Gewalt im Gefängnis "Im Jugendvollzug herrscht ein übertriebenes Männlichkeitsideal"
In Sachsen wurde ein 18-Jähriger wochenlang von seinen Mithäftlingen gefoltert. Wie kann man die Gewaltbereitschaft inhaftierter junger Männer in den Griff bekommen? Interview
In einem sächsischen Jugendgefängnis hatten Mitgefangene einen 18-Jährigen mit kochend heißem Wasser übergossen, mit einem Besenstiel geschlagen, bis er schließlich versuchte, sich selbst das Leben zu nehmen. Als er seinen Selbstmordversuch überlebte, wollten ihn seine Peiniger – ein 15- und ein 24-Jähriger - mit einem Gürtel erdrosseln. Doch das Opfer entkam. Jetzt, über ein Jahr später, werden die beiden Gewalttäter angeklagt.
Wolfgang Wirth ist Leiter des Kriminologischen Dienstes des Landes Nordrhein-Westfalen und Autor der Studie "Gewalt unter Gefangenen. Kernbefunde einer empirischen Studie im Strafvollzug des Landes Nordrhein-Westfalen" aus dem Jahr 2007.
ZEIT ONLINE: Herr Wirth, wie können solche Quälereien in einem Jugendgefängnis über lange Zeit unbemerkt bleiben?
Wolfgang Wirth: Die naheliegendste Erklärung ist die Scham des Betroffenen. Dieses Nicht-ansprechen-Wollen. Gerade im Jugendvollzug herrscht ein übertriebenes Männlichkeitsideal, Konflikte werden nicht rhetorisch, sondern mit Gewalt ausgetragen. Wer sich nicht behaupten kann, schämt sich.
ZEIT ONLINE: Gibt es typische Orte der Gewalt im Gefängnis?
Wirth: Sie denken an die Duschen in den amerikanischen Filmen. Aber wir haben während unserer Studien gesehen, dass Gewalt sich über die gesamte Anstalt verteilt. Das ist ähnlich wie auf Schulhöfen. Es passiert aus der Situation heraus. Nur etwa einer von zehn Fällen wird geplant. Die Vorstellung, man könnte auf einen bestimmten Ort schauen, dann hätte man alles im Griff – das funktioniert nicht.
ZEIT ONLINE: Über entsetzliche Gewalt unter Jugendlichen im Knast wird immer wieder berichtet. Muss man das einfach hinnehmen, wenn kriminelle, gewalttätige Jugendliche aufeinander treffen? Oder könnte man etwas ändern?
Wirth: Den Königsweg kann es nicht geben. Aus unseren Studien haben wir die Schlussfolgerung gezogen, dass es im Vollzug immer darum gehen muss, beide Seiten - Personal und Gefangene - gegen Gewalt zu sensibilisieren. Dabei ist es am sinnvollsten, eine Doppelstrategie zu fahren. Auf der einen Seite sollten Mitgefangene ermuntert werden, Gewalt zur Anzeige zu bringen. Dann muss ihnen natürlich auch Opferschutz versprochen werden. Dazu muss es ein breites Beschäftigungs- und Freizeitangebot sowie spezielle Antigewalttrainingsprogramme für auffällige Gefangene geben.
Auf der anderen Seite muss man Gewalt konsequent und schnell ahnden, damit klargemacht wird, dass sie nicht zu tolerieren ist. Disziplinarverfahren und Strafmaßnahmen müssen direkt folgen. Natürlich steht der Erziehungsgedanke im Jugendvollzug im Vordergrund. Ein Gewaltausbruch wird zum Anlass genommen, die Taten bewusst zu machen. Aber beides muss zusammenkommen.
ZEIT ONLINE: Und das hilft dann?
Wirth: Dieser Vorfall in Sachsen ist sehr schlimm und darf in keiner Weise relativiert werden. Aber vor dem Hintergrund, dass für zwei Drittel der jungen Männer im Jugendgefängnis Gewalttätigkeit etwas ganz Normales ist, passiert eher wenig. Es ist nie genug, was dagegen getan wird, aber der Weg ist gut.
- Datum 06.07.2009 - 18:01 Uhr
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Was ist denn im Zeitalter des Gender Mainstreaming ein Nicht übertriebenes Männlichkeitsideal.?
[...]
[Entfernt. Bitte halten Sie sich an die hier geltenden Regeln. Danke. /Die Redaktion pt.]
Das ist das dümmste was ich seit langem gelesen habe. So ungefähr auf einer Stufe mit dem Handabhacken für Diebstahl und der Todesstrafe für alle möglichen anderen Verbrechen. Und haben sie auch mal daran gedacht dass heutzutage zwischen einer Tat und der Strafe ein gewisser Zusammenhang bestehen sollte, der sich auch dem Täter einigermaßen nahebringen lassen sollte?
@ Redaktion:
Und weshalb kann ich diesen dummen Kommentar nciht mehr mit einem Stern bewerten?
[Anmerkung: Bitte bemühen Sie sich um einen respektvollen Umgang mit anderen Usern und bleiben Sie sachlich. Vielen Dank. / Die Redaktion as]
Wenn es nur um die männlichen Hormone ginge wäre die Gabe von weiblichen Hormonpillen sicher ideal. Kastration liegt jenseits des Nennbaren... 8-)
Das ist das dümmste was ich seit langem gelesen habe. So ungefähr auf einer Stufe mit dem Handabhacken für Diebstahl und der Todesstrafe für alle möglichen anderen Verbrechen. Und haben sie auch mal daran gedacht dass heutzutage zwischen einer Tat und der Strafe ein gewisser Zusammenhang bestehen sollte, der sich auch dem Täter einigermaßen nahebringen lassen sollte?
@ Redaktion:
Und weshalb kann ich diesen dummen Kommentar nciht mehr mit einem Stern bewerten?
[Anmerkung: Bitte bemühen Sie sich um einen respektvollen Umgang mit anderen Usern und bleiben Sie sachlich. Vielen Dank. / Die Redaktion as]
Wenn es nur um die männlichen Hormone ginge wäre die Gabe von weiblichen Hormonpillen sicher ideal. Kastration liegt jenseits des Nennbaren... 8-)
Das beste "Antigewalttrainingsprogramm" wäre körperliche Arbeit.
Am besten Arbeit in einer sozialen Einrichtung unter psychologischer Betreuung. Das wird aber schon gemacht. Vielleicht sollte es intensiviert werden.
Am besten Arbeit in einer sozialen Einrichtung unter psychologischer Betreuung. Das wird aber schon gemacht. Vielleicht sollte es intensiviert werden.
Das ist das dümmste was ich seit langem gelesen habe. So ungefähr auf einer Stufe mit dem Handabhacken für Diebstahl und der Todesstrafe für alle möglichen anderen Verbrechen. Und haben sie auch mal daran gedacht dass heutzutage zwischen einer Tat und der Strafe ein gewisser Zusammenhang bestehen sollte, der sich auch dem Täter einigermaßen nahebringen lassen sollte?
@ Redaktion:
Und weshalb kann ich diesen dummen Kommentar nciht mehr mit einem Stern bewerten?
[Anmerkung: Bitte bemühen Sie sich um einen respektvollen Umgang mit anderen Usern und bleiben Sie sachlich. Vielen Dank. / Die Redaktion as]
Was bedeutet denn "Zusammenhang zwischen Tat und Strafe"?
Jemand ist schlecht drauf und tritt mutwillig gegen den Kopf eines Menschen, der ihm zufällig begegnet ist, um sich abzureagieren. In welchem Verhältnis steht eine Haftstrafe zu dieser Tat? Das ist doch ebenso willkürlich. Was ist mit dem Opfer? Könnte man ihm, nachdem es das Krankenhaus im Rollstuhl verläßt, verständlich zu machen, in welchem Zusammenhang seine Person und sein zukünftiges Leben als Behinderter zu dem Verhalten des Täters steht?
Das Opfer ist in dieser Gesellschaft immer derjenige, der eben "Pech gehabt" hat. Und deshalb einiges Mitleid, aber nicht viel mehr erwarten kann.
[...]
[Gekürzt, bitte verzichten Sie auf Äußerungen dieser Art. Danke. /Die Redaktion pt.]
Was bedeutet denn "Zusammenhang zwischen Tat und Strafe"?
Jemand ist schlecht drauf und tritt mutwillig gegen den Kopf eines Menschen, der ihm zufällig begegnet ist, um sich abzureagieren. In welchem Verhältnis steht eine Haftstrafe zu dieser Tat? Das ist doch ebenso willkürlich. Was ist mit dem Opfer? Könnte man ihm, nachdem es das Krankenhaus im Rollstuhl verläßt, verständlich zu machen, in welchem Zusammenhang seine Person und sein zukünftiges Leben als Behinderter zu dem Verhalten des Täters steht?
Das Opfer ist in dieser Gesellschaft immer derjenige, der eben "Pech gehabt" hat. Und deshalb einiges Mitleid, aber nicht viel mehr erwarten kann.
[...]
[Gekürzt, bitte verzichten Sie auf Äußerungen dieser Art. Danke. /Die Redaktion pt.]
Was bedeutet denn "Zusammenhang zwischen Tat und Strafe"?
Jemand ist schlecht drauf und tritt mutwillig gegen den Kopf eines Menschen, der ihm zufällig begegnet ist, um sich abzureagieren. In welchem Verhältnis steht eine Haftstrafe zu dieser Tat? Das ist doch ebenso willkürlich. Was ist mit dem Opfer? Könnte man ihm, nachdem es das Krankenhaus im Rollstuhl verläßt, verständlich zu machen, in welchem Zusammenhang seine Person und sein zukünftiges Leben als Behinderter zu dem Verhalten des Täters steht?
Das Opfer ist in dieser Gesellschaft immer derjenige, der eben "Pech gehabt" hat. Und deshalb einiges Mitleid, aber nicht viel mehr erwarten kann.
[...]
[Gekürzt, bitte verzichten Sie auf Äußerungen dieser Art. Danke. /Die Redaktion pt.]
... überhaupt keine gewaltphantasien haben. immer wieder gruselig mitanzusehen, wie dünn das eis der zivilisation ist.
... überhaupt keine gewaltphantasien haben. immer wieder gruselig mitanzusehen, wie dünn das eis der zivilisation ist.
Wenn es nur um die männlichen Hormone ginge wäre die Gabe von weiblichen Hormonpillen sicher ideal. Kastration liegt jenseits des Nennbaren... 8-)
Am besten Arbeit in einer sozialen Einrichtung unter psychologischer Betreuung. Das wird aber schon gemacht. Vielleicht sollte es intensiviert werden.
Ich habe ausschließlich Arbeitsplätze für die Gefangenen und nicht Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für Psychologen im Blick.
Ich habe ausschließlich Arbeitsplätze für die Gefangenen und nicht Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für Psychologen im Blick.
... überhaupt keine gewaltphantasien haben. immer wieder gruselig mitanzusehen, wie dünn das eis der zivilisation ist.
Ganz richtig, das Eis ist sehr dünn und ich gebe mich gern als repräsentatives Beispiel dafür her. Nachdem wir uns nun darüber einig sind, daß nicht nur Straftäter Gewaltphantasien haben, sondern auch deren Opfer, oder jene, die mit diesen Opfern fühlen, frage ich Sie eines: [...] Herr Jung meinte bei deren Beerdigung, daß man nun erst Recht in Afghanistan kämpfen müsse, weil man das diesen drei Soldaten schuldig sei. Und
immerhin würde mir der Verteidigungsminister für solch einen Erfolg die neu eingeführte Tapeferkeitsmedaille verleien. Wie dünn ist dieses Eis? In welchem Forum haben Sie dagegen protestiert? [...]
[Gekürzt. Wir möchten Sie bitten, Ihre Äußerungen zu überdenken. Für menschenrechtsfeindliche Kommentare ist hier kein Platz. /Die Redaktion pt.]
Ganz richtig, das Eis ist sehr dünn und ich gebe mich gern als repräsentatives Beispiel dafür her. Nachdem wir uns nun darüber einig sind, daß nicht nur Straftäter Gewaltphantasien haben, sondern auch deren Opfer, oder jene, die mit diesen Opfern fühlen, frage ich Sie eines: [...] Herr Jung meinte bei deren Beerdigung, daß man nun erst Recht in Afghanistan kämpfen müsse, weil man das diesen drei Soldaten schuldig sei. Und
immerhin würde mir der Verteidigungsminister für solch einen Erfolg die neu eingeführte Tapeferkeitsmedaille verleien. Wie dünn ist dieses Eis? In welchem Forum haben Sie dagegen protestiert? [...]
[Gekürzt. Wir möchten Sie bitten, Ihre Äußerungen zu überdenken. Für menschenrechtsfeindliche Kommentare ist hier kein Platz. /Die Redaktion pt.]
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