Mexiko Frustration vor der Parlamentswahl
Rund 77 Millionen Mexikaner sind aufgerufen, ein neues Abgeordnetenhaus zu bestimmen. Viele werden den Wahllokalen wohl fernbleiben
Die 500 Abgeordneten in der zweiten Kammer des mexikanischen Kongresses werden alle drei Jahre neu bestimmt. Demoskopen rechnen mit einer sehr niedrigen Wahlbeteiligung von nur 40 Prozent, da viele Mexikaner mit der gesamten politischen Elite unzufrieden sind. Sie werfen ihr Inkompetenz, Faulheit und falsche Versprechungen vor.
Zudem steht das Land unter dem Einfluss des organisierten Verbrechens. Seit dem Amtsantritt des konservativen Präsidenten und Regierungschefs Felipe Calderón im Jahr 2006 sind im sogenannten Drogenkrieg mehr als 10.000 Menschen ums Leben gekommen. Auch eine militärische Offensive konnte den Kämpfen der untereinander verfeindeten Kartelle bislang kein Ende setzen.
Trotz der Frustration vieler Mexikaner gilt die Wahl als Stimmungstest für die Politik Calderóns, der noch bis 2012 im Amt bleiben wird. Seine Partei der Nationalen Aktion (PAN) stellt derzeit mit 205 Abgeordneten die stärkste Fraktion.
Die linksgerichtete Partei der Demokratischen Revolution (PRD) verfügt über 123 Sitze. Die einst mächtigste mexikanische Fraktion, die Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI), ist mit 104 Delegierten vertreten. Es wird allgemein damit gerechnet, dass die PRI wieder die stärkste Fraktion werden könnte.
- Datum 05.07.2009 - 16:44 Uhr
- Serie News
- Quelle ZEIT ONLINE, rf, dpa
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