Konjunktur Industrieproduktion zieht wieder deutlich an

Die Produktion der Industrieunternehmen ist im Mai um mehr als fünf Prozent gewachsen – so stark wie zuletzt nach der Wiedervereinigung. Auch die Chemiebranche sieht den Wendepunkt gekommen

Die Unternehmen in Deutschland haben ihre Produktion im Mai so stark ausgeweitet wie seit 16 Jahren nicht. Das teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch in Berlin mit. Demnach stieg die Produktion von April bis Mai um 3,7 Prozent. Analysten hatten im Schnitt nur mit 0,5 Prozent gerechnet. Nach Einschätzung des Ministeriums dürfte das Produzierende Gewerbe damit die Talsohle vorerst durchschritten haben.

Die neuen Zahlen bedeuten einen leichten Aufschwung, keinesfalls eine vollständige Erholung. Im Vergleich zum Mai 2008 stellten die Unternehmen noch immer rund 17,9 Prozent weniger Güter her. Zudem ist unklar, wie stark der Effekt der Abwrackprämie ist, die der Staat den Konsumenten zahlt. Diese ließ den Absatz von Autos zuletzt um fast 40 Prozent steigen und kurbelte auch die Produktion der Industrie an. Experten rechnen damit, dass die Produktion wieder sinken wird, wenn die Prämie im Herbst ausläuft.

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Dennoch spricht einiges dafür, dass sich die deutsche Industrie langsam erholt. Auch in anderen Industriezweigen hat sich die Abwärtsdynamik abgeschwächt oder es seien schon Zuwächse zu verzeichnen, teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit. Tags zuvor hatte das Ministerium mitgeteilt, die Industrie habe im Mai das stärkste Auftragsplus seit fast zwei Jahren eingefahren. Die Zahl der Bestellungen gilt als wichtiger Frühindikator für den weiteren Verlauf der Konjunktur.

Bereits am Morgen hatte sich der Verband der Chemischen Industrie (VCI) optimistisch geäußert. Der Wendepunkt sei erreicht. "Wenn wir den Blick nach vorne richten, können wir trotz der tief hängenden Konjunkturwolken einen Lichtschimmer am Horizont ausmachen", sagte der Präsident des Verbandes, Ulrich Lehner. In den vergangenen Monaten habe sich die Produktion stabilisiert.

 
Leser-Kommentare
    • xtc
    • 08.07.2009 um 16:50 Uhr

    Ich kommentiere diese Art Meldungen nicht mehr.
    Ist mir einfach zu blöd.

  1. 2. Tja...

    Haben die Untergangspropheten wohl wieder verloren. Das ist gut so. Die Wirtschaft ist besser als ihr Ruf und die üblen Nachreden die via Medien dem staunenden Volk unterbreitet werden.
    Der Fortschritt ist zwar eine Schnecke aber nicht aufzuhalten. Wenn die dann noch die Konjunkturen in den Griff bekommen ist alles super. Seien wir heute schon fröhlich und guter Dinge.

    Wann endlich liest das Volk die wirklich gute Literatur und nicht diese hanebüchenen Prophezeiungen selbsternannter hoch bezahlter Experten?!

  2. Konjunkturen sind von Konsumenten verursachte Nachfrageschwankungen. Wenn der Bedarf der Konsumenten gedeckt ist ist die Sättigung des betreffenden Marktes erreicht - darüber sollten wir freuen, denn wir können uns anderen Zukunftsmärkten zuwenden. Sättigung ist das Ziel jedes Marktes. Diese Nachfrageschwankungen von Hunderten von Millionen Verbrauchern kann keine Regierung wirksam beeinflussen und keine Statistik vorhersagen. Sie kommen über uns wie ein Naturereignis.

    Darum ist es gut, dass die Regierung sich nun den höheren Bedürfnissen zuwendet - etwa dem Bildungsmarkt. Nur die Finanzierung ist noch ungelöst. Noch besser wäre eine Arbeitszeitverkürzung. Die käme den Wünschen und Bedürfnissen aller Arbeitnehmer zugute und würde Vollbeschäftigung erreichen. Die Märkte würden sich problemlos darauf einstellen wenn die Flexibilität der Arbeitnehmer stimmt - sie sollte allerdings nicht übertrieben werden und Auswanderungen oder Dumpinglöhne vermeiden. Schlimm wäre lediglich ein weiteres Absinken der Einkommen, da das unweigerlich in eine neue Rezession führen würde. Das Schlimmste wäre ein weiterer Ausbau des Niedriglohnsektors weil das die krisenverschärfende soziale Ungerechtigkeit und die Spreizung der Löhne noch vergrössern würde.

  3. Bei einer zweistündigen Mittagspause hätte das ein enormes Wachstum der Gastronomie zur Folge. Dort entstünden viele Arbeitsplätze. Wenn keine entstünden umso besser weil dann die Arbeitszeit noch weiter verkürzt werden könnte. Den Rest besorgt Hartz und das garantierte Grundeinkommen.
    Weiter wäre die Ermüdung und die Langeweile der Arbeitnehmer während der Arbeitszeit gestoppt. Andererseits wäre der Büroschlaf verkürzt was sich negativ auf die Lebenszeit und die Gesundheit auswirken würde.
    Bei einer Verkürzung der Arbeitszeit auf täglich 4 Stunden und gleichzeitiger Abschaffung der Sonntagsruhe und des Wochenendes kämen wir immerhin noch auf eine 28-Stunden-Woche für alle - das bedeutet Vollbeschäftigung. Dafür hätten wir jeden Tag Sonntag. Freie Tage dazwischen bei unvorhergesehenem Arbeitsmangel würden den Effekt zusätzlich steigern. Das wäre zwar ein erhebliches organisatorisches Managementproblem, würde aber für ein kontinuierliches Leben sorgen. Die dafür notwendige Motivation des Managements wäre durch sinkende Managergehälter möglich - bei Hartzempfängern mittlerweile ein probates Mittel der Leistungssteigerung.
    Ein dreimaliger zweiwöchiger Auslandsurlaub pro Jahr brächte ein enormes Wachstum des Tourismus und der Völkerverständung und hätte dadurch eine sehr positive Auswirkung auf den Weltfrieden. Er könnte durch die Abschaffung der Bundeswehr spielend finanziert werden.
    Die zunehmende Freizeit würde überwiegend für Hobbys und autonome Weiterbildung genutzt werden. Dadurch würde D. zu einer wahren Bildungsrepublik. Die Folge wäre endlich eine rationale demokratische Politik, da sich das Volk nicht mehr so leicht hinter die Fichte führen lassen würde.

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