weil Vorhersagen zu spät kommen und ungenau sind. Ein neu entdecktes Klima-Phänomen könnte die Prognosen verbessern
Mit Andres kam das Chaos: Der erste tropische Sturm des Jahres 2009 rauschte Ende Juni mit Sturmböen und Dauerregen über Acapulco hinweg, setzte die Stadt unter Wasser, brachte einigen hundert Menschen Obdachlosigkeit und kostete einen Fischer das Leben, weil sein Boot kenterte.
Ansonsten kam die mexikanische Pazifikküste diesmal jedoch glimpflich davon – ob dies bis zum Ende der Saison bleibt, kann aber noch niemand sagen: Zu lückenhaft sind die Prognose-Instrumente der Meteorologen. Auf der atlantischen Seite Amerikas wappnet man sich immerhin für die Wirbelsturmperiode mit einer Namensliste, die von Ana bis Wanda reicht. Und sollte das nicht genügen, weichen die Hurrikanforscher noch auf das griechische Alphabet aus, wie es im Rekordjahr 2005 nötig war, als sich zum Abschluss "Epsilon" bildete.
Insgesamt rechnet die US-amerikanische Wetter- und Ozeanbehörde NOAA 2009 mit einem durchschnittlichen Jahr und mit neun bis 14 benannten Stürmen, von denen rund die Hälfte Hurrikanstärke erreichen könnte. Die Wahrscheinlichkeit, dass mehr oder weniger Windmonster die Karibik und die US-Golfküste zerzausen, liegt jedoch bei jeweils 25 Prozent.
Eine große Ungenauigkeit, die beispielsweise für Katastrophenschützer oder Rückversicherer ärgerlich ist: Sie müssen ihre Hilfskapazitäten beziehungsweise Jahresbeiträge schon lange vor dem April und Mai festlegen und damit vor dem Saisonauftakt. Wüten jedoch mehr zerstörerische Stürme, reichen die Kapazitäten oder die verlangten Raten womöglich nicht, und die Versicherungskonzerne müssen draufzahlen.
Nun hoffen Atmosphärenforscher um Hye-Mi Kim vom Georgia Institute of Technology, dass sie die Vorhersagen zukünftig stark verbessern können – und setzen dazu ganz aufs Christkind. Dieses nennt sich in Fachkreisen El Niño, weil es alle drei bis sieben Jahre stets um die Weihnachtszeit auftritt.
Es verändert die Meeres- und Klimabedingungen im Pazifik und beeinflusst damit den ganzen Globus: Das normalerweise dominierende kalte Wasser vor der südamerikanischen Küste wird von wärmeren Strömungen überlagert, und sintflutartige Regenfälle lösen die Trockenheit auf dem angrenzenden Festland ab. Im ansonsten feuchten südostasiatischen Inselreich herrscht dagegen Dürre, und der indonesische Regenwald brennt wie Zunder.
Während die Menschen dort unter der verrückt spielenden Witterung leiden, verschafft das Christkind immerhin den Bewohnern der Karibik und im Südosten der USA Erleichterung: Die von El Niño ausgelösten Scherwinde in den höheren Schichten der Atmosphäre zerfleddern die meisten Hurrikane schon im Ansatz und sorgen daher für einen ruhigen Sommer.
- Datum 07.07.2009 - 08:58 Uhr
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- Serie Umwelt
- Quelle ZEIT ONLINE, spektrumdirekt.de
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Wirbelstürme verlaufen auch verheerend wenn die Prognose rechtzeitigkommt.
Man sehe sich doch einmal die zirkumkaribischen Tempestite der letzten 8000a an. Die aktuellste Untersuchung ergab das "ortsübliche" Intensitätsspektrum.
Karl Müller
... offiziell am 1. Juni und dauert bis am 30. November. Als "Peak" - Höhepunkt gilt der September.
In Florida hab ich innerhalb von zehn Jahren 4 Stüerme persönlich mit-erlebt (dazu einige Tornados in ihrem Gefolge).
Im Jahre 2004 gingen drei Hurricanes innerhalb von sechs Wochen über die Kleinstadt Lake Wales in Central Florida. Unser Haus wurde natürlich jedes Mal etwas mehr, aber nur äusserlich, nicht allzu dramatisch beschädigt. Die Wucht solcher Stürme ist unbeschreiblich; Floyd zB war fuenfmal so gross wie der ganze Staat Florida. Dennoch gelten Tornados als gefährlicher.
Grüsse, wieder aus der Schweiz! Tina Hackel
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