Präsidentenwahl in Indonesien Erfolgspräsident SBY vor Wiederwahl

Vor zehn Jahren als verarmtes Land gerade aus dem Klammergriff der Diktatur befreit, ist Indonesien heute die drittgrößte Demokratie der Welt. Und wählt einen Präsidenten

Wahlkampf für Indonesiens Präsident Yudhoyono (auf der rechten Puppe) und seinen Vize-Kandidaten Boediono (links) in Jakarta

Wahlkampf für Indonesiens Präsident Yudhoyono (auf der rechten Puppe) und seinen Vize-Kandidaten Boediono (links) in Jakarta

Der 8. Juli ist in Indonesien ein Wahltag der Superlative: 171 Millionen Stimmberechtigte, 500.000 Wahllokale, bevölkerungsreichstes muslimisches Land der Welt. Die drittgrößte Demokratie der Welt wählt einen neuen Präsidenten und die Umfragen sprechen dafür, dass der Neue auch der Alte sein wird: Susilo Bambang Yudhoyono, von allen einfach SBY genannt, gelingt möglicherweise schon im ersten Wahlgang, die 50 Prozent-Hürde zu nehmen. Und damit seine Konkurrenten auszustechen: Megawati Sukarnoputri, Ex-Präsidentin und Tochter des Staatsgründers Sukarno, sowie Jussuf Kalla, den bisherigen Vize-Präsidenten. Die Weichen dafür wurden bereits bei den Parlamentswahlen im April gestellt. Die Partei des Präsidenten konnte ihren Stimmenanteil verdreifachen und ist jetzt mit 20 Prozent stärkste Kraft im Parlament.

SBY hat in seiner ersten Amtszeit von 2004 bis heute einen guten Job gemacht. Das Land hat sich politisch stabilisiert, die Wirtschaft steht gut da und kann trotz Weltwirtschaftskrise mit vier bis fünf Prozent Wachstum rechnen, was natürlich auch an dem großen Binnenmarkt liegt. Der Ex-General hat sich als aufrechter Kämpfer gegen die Korruption gezeigt, der auch Leute aus dem eigenen Dunstkreis nicht verschont. Im Kampf gegen den Terror war seine Regierung erfolgreich, die Jemaah Islamiyah, verantwortlich für die Bali-Bomben, gilt als zerschlagen, der Rückhalt der Radikalen in der Bevölkerung tendiert gegen Null.

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Wahlkampf und Urnengang sind im Großen und Ganzen bislang friedlich verlaufen. Das ist keine Selbstverständlichkeit, die Demokratie ist noch jung und nicht unter den besten Bedingungen gestartet. Vor zehn Jahren erst hatte sich das Land aus dem Klammergriff der jahrzehntelangen Diktatur Suhartos befreit. Verarmt, korrupt, am Rande des Zerfalls und im Schatten der Militärs, so präsentierte sich Indonesien. Zwei Schreckensszenarien waren damals nicht auszuschließen: das riesige Land bricht von den Rändern her auseinander und versinkt im Chaos. Oder islamische Fundamentalisten kommen an die Macht. An freie, geordnete Wahlen mochte man kaum glauben.

Es ist anders gekommen. Die demokratischen Institutionen des Landes sind gefestigt. Bereits drei Mal wurden Präsident und Parlament gewählt. Gut 90 Prozent der rund 240 Millionen Einwohner sind Muslime. Ein schönes Beispiel dafür, dass Islam und Demokratie eben doch miteinander können.

Natürlich ist in Indonesien noch längst nicht alles so wie es sein könnte. Korruption geißelt noch immer das Land, die Aufarbeitung der Suharto-Vergangenheit lässt mehr als zu Wünschen übrig, und seit Jahren ist eine gewisse Islamisierung des Landes zu beobachten. Die überwältigende Mehrheit der indonesischen Muslime lebt einen toleranten Islam, trotzdem führt eine kleine Minderheit lautstarker Islamisten das große Wort.

Und findet manchmal Gehör, so wurde etwa die Ahmadiyya, eine muslimische Sekte, wegen vermeintlicher Abtrünnigkeit in ihrer Glaubensausübung eingeschränkt und mit dem sogenannten Pornografiegesetz ein strenger Sittenkodex eingeführt, der nicht recht zum indonesischen Lebensstil passen will. Dazu kommt ein säkularer Präsident Yudhoyono, der sich konservativen Muslimen gegenüber eigenartig zögerlich und zurückhaltend verhält.

Immerhin haben die islamischen Parteien bei den diesjährigen Parlamentswahlen gegenüber den Wahlen von 2004 deutlich Stimmen eingebüßt: Von 38 fielen sie auf 26 Prozent. Sogar die stärkste islamische Partei, die PKS (Partei für Wohlfahrt und Gerechtigkeit), die bei den Wahlen 2004 so fulminant gestartet war, und auf Anhieb auf sieben Prozent kam, strauchelte. Sie rechnete damit, ihren Stimmenanteil auf 15 Prozent verdoppeln zu können, herausgekommen sind gerade einmal magere acht Prozent.

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