Obamas Moskaureise Obama fordert Russland zur Zusammenarbeit auf
Der US-Präsident will den Kreml besuchen, um die bilateralen Beziehungen zu verbessern. Dmitri Medwedew hingegen bestärkt seinen Widerstand gegen Obamas Pläne für eine Raketenabwehr

© Alexey Sazonov/AFP/Getty Images
Moskau ist vorbereitet auf den Staatsbesuch: Die traditionellen Matrioschkas sind mit den Konterfeis von Obama und Medwedew bemalt
US-Präsident Barack Obama will an diesem Montag bei seinem Antrittsbesuch in Moskau ein die zuletzt belasteten Beziehungen seines Landes zu Russland entspannen. Mit Blick auf die Krisenherde Nordkorea, Iran und Afghanistan forderte er Russland zur Zusammenarbeit in beiderseitigem Interesse auf. "Kein Land kann die großen Herausforderungen, vor denen wir stehen, allein lösen", appellierte er in einem am Samstag von der Agentur Itar-Tass veröffentlichten Gespräch. Der außenpolitische Kreml-Sprecher Sergej Prichodko kündigte an, dass Russland künftig seinen Luftraum für Waffen- und Nachschubtransporte der USA nach Afghanistan öffne. Hingegen bekräftigte Präsident Dmitri Medwedew seinen Widerstand gegen US-amerikanische Pläne für eine Raketenabwehr.
Nachdem Obama mit Medwedew gesprochen hat, will er am Dienstag auch den früheren Kremlchef und jetzigen Ministerpräsidenten Wladimir Putin sowie den Ex-Sowjetpräsident Michail Gorbatschow und Oppositionelle treffen. Am Mittwoch fliegt Obama weiter zum G8-Gipfel nach Italien.
Bei den Gesprächen in Moskau wollen sich Obama und Medwedew unter anderem auf ein Nachfolgeabkommen für den am 5. Dezember 2009 auslaufenden START-Vertrag über den Abbau strategischer Waffen verständigen. Dazu sagte Medwedew, solange Washington an der in Polen und Tschechien vorgesehenen Raketenabwehr festhalte, würden die russischen Streitkräfte ihre atomare Schlagkraft aufrechterhalten.
"Für uns hängen beide Dinge zusammen", sagte der russische Präsident italienischen Medien in einem Interview, dessen Inhalt der Kreml am Sonntag veröffentlichte. Laut US-Regierung ist die geplante Raketenabwehr gegen Angriffe aus dem Iran gerichtet. Russland sieht das Projekt hingegen als Bedrohung seiner Sicherheit.
Über das umstrittene Atomprogramm des Iran sagte Medwedew, zwar könne Moskau nicht dulden, dass Teheran möglicherweise Atomwaffen besäße. Russland wolle aber gute Beziehungen zum Iran. Sowieso bereite Pjöngjang dem Kreml mehr Sorgen als Teheran. "Der Iran unterhält Beziehungen zur Völkergemeinschaft, während Nordkorea jeden Kontakt abgebrochen hat."
- Datum 05.07.2009 - 18:20 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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