Honduras Übergangsregierung ist offen für Neuwahlen
Interims-Präsident Micheletti ist laut lokalen Medienberichten einverstanden, die für November geplanten Präsidentenwahlen vorzuziehen, wenn dies die Krise entschärft
Unterdessen zogen die europäischen Länder aus Protest gegen den Präsidentensturz ihre Botschafter aus Honduras ab. Die USA fuhren ihre Militärhilfe für Honduras zurück, und die Weltbank legte Kredite im Umfang von rund 282 Millionen Euro auf Eis.
Heute wird der Generalsekretär der Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS), José Miguel Insulza, in Tegucigalpa erwartet. Insulza will in dem Konflikt vermitteln. Die OAS, wie die gesamte internationale Staatengemeinschaft, stellte Micheletti ein Ultimatum, in dem Konflikt nachzugeben und Zelaya an die Macht zurückkehren zu lassen.
Zelaya hatte die für Donnerstag angekündigte Reise in sein Heimatland verschoben. Er werde frühestens am Wochenende nach Honduras zurückkehren, erklärte er. Auf eine weitere Amtszeit hatte er verzichtet.
Dem gestürzten Präsidenten droht bei seiner Rückkehr die Festnahme. Ihm werden Verfassungsbrüche und Gesetzesverstöße vorgeworfen. Die Führung in Honduras hat bislang jeden Versuch unterbunden, Zelaya zurückzuholen.
Sie argumentiert, seine Absetzung sei legitim, da sie vom Obersten Gericht angeordnet gewesen sei. Zelaya dagegen habe selbst unrechtmäßig gehandelt, da er versucht habe, die Verfassung zu ändern, um sich eine weitere Amtszeit zu ermöglichen.
Micheletti warnte die Präsidenten von Argentinien und Ecuador, Cristina Kirchner und Rafael Correa, davor, Zelaya zu begleiten. "Ich mache Christina Kirchner und Correa für das verantwortlich, was dann im Lande geschehen könnte", sagte Micheletti der argentinischen Zeitung La Nación.
In Honduras kam es gestern erneut in mehreren Städten zu Demonstrationen für und gegen den abgesetzten Zelaya. Die Proteste waren nach offiziellen Angaben weitgehend gewaltfrei.
- Datum 03.07.2009 - 07:46 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, sh, dpa, Reuters
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