Honduras Übergangsregierung ist offen für NeuwahlenSeite 2/2
Angesichts der bedrohlichen Lage im Lande erließ Micheletti einen Beschluss, der für die kommenden 72 Stunden die Bewegungsfreiheit und das Recht auf Versammlung einschränkt. Außerdem soll vorübergehend die Einreise nach Honduras schärfer kontrolliert werden. Die Beschränkungen gelten in den Nächten.
Die Sicherheitskräfte versuchen mit der Verschärfung, vor allem zum Teil gewaltsame Proteste der Zelaya-Anhänger unter Kontrolle zu bringen, die eine Wiedereinsetzung des Ex-Präsidenten verlangen.
Trotz der internationalen Unterstützung für Zelaya äußerte sich erstmals ein Staatschef der Region kritisch über dessen Vorgehen. Eine schnelle Rückkehr Zelayas sei nicht klug, sagte Costa Ricas Präsident und Friedensnobelpreisträger Óscar Arias der Zeitung Prensa Libre. Diese berge die Gefahr in sich, einen möglichen Versöhnungsversuch mit den Putschisten zu verhindern.
Zelaya ist in seiner Heimat umstritten. Seine Popularität hat in den letzten Monaten erheblich unter den Plänen für eine Verfassungsänderung gelitten. Dem gestürzten Präsidenten wird von seinen Gegnern, und wohl auch von einer Mehrheit der Bevölkerung, vorgeworfen, das Land in das Lager der linken Staaten Lateinamerikas geführt zu haben und eine Diktatur anzustreben.
Dennoch demonstrierten zahlreiche Menschen für ihn. Das venezolanische Fernsehen zeigte Bilder von Zusammenstößen von Zelaya-Anhängern und der Polizei in der wichtigsten Industriestadt San Pedro Sula. Das staatliche Fernsehen Honduras dagegen berichtete nicht über die Sympathiekundgebung, sondern nur über Proteste gegen Zelaya in derselben Stadt.
- Datum 03.07.2009 - 07:46 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, sh, dpa, Reuters
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