Krankenkassen Gesetzlich Versicherte erhalten Geld zurück

Jede zehnte gesetzliche Krankenkasse will ihren Versicherten Geld zurückzahlen. Der Gesundheitsfonds und ein Milliarden-Überschuss machen es möglich

Einen kleinen Teil der Beiträge will etwa jede zehnte gesetzliche Krankenkasse laut einem Bericht des Focus vom 1. Juli an ihre Versicherten erstatten. Solche Rückzahlungen sind im Rahmen des neuen Gesundheitsfonds möglich, wenn Kassen erfolgreich gewirtschaftet oder eine günstige Versichertenstruktur haben.

Laut Focus gibt es noch 178 gesetzliche Krankenkassen, davon wollen 18 Beiträge zurückzahlen. Drei Versicherer
nannten eine konkrete Erstattungssumme von 50 bis 100 Euro pro Jahr, die übrigen verhandelten noch mit ihren Aufsichtsgremien.

Anzeige

Andersherum können Krankenkassen im negativen Fall Zusatzbeiträge erheben. Das sei derzeit nur bei einer Betriebskrankenkasse denkbar, berichtet das Magazin.

Vor zehn Tagen sah es noch anders aus. Damals hatte der Präsident des Bundesversicherungsamtes, Josef Hecken, 16 Kassen mit 4,5 Millionen Versicherten genannt, die einen Zusatzbeitrag hätten erheben müssen. Das sei abgewendet worden, weil einige dieser finanzschwachen Kassen seither Fusionsgespräche mit größeren Partnern aufgenommen haben, hieß es.

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) rechnet jedoch damit, dass 2010 erheblich mehr Kassen von der Option Gebrauch machen, Beiträge zu erhöhen.

Unabhängig davon sinkt im Rahmen des zweiten Konjunkturpaketes der Bundesregierung der auf 15,5 Prozent festgelegte Einheitsbeitrag für gesetzliche Krankenkassen zum 1. Juli auf 14,9 Prozent.

Auch Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) gab Entwarnung: "Nach den neuesten Zahlen haben die Krankenkassen 2008 einen Überschuss von sogar 1,4 Milliarden Euro erzielt", sagte sie. Damit hätten sie fast doppelt so viel eingenommen wie im März angenommen.

"Damit verfügen die Kassen über Rücklagen näher an fünf als an vier Milliarden Euro, also über einen gut gefüllten Sparstrumpf", betonte die Ministerin und fügte hinzu: "In diesem Jahr werden krisenbedingte Beitragsausfälle durch ein
Bundes-Darlehen abgedeckt, welches wahrscheinlich erst Ende 2011 zurückzuzahlen ist." Die Kassen seien noch nie in einer Krise in einer so sicheren Position gewesen.

 
Leser-Kommentare
  1. Nun mischen auch noch die Krankenkassen im Wahlkampf mit.

    Keiner spricht jetzt mehr von Leistungskürzungen im Gesundheitswesen, Personaleinsparungen und dem Wegfall von Versorgungsleistungen.

    Auszubaden haben wir es doch, die Kassenpatienten.

    Es spricht nicht gerade für, sondern gegen die Gesundheitspolitik von Frau Schmidt, wenn die Kassen Gelder einsparen, solange dies auf unsere Kosten geschieht - jeder wird einmal Patient!

    Nun bekommen wir alle unser Geld zurück - wie viel, das hängt natürlich vom Einzelfall ab.

    Fragt sich nur, warum haben die Kassen diesen "Überschuß" überhaupt erwirtschaften können?

    Erst einmal erwirtschaftet man so etwas auf dem Rücken des angestellten mditzinischen Personal und der niedergelassenen Ärzte.

    Dann natürlich auch durch die Einschränkung von Vorsorgeleistungen und Leistungen in der Nachsorge.

    Fakt ist:

    Egal, wie man es dreht, es ist Geld, das auch dem Patienten nicht zugute kommt, in welcher Behandlungs- oder Therapieform es auch gebraucht wird.

    Ferner frage ich die "Dorfökonomen", warum das Geld nicht für die Beitragsausfälle, die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit höher als geplant ausfallen werden, zur Seite gelegt wird.
    Nein, dafür holt man sich noch Darlehen vom Staat (Wie hoch ist eigentlich die Verzinsung?), die dann kummulativ mit den Beitragsausfällen verrechnet, die Kassenbeiträge in den nächsten Jahren wieder in die Höhe schießen lassen werden.

    Dem nicht genug, wird der Staat natürlich auch noch die Steuern erhöhen, denn die Darlehensvergabe muss ja auch irgendwie finanziell gegenfinanziert werden.

    Dann werden wir nicht 50-100 €, sondern mit Sicherheit weit mehr an Sozialabgaben leisten dürfen.

    Die Folge wird sein, dass die Unternehmen wieder stöhnen, die Leute auf die Straße fliegen und das gesamte Sozialsystem wieder durch die Lande "eiert" und zur Disposition gestellt wird!

    Zum Glück ist dann die Wahl wieder gelaufen und die selben "Nieten" kleben wieder auf ihren Stühlen!

    The Show Must Go On!

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service